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In Bezug auf Sterberisiko

Kann Sport eine schlechte Ernährung ausgleichen?

Sport schlechte Ernährung: Frau joggt
Ein paar Stücke Kuchen und dafür etwas mehr Sport? Das Sterberisiko von schlechter Ernährung senkt Bewegung leider nicht.Foto: Getty Images

Schlechte Ernährung hat negative Folgen für die Gesundheit. Doch kann man dem mit Sport entgegenwirken? Manch einer denkt genau das. Aber weit gefehlt! Eine Studie belegt nun, dass Joggen am Morgen die Tafel Schokolade vom Vorabend nicht ausgleichen kann.

Wer dem Sterberisiko von schlechter Ernährung entgegenwirken will, kann seine Energie anderweitig einsetzen. Denn eine australische Langzeitstudie mit mehr als 300.000 Menschen belegt nun, dass Sport eine schlechte Ernährung nicht ausgleichen kann. Dafür untersuchten die Forscher die Zusammenhänge zwischen Ernährung, körperlicher Betätigung und der langfristigen Gesundheit und Lebenserwartung.1 So weit vorab: Wer glaubt, nicht darauf achten zu müssen, was er isst, solange er sich ausreichend bewegt, den müssen wir leider enttäuschen.

Langzeitstudie mit 300.000 Erwachsenen

Einige Kurzzeitstudien deuteten darauf hin, dass die Auswirkungen einer schlechten Ernährung durch körperliche Betätigung teilweise abgemildert werden können, weil intensive Sporteinheiten Entzündungen, Insulinresistenz und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.2 Forscher von der Universität Sydney wollten es nun genauer wissen. Dafür analysierten sie die Ernährungs- und Bewegungsmuster von 346.627 britischen Erwachsenen aus der UK Biobank über einen Zeitraum von elf Jahren. Diese setzten sie in Bezug zu den ebenfalls erfassten Todesfällen und Todesursachen. Die Idee dahinter war die Annahme, dass man ein erhöhtes Sterberisiko durch schlechte Ernährung mit Sport ausgleichen kann. „Schlechte Ernährung“ meint hierbei einen geringen Verzehr von Obst und Gemüse, wenig Fisch, dafür viel rotem (insbesondere verarbeitetem) Fleisch.

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Gute Ernährung und Sport in Kombination

Es versteht sich vielleicht von selbst, dass Menschen mit einem hohen Maß an körperlicher Aktivität und einer qualitativ hochwertigen Ernährung am besten abschnitten und ihr Sterberisiko unabhängig von der Ursache um 17 Prozent verringerten. Verglichen mit Menschen, die sich wenig bewegten und sich ungesünder ernährten, hatten sie ein um 19 Prozent geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und um 27 Prozent geringeres Risiko, an bestimmten Krebsarten zu sterben. Nach 11,2 Jahren starben 2650 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 4522 an durch Adipositas bedingten Krebserkrankungen wie Speiseröhren-, Bauchspeicheldrüsen– oder Darmkrebs. 13.869 Teilnehmer starben an anderen Ursachen. Jene Gruppe, die sich also qualitativ hochwertig ernährte, erlitt seltener eine der genannten Krebserkrankungen. Die Probanden mit dem geringsten Risiko wiesen neben einer gesunden Ernährungsweise zudem ein höheres Maß an körperlicher Aktivität auf.

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Sport gleicht schlechte Ernährung nicht aus

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Ernährung und körperliche Betätigung sich ergänzende Auswirkungen auf die Energie-, Lipid-, Glukose- und Stoffwechselstabilität haben. Das bedeutet, dass sowohl die Ernährung als auch die körperliche Aktivität unabhängig voneinander entscheidend für die Langlebigkeit sind. Nur wer sich sowohl der Ernährung als auch dem Sport bewusst und gesund widmet, unterstützt seine langfristige Gesundheit und beugt damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas-bedingten Krebsarten vor. Ein hohes Maß an körperlicher Aktivität konnte die schädlichen Auswirkungen einer schlechten Ernährung auf das Sterberisiko laut der Studie leider nicht ausgleichen. Wer möglichst lang und gesund leben möchte, sollte sich ausgewogen ernähren und ausreichend bewegen.

Quellen

  1. Ding D., Buskirk J.V., Nguyen B. (2022). Physical activity, diet quality and all-cause cardiovascular disease and cancer mortality: a prospective study of 346 627 UK Biobank participants. British Journal of Sports Medicine.
  2. Walhin J.P., Richardson J.D., Betts J.A. (2013). Exercise counteracts the effects of short-term overfeeding and reduced physical activity independent of energy imbalance in healthy young men. The Journal of Physiology.
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