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So viel Gewicht schaffen fitte Männer und Frauen bei Kniebeugen

Mit wie viel Gewicht man Kniebeugen trainieren sollte
Wie viel Gewicht sollte man sich bei Kniebeugen auf die Schultern laden? Ein Personal Trainer hat FITBOOK Richtwerte verraten. Foto: Getty Images / Vasyl Dolmatov
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Tony Poland
Freier Autor

21. April 2026, 4:36 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Die Kniebeuge gehört zu den effektivsten Grundübungen im Krafttraining und beansprucht mehrere Muskelgruppen gleichzeitig. Zudem gelten Squats als zentraler Maßstab für die Unterkörperkraft. Wer fit ist, führt die Übung mit Gewicht aus. Viele Trainierende fragen sich jedoch, wie viel Gewicht sie bewegen sollten. Tatsächlich gibt es Richtwerte. Diese müssen jedoch immer im Kontext individueller Voraussetzungen betrachtet werden. Welche Zahlen können also als Orientierung dienen? FITBOOK-Autor Tony Poland hat bei Personal Trainer Markus Bremen nachgefragt.

Fitnesscoach Markus Bremen
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Vorab sei erwähnt, dass sich die Frage, wie viel Gewicht Männer und Frauen bei der Kniebeuge schaffen sollten, nicht pauschal beantworten lässt. Ein wichtiger Richtwert ist beispielsweise das eigene Körpergewicht, das als relativer Maßstab einen sinnvollen Anhaltspunkt bietet. Als Maßstab für den eigenen Selbstwert sollte es jedoch nicht dienen – vielmehr als eine Art „Landkarte“, anhand derer sich die eigene Leistung einordnen lässt. Zusätzlich spielen Faktoren wie Trainingserfahrung und Technik eine entscheidende Rolle.

Back Squats für eine volle Range of Motion

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die klassische Back Squat (Kniebeuge mit der Langhantel), bei der die Hüfte in der tiefsten Position unter das Knieniveau sinkt. Andere Varianten wie Quarter Squats oder halbtiefe Kniebeugen erlauben zwar meist höhere Gewichte, sind jedoch weniger aussagekräftig für die tatsächliche Kniebeugenleistung.

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Anatomische und biologische Einflussfaktoren

Wie viel Gewicht eine Person bei der Kniebeuge bewegen kann, hängt von verschiedenen Parametern ab, insbesondere von der individuellen Anatomie. So führen etwa lange Oberschenkel dazu, dass der Oberkörper durch die Hebelverhältnisse stärker nach vorn geneigt werden muss. Dies hat zur Folge, dass die Hüftstrecker stärker belastet werden, was sich wiederum auf die Kniebeugenleistung auswirken kann.

„Außerdem ist die Morphologie der Hüfte entscheidend“, erklärt der Experte. „Vor allem die Stellung der Hüftpfanne und die Geometrie des Oberschenkelkopfes bestimmen, wie tief jemand überhaupt herunterkommt. Dabei handelt es sich nicht um eine Technikfrage, sondern um eine anatomische Voraussetzung.“ Diese sollte auch unbedingt berücksichtigt und akzeptiert werden. Ebenso ist eine gewisse Mobilität – speziell im Sprunggelenk – eine wichtige Voraussetzung, die eine saubere Bewegungsausführung und ausreichende Tiefe zu überhaupt erst ermöglicht.

Neben der Anatomie beeinflussen auch andere Faktoren die Leistung, etwa das Körpergewicht. Leichtere Menschen erreichen häufig höhere Leistungen im Verhältnis zu ihrem Gewicht. Auch Geschlecht und Alter sind relevant: Männer verfügen aufgrund eines höheren Testosteronspiegels in der Regel über mehr Muskelkraft als Frauen, wobei diese Kraft ab dem 40. Lebensjahr allmählich nachlässt. Ebenso haben Trainingsniveau und Technik einen wesentlichen Einfluss auf die Kraftentwicklung.

