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Lässt sich Fett in Muskeln verwandeln?

10 beliebte Fitness-Mythen im Experten-Check

Nachdem FITBOOK die größten Ernährungs- und Erkältungsmythen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft hat, nehmen wir uns jetzt verbreitete Trainingsmythen vor. Unser Experte dieses Mal: Diplom-Sportwissenschaftler Felix Klemme.

Im Fitnessstudio wimmelt es nur so von Fachmännern. Anders ließe sich nicht erklären, wie sich so viele selbsternannte „Weisheiten“ etablieren konnten. Oder haben Sie noch nie gehört, dass Salat den Bizeps schrumpfen lassen soll? Oder dass Sport unliebsame Orangenhaut, also Cellulite, glättet? Interessant: Wenn man dann mit einem echten Experten spricht, haben die meisten der Mythen keinen Bestand…

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Kann sich Fett in Muskeln verwandeln?

Das wäre zwar praktisch, die Antwort ist trotzdem nein. Fettzellen sind mit Fett gefüllt, welches unser Körper aus den Fettsäuren herstellt, die im Blut vorkommen. Dort findet zwar eine Transformation statt, allerdings nur von einer Art des Fetts zum anderen. Die Anzahl der Fettzellen im Körper ändert sich im Laufe des Lebens nicht nennenswert; ihre Größe hingegen schon. Genau das passiert, wenn wir im Kaloriendefizit essen. Wir können uns aber auspowern, soviel wir wollen: Fett bleibt Fett.

Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche, denn auch der Mythos, dass sich Muskeln bei zu langer Trainingspause in Fett verwandeln, ist nicht wahr. Muskelzellen und Fettzellen, die zum jeweiligen Gewebe gehören, sind unterschiedlich und können sich chemisch nicht in das jeweils andere transformieren. Man kann aber unter bestimmten Voraussetzungen gleichzeitig Fett abbauen und an Muskelmasse zulegen.

Lässt Salat wirklich den Bizeps schrumpfen?

Killt Sport Cellulite?

„Sport allein reicht meist nicht, um Cellulite loszuwerden“, sagt uns Klemme. Cellulite entsteht durch ein schwaches Bindegewebe. Deshalb erweisen sich etwa Wechselduschen als lindernde Maßnahme, da dadurch unter anderem die Gefäßmuskulatur trainiert wird. Zudem brauche es die richtigen Nährstoffe, um den Körper neu in Form zu bringen – also praktisch eine Hautkur von innen. Um die Collagen-Produktion anzuregen und somit das Bindegewebe zu verbessern, raten Ernährungsexperten zu einer Ernährung reich an Vitamin C und Antioxidantien.

Extra-Anti-Cellulite-Tipp

FITBOOK sprach auch mit Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller. Und er erklärt, dass auch zu wenig Feuchtigkeit/Wasser auf Kosten der Hautelastizität geht. Seine Empfehlung deshalb: viel Wasser trinken – wer mag, zweieinhalb Liter am Tag. Das mache sich spätestens nach 14 Tagen bemerkbar, mit deutlich strafferer Haut und verminderter Cellulite.

Je mehr Sport, desto besser

Auch dieser Mythos ist nicht richtig. Es kommt natürlich immer auf das individuelle Ziel an, aber Muskeln wachsen nicht während des Trainings, sondern während der Regenerationsphase. Ein effektives, forderndes Training ist gut und schön, wenn jedoch die Muskeln zwischen den Einheiten nicht genug Pause haben, nützt es leider nicht viel. Deswegen sollten die gleichen Muskelpartien nicht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen trainiert werden.

Der Experte hat noch mehr Mythen aufgeklärt

Können Frauen vom Joggen einen Hängebusen bekommen – und vom Schwimmen (zu) breite Schultern? Machen Schäferstündchen (wie im ersten Teil der „Rocky“-Filmreihe behauptet) wirklich die Beine schwach? Das alles und noch mehr haben wir den Fachmann gefragt. Die Antworten gibt es oben im Video! 

Hier finden Sie Ernährungsmythen im Experten-Check 

Felix Klemme
Fitnessexperte Felix Klemme Foto: dpa Picture Alliance

Felix Klemme ist Diplom-Sportwissenschaftler und Personal Coach. Seit über zehn Jahren arbeitet er mit Übergewichtigen zusammen, TV-Zuschauer kennen ihn vielleicht noch aus der Abnehmshow „Extrem schwer – Mein Weg in ein neues Leben“ (RTL 2). Klemme bietet in 19 deutschen Städten regelmäßige Funktions- und Definitionstrainings an – im sogenannten „Outdoor Gym“. Auch FITBOOK zieht ihn immer wieder als Experten zurate.