4. Dezember 2025, 16:14 Uhr | Lesezeit: 18 Minuten
Wie einfach – oder wie schwer – ist es, sich in Deutschlands Großstädten fit zu halten? Um diese Frage zu beantworten, haben wir die drei größten Städte aus den westdeutschen und drei aus den ostdeutschen Bundesländern miteinander verglichen. FITBOOK hat sich die Datenlage dazu angeschaut, um Deutschlands sportfreundlichste und die sportunfreundlichste Großstadt zu küren.
Um die Frage nach der sportfreundlichsten Großstadt Deutschlands zu beantworten, haben wir zunächst ein paar Schlüsselkriterien festgelegt. Ein großer Vorteil von Städten ist ihre dichte Infrastruktur mit einem im Vergleich zu ländlichen Regionen hohen Angebot an Sportmöglichkeiten sowie einer guten und schnellen Anbindung dorthin. So zumindest die Theorie. Doch wie sieht es in der Realität aus? Wie gut sind die Infrastruktur und das Sportangebot tatsächlich? Um das herauszufinden, haben wir entscheidende Kriterien wie Fahrradfreundlichkeit, die Anzahl öffentlich zugänglicher Sportstätten, Schwimmbäder, Sportvereine und Fitnessstudios recherchiert und miteinander verglichen. Mithilfe eines Bewertungssystems konnten wir schließlich die sportfreundlichste und die sportunfreundlichste Großstadt Deutschlands ermitteln.
Jetzt dem FITBOOK-Kanal bei Whatsapp folgen!
Übersicht
- Diese Großstädte und Kriterien haben wir miteinander verglichen
- Die sportfreundlichste Stadt Deutschlands ist …
- 1. Kriterium: Fahrradfreundlichkeit
- 2. Kriterium: Parkanlagen sowie frei zugängliche Sportstätten und Sportplätze
- 3. Kriterium: Sportvereine und Vereinsmitglieder
- 4. Kriterium: Öffentliche Schwimmbäder
- 5. Kriterium: Fitnessstudios
- Fazit: Das ist die sportfreundlichste Großstadt Deutschlands
- Quellen
Diese Großstädte und Kriterien haben wir miteinander verglichen
Bei unserer Recherche haben wir uns auf die drei bevölkerungsreichsten Städte aus den westdeutschen und drei aus ostdeutschen Bundesländern fokussiert. Das sind folgende1:
- Berlin: ca. 3,69 Mio. Einwohner
- Hamburg: ca. 1,86 Mio. Einwohner
- München: ca. 1,51 Mio. Einwohner
- Köln: ca. 1,02 Mio. Einwohner
- Leipzig: ca. 612.000 Einwohner
- Dresden: ca. 565.000 Einwohner
Wir haben fünf Schlüsselkriterien festgelegt, die jeweils zu 20 Prozent in die Bewertung einfließen. Allerdings werten wir die Fahrradfreundlichkeit sowie die frei zugänglichen Sportplätze und Parkanlagen in der finalen Abrechnung doppelt. Einerseits, weil es sich hierbei um ein kostenloses Angebot für alle Bewohner handelt, andererseits, weil dies viel über die Qualität der Infrastruktur und Umwelt einer Stadt aussagt. Alle anderen Bewertungskriterien sind mit zusätzlichen Kosten verbunden, was die Hemmschwelle zum Sporttreiben erhöht.
- Fahrradfreundlichkeit
- Öffentliche, frei zugängliche Parkanlagen, Sportstätten und Sportplätze
- Sportvereine
- Öffentliche Schwimmbäder
- Fitnessstudios
Bei diesem Bewertungssystem haben wir uns an den Schulnoten orientiert. Die beste Stadt erhält in dem jeweiligen Kriterium die Note 1, während die übrigen Städte in absteigender Reihenfolge bis hin zur Note 6 bewertet werden. Anschließend fließen die Noten mit der oben genannten Gewichtung in das Gesamtergebnis ein. Die Stadt mit der niedrigsten Schulnote ist die sportfreundlichste, die mit der höchsten Note die sportunfreundlichste.
