4. Oktober 2025, 8:22 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In Deutschland gibt es Tausende Arten von Broten – und sie werden zu vielen Gelegenheiten und Mahlzeiten konsumiert. Doch welche Sorten sind besonders gesund? FITBOOK-Ernährungsexpertin Sophie Brünke erklärt, was eigentlich Vollkorn meint und wie Sie nicht auf vermeintlich gesunde Produkte hereinfallen.
Wie viele Brotsorten gibt es in Deutschland?
Rund 61 Kilogramm Brot pro Jahr lassen wir uns schmecken.1 Laut dem Deutschen Brotinstitut gibt es über 300 Sorten. Am liebsten essen die Deutschen mit 32,8 Prozent Mischbrote, welche auf Basis einer Mischung aus Weizen- und Roggenmehlen gebacken werden. Platz zwei belegt mit 20,3 Prozent belegt Toast, gefolgt von Broten mit Körnern und Saaten (15,2 Prozent). Vollkornbrote machen lediglich 10,5 Prozent aus, reine Weizen- sowie Roggenbrote machen jeweils 5,2 Prozent am Brotmarkt aus.2
Weißbrot, Roggen, Mehrkorn, Mischbrot? Wer behält da den Überblick?
Das ist tatsächlich etwas kompliziert. Weißbrot ist in der Regel ein Weizenbrot, das mindestens zu 90 Prozent aus Weizenmehl hergestellt wird. In einem Weizenmischbrot muss mehr als die Hälfte Weizenmehl sein. Diese Mengenanforderungen gelten entsprechend für Roggenmehl in Roggenbroten oder Roggenmischbroten.3 Im Gegensatz zu Weißbrot ist die Bezeichnung Schwarzbrot nicht so eindeutig. Manche verstehen darunter Brote aus Roggenmehl, andere Vollkornbrote. Oder auch Mehrkornbrote, in denen mindestens drei Getreidearten verbacken sind.
Auch interessant: So ungesund ist Toastbrot wirklich
Weizenbrot versus Roggenbrot – was drinsteckt und welches gesünder ist
Das sind die gesündesten Brote
Was bedeutet eigentlich Vollkorn?
Die Bezeichnung hat nichts mit dem Getreide zu tun. Vollkornbrote werden aus Weizen, Roggen, Dinkel oder anderen Arten hergestellt. Sie können sogar Mischbrote sein. Vielmehr kommt es darauf an, dass mindestens 90 Prozent Vollkornmehl verwendet wird. Darin nämlich die vollen Körner – Keim, Mehlkörper und Schale – enthalten. Dadurch erscheinen die Brote auch dunkler.
Was macht Vollkorn so gesund?
Für normales Mehl wird in der Regel nur der Mehlkörper verwendet, der die für die menschliche Ernährung notwendige Stärke enthält. Doch sind im Keim wichtige Fette und in der Randschicht wertvolle Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor und Eisen enthalten – sowie unverdauliche Ballaststoffe, die für eine reibungslose Verdauung und gesunde Darmflora sorgen. Vollkornbrot enthält etwa die dreifache Menge an Mineralstoffen und doppelt so viele Vitamine und Ballaststoffe wie Weißbrot.
Beim Kauf nicht auf die Farbe des Brotes vertrauen!
„Es stimmt, dass Vollkornbote dunkel erscheinen. Doch nicht allein das volle Korn mag diesen Effekt erzielen. Hersteller tricksen gezielt an der Zutatenliste, um die Farbe möglichst an die eines Vollkornbrotes anzupassen. Ein Blick auf die Verpackung verrät jedoch: Malzextrakt, Zuckerkulör oder Rübensirup sorgen für das augenscheinlich gesunde Erscheinungsbild – obwohl eigentlich vorwiegend Weißmehl drinsteckt. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen. Und: Wenn Vollkorn im Produktnamen steht, muss auch Vollkorn drin sein.“