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Richtwerte für Männer und Frauen im Verhältnis zum Körpergewicht

Für die Kniebeuge existieren ungefähre Richtwerte, die auf einen soliden Fitnesszustand hindeuten. Ein sinnvoller Vergleich erfolgt über das Verhältnis zum eigenen Körpergewicht (One-Repetition-Maximum, 1RM). „Bei Männern liegt dieser Wert etwa beim 1,5-Fachen des Körpergewichts, bei Frauen beim 1- bis 1,25-Fachen“, erläutert Markus Bremen übereinstimmende Angaben aus verschiedenen Quellen. Diese Werte sind jedoch lediglich Durchschnittswerte und können je nach Trainingsstand variieren.

Ab wann gilt man als „fit“? Die Leistungsstufen

Je nach Trainingsniveau ergeben sich folgende grobe Angaben zur Orientierung. „Bei Männern gilt für Einsteiger das 0,75-Fache des Körpergewichts, für Fortgeschrittene das 1,5-Fache und für Erfahrene das 2- bis 2,25-Fache“, erklärt der Personal Trainer. Frauen liegen in der Regel meist unter diesen Werten. „Für Einsteigerinnen gilt das 0,5-Fache des Körpergewichts, für Fortgeschrittene das 1- bis 1,25-Fache und erfahrene Trainierende sollten das 1,5- bis 1,7-Fache schaffen.“

Die empfohlenen Trainingsbereiche

Je nach Leistungsstufe unterscheidet sich dann auch die Trainingsgestaltung in Bezug auf Sätze und Wiederholungen.

Für Männer gelten folgende Richtwerte: Anfänger trainieren am besten mit drei Sätzen Kniebeugen à acht bis zehn Wiederholungen bei einem Gewicht von 50 bis 60 Prozent ihres Körpergewichts. Fortgeschrittene steigern sich auf vier Sätze mit vier bis sechs Wiederholungen und 100 bis 130 Prozent ihres Gewichts. Profis absolvieren drei bis fünf Sätze mit ein bis drei Wiederholungen bei 150 bis 180 Prozent.

Frauen können ihr Training anhand folgender Vorgaben effektiv gestalten: Anfängerinnen orientieren sich an drei Sätzen mit acht bis zehn Wiederholungen bei 40 bis 50 Prozent ihres Körpergewichts. Fortgeschrittene trainieren mit vier Sätzen à vier bis sechs Wiederholungen und 70 bis 90 Prozent. Sehr fitte Frauen versuchen sich an drei bis fünf Sätzen mit ein bis drei Wiederholungen bei etwa 110 bis 140 Prozent ihres Gewichts.

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Bedeutung der Tiefe und Technik

Ein absolutes Qualitätsmerkmal der Kniebeuge ist die Tiefe der Bewegung. In der Regel gilt: Je tiefer die Ausführung, desto besser – vorausgesetzt, sie erfolgt kontrolliert und technisch sauber. „Das spricht für eine gute Mobilität bei gleichzeitig vorhandener Kraft“, so Markus Bremen. Daher sollte zunächst an der Beweglichkeit, insbesondere in Hüfte und Sprunggelenk, gearbeitet werden, bevor das Trainingsgewicht gesteigert wird.

„Kniebeugen sind ähnlich anspruchsvoll wie Kreuzheben – für manche sogar noch anspruchsvoller. Gerade für Einsteiger ist das Coaching daher unverzichtbar. Eine schlechte Technik belastet definitiv Knie, Lendenwirbelsäule und Hüfte“, warnt der Fachmann.

Um möglichst effektiv zu trainieren, sollte man das Trainingsvolumen zudem nicht übertreiben. „Mit den genannten Angaben sollte ein Volumen von etwa zwölf bis 20 Sätzen pro Woche nicht überschritten werden. Das entspricht maximal drei bis vier Einheiten, in denen man die Kniebeuge trainiert“, empfiehlt Markus Bremen abschließend.

Zusammenfassung

Richtwerte für Back Squats bieten eine hilfreiche Orientierung, sind jedoch stark individuell geprägt. Anatomie, Technik, Mobilität und Trainingserfahrung spielen eine ebenso große Rolle wie das Körpergewicht. Wer langfristig Fortschritte erzielen möchte, sollte daher nicht nur auf Zahlen achten, sondern vor allem auf eine saubere Ausführung und eine durchdachte Trainingsplanung.

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