Die sportfreundlichste Stadt Deutschlands ist …
Leipzig! Die Bewohner dieser Stadt können sich über viele sportliche Annehmlichkeiten freuen. Ob Entfernung, Zugänglichkeit oder Preise – den Leipzigern wird es im Vergleich zu den vier anderen von FITBOOK bewerteten Großstädten leicht gemacht, sich sportlich zu betätigen. Erfahren Sie im Folgenden Details über unser Bewertungsverfahren und wo im Ranking sich Dresden, Berlin, München, Hamburg und Köln wiederfinden.
1. Kriterium: Fahrradfreundlichkeit
Fahrradfahren in der Stadt ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit. Es ist eine der besten Möglichkeiten, um sich im Alltag regelmäßig zu bewegen. Egal, ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder um Freunde zu treffen: Jede Radtour bringt unseren Herz-Kreislauf-Apparat in Schwung, trainiert die Beine, fördert den Stoffwechsel, verbrennt zusätzliche Kalorien und kann sogar die Stimmung heben. Fahrradfahren ist also nicht nur ein günstiges Fortbewegungsmittel, sondern auch eine vergleichsweise günstige Möglichkeit, um sportlich aktiv zu sein.
Doch damit wir diese Vorteile nutzen können, muss eine entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. In den vergangenen Jahren investierten immer mehr Städte in sichere und breite Fahrradwege, um das Fahrrad als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel attraktiver zu machen. Dennoch muss man sich oft den Platz auf der Straße mit Autos und anderen Verkehrsteilnehmern teilen. Je größer und chaotischer das Verkehrsaufkommen in einer Stadt ist, desto unsicherer und unwohler fühlen sich die Menschen.
Deswegen führt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums alle zwei Jahre den sogenannten ADFC-Fahrradklima-Test durch.2 Laut dem Verein ist dies weltweit eine der größten Umfragen zur Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Radverkehr. Im Jahr 2024 wurden dazu 213.000 Menschen in 1.047 deutschen Orten befragt. Dies entspricht 65 Prozent der Bevölkerung. Dabei wurden folgende Bewertungskategorien abgefragt:
- Sicherheit und Komfort beim Radfahren
- Infrastruktur
- Förderung des Radverkehrs
- Verkehrsklima und subjektive Zufriedenheit beim Radfahren
Laut dem Verein umfasst der Test 27 Fragen mit gegensätzlichen Aussagen, die auf einer sechsstufigen Skala bewertet werden. Auch hier gilt: Die Eins steht für „sehr gut“ und die Sechs für „ungenügend“. Um faire Vergleiche zu ermöglichen, sind die Städte in sechs Größenklassen eingeteilt. Obwohl die Ergebnisse statistisch nicht repräsentativ sind, haben sie aufgrund der breiten Bürgerbeteiligung eine hohe Aussagekraft über die Qualität der Fahrradweg-Infrastruktur.
Das Teilergebnis im Überblick
Aus dem ADFC-Fahrradklima-Test 2024 ergibt sich das folgende Ranking der fahrradfreundlichsten Städte in unserem Vergleich:
- Leipzig: Testnote 3,7
- München: Testnote 3,9
- Dresden: Testnote 3,93
- Hamburg: Testnote 3,96
- Köln: Testnote 4,19
- Berlin: Testnote 4,28
Am besten unter den deutschen Großstädten haben übrigens Frankfurt am Main (3,49) gefolgt von Hannover (3,52) und Bremen (3,54) abgeschnitten. Leipzig landete auf Platz vier in dem ADFC-Fahrradklima-Test 2024 und somit auf dem ersten Platz in unserem Städtevergleich. Dahinter ordnen sich München, Dresden und Hamburg mit vergleichbar starken Ergebnissen ein. Abgeschlagen auf den hinteren Plätzen sind Köln und Berlin.
2. Kriterium: Parkanlagen sowie frei zugängliche Sportstätten und Sportplätze
Um sportlich aktiv zu sein, muss man oft einige Hürden überwinden. Dazu gehört nicht nur, den eigenen „Schweinehund“ zu überwinden, sondern auch, einen passenden Ort zu finden. Wer joggen möchte, sollte idealerweise einen großen Park oder einen Sportplatz in der Nähe haben. Wer kein Geld für ein Fitnessstudio ausgeben möchte, kann in einem Calisthenics-Park mit dem eigenen Körpergewicht trainieren (Stichwort: Bodyweight-Training). Für Kinder ist ein Bolz- oder Basketballplatz an der nächsten Ecke ideal, um mit Freunden Fußball oder Basketball zu spielen. Kostenlose Sportmöglichkeiten sind für alle Stadtbewohner zugänglich und somit eine ideale Anregung. Auch Kindern sollte es möglich sein, sich kostenlos beim Fußball- oder Basketballspielen auszutoben.
Wir haben die Daten der einzelnen Städte gesammelt, um herauszufinden, welche Stadt die meisten kostenlosen und frei zugänglichen Sportstätten pro Einwohner hat. Wichtig dabei ist: Nicht alle Daten sind auf dem aktuellsten Stand und auch nicht immer zwischen den Städten exakt vergleichbar. Es handelt sich hierbei um ungefähre Werte, die ein allgemeines Stadtbild vermitteln und somit dennoch aussagekräftig sind.
Folgende haben wir bewertet:
- Anzahl großer Parkanlagen zum Laufen für andere Outdoor-Aktivitäten
- Möglichkeiten für Calisthenics und Outdoor-Fitness mit einfachen Geräten zum Trainieren mit dem eigenen Körpergewicht
- Bolz- und Ballspielplätze zum Fußballspielen (teilweise auch für Basketball geeignet)
- Öffentlich zugängliche Sportanlagen für Fußball, Leichtathletik- und Lauftraining
So sehen die Daten im Einzelnen aus
Berlins Angebot für 3.685.265 Einwohner
- Den Einwohnern stehen 23 Parks mit mehr als 50 Hektar und 80 Parks zwischen 10 und 50 Hektar Größe jederzeit zur Verfügung – sowie unzählige kleinere Parkanlagen.3 Somit sind 103 Parks größer als 10 Hektar. Zum Vergleich: Ein Standard-Fußballplatz ist rund 0,7 Hektar groß.
- Berlin bietet 120 Calisthenics-Parks und Outdoor-Fitness-Möglichkeiten / 30.710 Einwohner pro Park.4
- Über 500 Bolzplätze (teilweise auch für Basketball geeignet) – ein Bolzplatz pro 7370,53 Einwohner.5
- Die Hauptstadt hat ca. 50 Skateranlagen.
- Berlin stellt insgesamt rund 4450 öffentliche Sportanlagen zur Nutzung bereit (nicht alle davon sind kostenlos und frei zugänglich).6
Hamburgs Angebot für 1.862.565 Einwohner
- Den Hamburgern stehen allein im Stadtkern 209 Parkanlagen zum Entspannen und Sporttreiben zur Verfügung.7
- Hamburg gilt als die grünste Großstadt Deutschlands mit 14 Prozent Grün- und Erholungsflächen im Stadtgebiet.8
- Die Stadt bietet ca. 59 Calisthenics-Parks und Outdoor-Fitness-Möglichkeiten / 31.569 Einwohner pro Park
- Über 130 offizielle Ball- und Bolzplätze stehen insbesondere Kindern und Jugendlichen in Hamburg zur Verfügung.9
- Es gibt ca. 150 öffentliche Sportplatzanlagen.10
- In Hamburg stehen insgesamt über 1600 verschiedene Sportstätten zur Verfügung, darunter 221 Sportplätze.11
Münchens Angebot für 1.505.005 Einwohner
- Die Stadt hat ca. 1225 kleine und große Parkanlagen, davon sind rund 336 größer als 1 Hektar und 32 größer als 10 Hektar.12
- München bietet ca. 50 Calisthenics-Parks und Outdoor-Fitness-Möglichkeiten / 30.100 Einwohner pro Park.13
- Es gibt 24 Bezirkssportanlagen.14
- München hat 13 städtische Freisportanlagen.
Kölns Angebot für 1.024.621 Einwohner
- Die Stadt bietet mindestens 40 sporttaugliche Parkanlagen1516.
- In Köln gibt es ca. 34 Calisthenics-Parks und Outdoor-Fitness-Möglichkeiten / 30.136 pro Park.17
- 108 Sportfreianlagen für private Nutzung und für Vereine18
- Die Sportanlagen verfügen über 43 Rasengroßspielfelder und 43 Laufbahnen
- Köln bietet vor allem Kindern und Jugendlichen rund 109 Bolzplätze / etwa einen Bolzplatz pro 9.400 Einwohner1920
Leipzigs Sportangebot für 611.850 Einwohner
- Rund 26 sporttaugliche Park- und Grünanlagen stehen den Bewohnern zur Verfügung.21
- Leipzig bietet ca. 15 Calisthenics-Parks und Outdoor-Fitness-Möglichkeiten / 40.790 Einwohner pro Park.22
- Es gibt 60 Sportplatzanlagen für Leichtathletik, Fußball, Laufen etc. / 10.197 pro Anlage.23
- Ca. 49 Bolz- und Ballspielplätze stehen den Leipzigern jederzeit zur Verfügung / etwa ein Bolzplatz pro 12.487 Einwohner.24
Dresdens Sportangebot für 564.904 Einwohner
- Dresden gehört mit rund 62 Prozent Wald- und Grünfläche zu den grünsten Städten Europas.25 Allerdings befindet sich der Großteil außerhalb des Stadtkerns.
- 662 Park- und Grünanlagen mit einer Fläche von insgesamt 332 Hektar, davon sind 26 besonders gut geeignet für sportliche Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren.26
- In Dresden gibt es ca. 15 Calisthenics-Parks und Outdoor-Fitness-Möglichkeiten / 37.660 Einwohner pro Park.27
- Anwohner können aus 100 kommunalen Sportanlagen wählen.28
- Ca. 19 Bolz- und Ballspielplätze stehen den Kindern zur Verfügung / etwa ein Bolzplatz pro 29.732 Einwohner.29
Das Teilergebnis im Überblick
Berlin hat trotz seiner vielen Einwohner das größte und vielfältigste kostenfrei zugängliche Angebot an Sportanlagen, Calisthenics-Parks, Bolzplätzen, Skateranlagen und anderen sporttauglichen Orten. Insgesamt gibt es in Berlin 4450 öffentliche Sportanlagen. Das ist etwa dreimal so viel wie in Hamburg, obwohl die zweitgrößte Stadt Deutschlands nur halb so viele Einwohner hat. In Berlin steht etwa ein Bolzplatz pro 7370 Einwohnern zur Verfügung, in Hamburg müssen sich rund 14.327 Menschen einen teilen. Leider haben wir keine Vergleichszahlen für München, aber in Köln müssen sich rund 9.400 Einwohner einen Bolzplatz teilen, in Leipzig sind es 12.487 und in Dresden etwa 29.732.
Dafür kann Hamburg allein im Stadtkern mit 209 Parkanlagen aufwarten, die zum Joggen und zu anderen sportlichen Aktivitäten einladen. Die etwa 150 öffentlichen Sportplatzanlagen laden zum Fußballspielen, zur Ausübung von Leichtathletik sowie zum Laufen ein. München und Köln liegen hingegen vorn, wenn es um Calisthenics-Parks und Outdoor-Fitness-Möglichkeiten geht. In den beiden Städten müssen sich rund 30.100 Menschen eine dieser Möglichkeiten teilen, in Berlin sind es 30.700, in Hamburg 31.569, in Dresden 37.660 und in Leipzig schließlich 40.790 Menschen.
Wie Hamburg ist auch München ideal für Outdoor-Aktivitäten, denn es gibt dort 336 Parks, die größer als 1 Hektar sind, und 32, die größer als 10 Hektar sind. Zum Vergleich: Ein großes Fußballfeld ist etwa 0,7 Hektar groß. Köln und Leipzig bieten hingegen im Verhältnis zur Einwohnerzahl besonders viele Sportfreianlagen für private Nutzung und für Vereine. Dresden wiederum bietet seinen Bewohnern 662 Park- und Grünanlagen mit einer Gesamtfläche von 332 Hektar. Davon sind 26 besonders gut für sportliche Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren geeignet.
Laut unseren Daten sieht das Ranking für die beste kostenfreie Sportinfrastruktur wie folgt aus:
- Berlin
- Hamburg
- Köln und München
- Leipzig und Dresden
Auch interessant: Eindeutiges Umfrage-Ergebnis! Das nervt im Fitnessstudio am meisten
3. Kriterium: Sportvereine und Vereinsmitglieder
Individualsport ist nicht jedermanns Sache. Sportvereine sind daher ideal, um mit Gleichgesinnten Sport zu treiben – egal, ob Gruppensport wie Volleyball und Fußball oder Einzelsportarten wie Radfahren, Laufen, Tischtennis oder Federball. Neben dem sozialen Aspekt spielt bei Vereinen auch der finanzielle eine große Rolle. Gegen einen relativ geringen Jahres- oder Monatsbeitrag erhält man Zugang zu Sporteinrichtungen wie Hallen, Sportplätzen und Schwimmbädern. Dank eines Trainers kann man sich stetig verbessern und an der eigenen Technik feilen. Wettkämpfe bieten zudem die Möglichkeit, sich selbst zu beweisen und sich konkrete Trainingsziele zu setzen. Deshalb sind Sportvereine einer der Grundpfeiler bei der Bewertung von Sportfreundlichkeit. Laut unseren Daten sehen das Angebot und die Mitgliederzahlen in den Städten wie folgt aus:
Berlin (3.685.265 Einwohner): rund 2300 Vereine mit ca. 809.436 Mitgliedern30
- 1602 Einwohner pro Verein (4. Platz) / rund 22 Prozent der Bevölkerung sind Vereinsmitglieder
Hamburg (1.862.565 Einwohner): rund 855 Vereine mit ca. 583.000 Mitgliedern31
- 2178 Einwohner pro Verein (6. Platz) / rund 31 Prozent der Bevölkerung sind Vereinsmitglieder
München (1.505.005 Einwohner): rund 694 Vereine mit ca. 390.968 Mitgliedern32
- 2169 Einwohner pro Verein (5. Platz) / rund 26 Prozent der Bevölkerung sind Vereinsmitglieder
Köln (1.024.621 Einwohner): rund 660 Sportvereine mit ca. 347.000 Mitgliedern33
- 1552 Einwohner pro Verein (3. Platz) / rund 34 Prozent der Bevölkerung sind Vereinsmitglieder
Leipzig (611.850 Einwohner): rund 400 Sportvereine mit ca. 96.000 Mitgliedern34
- 1530 Einwohner pro Verein (2. Platz) / rund 16 Prozent der Bevölkerung sind Vereinsmitglieder
Dresden (564.904 Einwohner): rund 398 Sportvereine mit ca. 127.221 Mitgliedern35
- 1419 Einwohner pro Verein (1. Platz) / rund 23 Prozent der Bevölkerung sind Vereinsmitglieder
Das Teilergebnis im Überblick
Dresden hat die meisten Sportvereine pro Einwohner. Deren Mitglieder machen rund 23 Prozent der Stadtbevölkerung aus. Allerdings lässt sich daraus nicht ablesen, wie viele davon tatsächlich aktiv sind. Deshalb wird diese Prozentzahl bei keiner der Städte in die Bewertung einbezogen. Auf Platz zwei landen Leipzig und Köln, da sie beim Verhältnis der Einwohner pro Verein nahezu gleichauf liegen. Berlin landet auf Platz drei, hat jedoch ein riesiges Angebot an Sportvereinen, das im Verhältnis zur Bevölkerung hinter dem von Dresden, Leipzig und Köln zurücksteht. Den vierten Platz teilen sich München und Hamburg, da sie ihren Einwohnern ein sehr vergleichbares Angebot bieten.
- Dresden
- Leipzig und Köln
- Berlin
- München und Hamburg
4. Kriterium: Öffentliche Schwimmbäder
Schwimmen ist eine der gesündesten Sportarten. Dabei werden nahezu alle Muskelpartien trainiert, die Gelenke geschont und das Herz-Kreislaufsystem gestärkt. Deshalb eignet sich Schwimmen für Menschen aller Alters- und Gewichtsklassen. Öffentliche Schwimmbäder spielen hierbei eine zentrale Rolle in urbanen Räumen. In den meisten Städten bekommt man eine Eintrittskarte für drei bis sechs Euro. Wer Geld sparen möchte, kann sich auch in einem Schwimmverein anmelden und für wenige Euro im Monat regelmäßig trainieren oder eine Jahreskarte für das Schwimmbad erwerben. Zudem können Hallenbäder das ganze Jahr über genutzt werden. Da das Schwimmen zu den gesündesten und günstigsten Sportarten zählt, ist es unser viertwichtigstes Kriterium bei der Bewertung der Sportfreundlichkeit von Städten. Und so sieht unser Ranking aus:
Berlins Angebot für 3.685.265 Einwohner36
- 28 Hallenbäder (davon werden derzeit 6 saniert) – 131.617 Einwohner pro Hallenbad (5. Platz)
- 7 Schul- und Vereinsbäder
- 14 Sommerbäder – 263.233 Einwohner pro Sommerbad (6. Platz)
- 11 Strandbäder
Hamburgs Angebot für 1.862.565 Einwohner37
- 18 Hallenbäder / 103.475 Einwohner pro Hallenbad (4. Platz)
- 3 Thermen
- 10 Sommerbäder – 186.256 Einwohner pro Sommerbad (3. Platz)
- 7 Ganzjahresfreibäder
Münchens Angebot für 1.505.005 Einwohner38
- Hallenbäder / 188.126 Einwohner pro Hallenbad (6. Platz)
- 8 Sommerbäder / 188.126 Einwohner pro Sommerbad (4. Platz)
- Winter-Warmfreibad
Kölns Angebot für 1.024.621 Einwohner39
- 11 Hallenbäder / 93.147 Einwohner pro Hallenbad (2. Platz)
- 1 Kinderbad
- 5 Sommerbad / 204.924 Einwohner pro Sommerbad (5. Platz)
- 1 Naturfreibad
Leipzigs Angebot für 611.850 Einwohner40
- 8 Hallenbäder / 76.481 Einwohner pro Hallenbad (1. Platz)
- 4 Sommerbäder / 152.963 Einwohner pro Sommerbad (2. Platz)
- 1 Naturfreibad
Dresdens Angebot für 564.904 Einwohner41
- 6 Hallenbäder / 94.151 Einwohner pro Hallenbad (3. Platz)
- 6 Sommerbäder / 94.151 Einwohner pro Sommerbad (1. Platz)
- 5 Naturfreibäder
Das Teilergebnis im Überblick
In dieser Kategorie schneidet Leipzig am besten ab, denn die Stadt bietet die meisten Hallenbäder pro Einwohner. Auch bei den Sommerbädern landet Leipzig auf Platz 2, dicht gefolgt von Dresden. Letztere bietet zwar etwas weniger Hallenbäder pro Einwohner, dafür aber mehr Sommer- und Naturfreibäder. Köln schneidet ebenfalls gut bei den Hallenbädern ab, landet aber an vorletzter Stelle bei den Sommerbädern. Hamburg erreicht den gleichen Platz wie Köln, da die Stadt zwar etwas weniger Hallenbäder pro Einwohner bietet, dafür aber deutlich mehr Sommer- und Naturbäder. Den letzten Platz teilen sich München und Berlin. Die Hauptstadt bietet deutlich mehr Hallenbäder als München, allerdings werden derzeit sechs saniert. München hat zwar mehr Sommerschwimmbäder pro Einwohner als Berlin, dafür bietet Berlin gleich elf Strandbäder. Und so sieht die finale Reihenfolge aus:
- Leipzig
- Dresden
- Köln und Hamburg
- München und Berlin
Sport während Corona-Lockdown – was ist jetzt wo noch erlaubt?
Die besten Städte für Läufer in Deutschland
5. Kriterium: Fitnessstudios
Was früher als „Mucki-Bude” für Bodybuilder galt, ist heute ein etablierter Ort, um sich fit zu halten: das Fitnessstudio. Dort kann man nicht nur Gewichte stemmen, sondern auch Cardiotraining absolvieren und oftmals an diversen Kursen teilnehmen. Das Angebot reicht von sehr günstigen Studios mit Beiträgen ab rund 20 Euro pro Monat bis hin zu luxuriös ausgestatteten Wohlfühloasen mit Sauna und Swimmingpool, deren Beiträge jenseits der 100 Euro monatlich liegen. In deutschen Großstädten lässt sich somit für jedes Budget und jede Präferenz das richtige Fitnessstudio finden. Vor allem Menschen, die wenig Zeit haben und wetterunabhängig trainieren möchten, sind mit dem Fitnessstudio bestens bedient. Deshalb spielt die Anzahl der Fitnessstudios in unseren Vergleichsstädten ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Sportfreundlichkeit. Und das sagen die Zahlen42:
- Berlin: ca. 500 insgesamt / 7371 Einwohner pro Fitnessstudio (5. Platz)
- Hamburg: ca. 293 insgesamt / 6357 Einwohner pro Fitnessstudio (3. Platz)
- München: ca. 255 insgesamt / 5902 Einwohner pro Fitnessstudio (2. Platz)
- Köln: ca. 186 insgesamt / 5509 Einwohner pro Fitnessstudio (1. Platz)
- Leipzig: ca. 79 insgesamt / 7745 Einwohner pro Fitnessstudio (6. Platz)
- Dresden: ca. 85 insgesamt / 6646 Einwohner pro Fitnessstudio (4. Platz)
Das Teilergebnis im Überblick
Laut den Daten der Branchenliste Listfix hat Köln die höchste Dichte an Fitnessstudios pro Einwohner, gefolgt von München und Hamburg. Dresden landet im Mittelfeld, Berlin liegt knapp dahinter und Leipzig bildet das Schlusslicht.
- Köln
- München
- Hamburg
- Dresden
- Berlin
- Leipzig
Fazit: Das ist die sportfreundlichste Großstadt Deutschlands
Bei der Auswertung haben wir die Fahrradfreundlichkeit sowie frei zugängliche Sportplätze und Parkanlagen doppelt gewertet. Einerseits, weil es sich hierbei um ein kostenloses Angebot für alle Bewohner handelt, andererseits, weil dies viel über die Qualität der Infrastruktur und Umwelt einer Stadt aussagt. Alle anderen Bewertungskriterien sind mit zusätzlichen Kosten verbunden, was die Hemmschwelle zum Sporttreiben erhöht. So ergeben sich aus den fünf Bewertungskriterien folgende Ergebnisse:
Platz 1: Leipzig
- Fahrradfreundlichkeit: Note 1 x 2
- Öffentliche, frei zugängliche Parks, Sportstätten und Sportplätze: Note 4 x 2
- Sportvereine: Note 2
- Öffentliche Schwimmbäder: Note 1
- Anzahl der Fitnessstudios: Note 6
- Gesamtnote: 2,7
Dank eines guten Mixes aus Fahrradfreundlichkeit, zahlreichen Sportvereinen, Schwimmbädern und anderen Sportstätten wird Leipzig in unserem Ranking zur sportfreundlichsten Großstadt Deutschlands. Lediglich bei der Anzahl der Fitnessstudios pro Einwohner fällt die Stadt aus dem sonst guten Rahmen.
Platz 2: München
- Fahrradfreundlichkeit: Note 2 x 2
- Öffentliche, frei zugängliche Parks, Sportstätten und Sportplätze: Note 3 x 2
- Sportvereine: Note 4
- Öffentliche Schwimmbäder: Note 4
- Anzahl der Fitnessstudios: Note 2
- Gesamtnote: 2,86
Auch München ist für eine Großstadt besonders sportfreundlich. Einerseits liegt das an der guten Fahrradinfrastruktur, andererseits an dem guten Mix aus Sportstätten und Fitnessstudios. Bei der Anzahl der Sportvereine und Schwimmbäder gehört die Stadt jedoch nicht zu den besten.
Platz 3: Dresden
- Fahrradfreundlichkeit: Note 3 x 2
- Öffentliche, frei zugängliche Parks, Sportstätten und Sportplätze: Note 4 x 2
- Sportvereine: Note 1
- Öffentliche Schwimmbäder: Note 2
- Anzahl der Fitnessstudios: Note 4
- Gesamtnote: 3,0
Dresden landet auf einem guten dritten Platz. Herausragend sind die hohe Anzahl an Sportvereinen sowie die Fahrradfreundlichkeit und die Anzahl der Schwimmbäder. Bei den Fitnessstudios und der Anzahl der frei zugänglichen Sportanlagen liegt Dresden hingegen im hinteren Bereich.
Platz 4: Hamburg
- Fahrradfreundlichkeit: Note 4 x 2
- Öffentliche, frei zugängliche Parks, Sportstätten und Sportplätze: Note 2 x 2
- Sportvereine: Note 4
- Öffentliche Schwimmbäder: Note 3
- Anzahl der Fitnessstudios: Note 3
- Gesamtnote: 3,1
Knapp hinter Dresden teilen sich Hamburg und Köln den vierten Platz. Hamburg überzeugt mit vielen frei zugänglichen Parks und Sportstätten. In puncto Fahrradfreundlichkeit landet die Hansestadt jedoch auf einem der hinteren Ränge, was ein besseres Abschneiden in der Gesamtwertung verhindert.
Platz 4: Köln
- Fahrradfreundlichkeit: Note 5 x 2
- Öffentliche, frei zugängliche Parks, Sportstätten und Sportplätze: Note 3 x 2
- Sportvereine: Note 2
- Öffentliche Schwimmbäder: Note 3
- Anzahl der Fitnessstudios: Note 1
- Gesamtnote: 3,1
Bei der Notenauswertung belegt Köln neben Hamburg den vierten Platz. Insbesondere bei der Anzahl der Sportvereine und Fitnessstudios pro Einwohner glänzt die Stadt am Rhein. Nur beim Thema Fahrradfreundlichkeit kann Köln nicht überzeugen. Das verhindert, ebenso wie bei Hamburg, ein besseres Abschneiden in der Gesamtwertung.
Platz 5: Berlin
- Fahrradfreundlichkeit: Note 6 x 2
- Öffentliche, frei zugängliche Parks, Sportstätten und Sportplätze: Note 1 x 2
- Sportvereine: Note 3
- Öffentliche Schwimmbäder: Note 4
- Anzahl der Fitnessstudios: Note 5
- Gesamtnote: 3,7
Insgesamt landet Berlin auf dem letzten Platz, hauptsächlich wegen des schlechtesten Abschneidens bei der Fahrradfreundlichkeit. Dafür bietet die größte Stadt Deutschlands das größte Angebot an Parkanlagen, Sportstätten und Bolzplätzen. Auch die Anzahl und Vielfalt der Sportvereine kann überzeugen. In Relation zur hohen Einwohnerzahl ist das Angebot an Fitnessstudios und Schwimmbädern jedoch nicht besonders gut.