26. April 2026, 18:18 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer sagt, dass Supplements immer aus der Dose kommen müssen? Einige Basics lassen sich mit wenigen Zutaten auch ganz easy zu Hause selbst machen – günstig und mit dem guten Gefühl, genau zu wissen, was drinsteckt. FITBOOK-Ernährungsexpertin Sophie Brünke stellt drei einfache Rezepte vor.
Von keinem Mineralstoff braucht der Mensch mehr: Calcium
Calcium ist für den Körper essenziell: Der Mineralstoff trägt nicht nur zur Stabilität von Knochen und Zähnen bei, sondern wird auch für die Blutgerinnung, die Weiterleitung von Nervensignalen und eine normale Muskelfunktion benötigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 1.000 Milligramm – so viel wie für keinen anderen Mineralstoff.1 Um das tägliche Soll zu erreichen, können Eierschalen helfen. Denn dieser eigentliche Küchenabfall ist eine erstaunlich ergiebige Quelle. Die Schalen bestehen zu etwa 95 Prozent aus Calcium, das überwiegend in Form von Calciumcarbonat vorliegt.
Eierschalen richtig verarbeiten
- Schalen gründlich abspülen, um Rückstände und Schmutz zu entfernen.
- Auskochen: Die Schalen in kochendes Wasser geben und zehn bis 15 Minuten kochen. So lässt sich die Keimbelastung reduzieren.
- Eierschalen aus dem Wasser nehmen und vollständig trocknen lassen.
- Anschließend die Eierschalen für etwa 15 Minuten bei 100 Grad Umluft im Ofen erhitzen. Das sorgt für zusätzliche Hygiene und macht die Schalen trockener für das Mahlen.
- Die Schalen auskühlen lassen.
- Schalen in einen Mixer oder Gewürzmühle geben und zu einem möglichst feinen Pulver mahlen. Alternativ mit einem Mörser bearbeiten.
- Pulver in eine luftdichte Dose füllen.
Je feiner das Pulver, desto angenehmer lässt es sich später verwenden. Anschließend können Sie – wann immer Sie Calcium supplementieren möchten – das Pulver in kleinen Mengen unter Speisen oder Getränken mischen. Das Pulver einer halben Schale deckt bereits den Tagesbedarf von Calcium, das entspricht etwa zwei Gramm.
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Kein Elektrolytdrink zur Hand? Kein Problem!
Ob beim Sport, an heißen Tagen oder nach starkem Schwitzen: Der Körper verliert nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Elektrolyte. Pro Liter Schweiß sind das etwa 40 Milligramm Calcium, 20 Milligramm Magnesium, zehn bis 30 Mikrogramm Jod und eine Menge Natrium, wie Ökotrophologe Günter Wagner in einem früheren FITBOOK-Artikel verriet. Diese Mineralstoffe sind unter anderem für den Flüssigkeitshaushalt sowie die Muskel- und Nervenfunktion wichtig. Bei leichten Verlusten kann ein selbst gemixter Elektrolytdrink eine einfache Möglichkeit sein, den Körper wieder zu versorgen.
Für einen Elektrolytdrink, mit dem man gut versorgt ist, braucht man nur drei Zutaten:
- 250 ml Orangensaft
- 750 ml Mineralwasser
- 1 g Salz
Ein Gramm Speisesalz (Natriumchlorid) liefert 400 Milligramm Natrium, das ist knapp ein Drittel des Schätzwertes für eine angemessene Natriumzufuhr der DGE.2 Der Saft liefert pro 100 Milliliter 183 Milligramm Kalium, welches für die Muskelkontraktion eine wichtige Rolle spielt.3 Im Mineralwasser stecken Calcium und Magnesium – wie viel, verrät das Etikett. Aufgepasst: Ein Wasser darf als „calciumhaltig“ beworben werden, wenn es mindestens 150 Milligramm Calcium pro Liter enthält.
Immer bereit für Ingwershots
Ingwershots sind vor allem als schneller Immun-Kick bekannt. Ingwer selbst hat antioxidative Eigenschaften, kann also unsere Zellen vor freien Radikalen und somit vor vorzeitiger Alterung schützen. Am Menschen ist insbesondere seine positive Wirkung bei Übelkeit gut untersucht. Viele weitere versprochene Effekte sind wissenschaftlich zwar nicht eindeutig belegt. Wer aber trotzdem auf die scharfen Shots setzen möchte, kann sich eine DIY-Variante als Pulver vorbereiten und bei Bedarf frisch anmischen.
Pulver selbst machen
- Ingwer gründlich waschen. Bei der Bio-Variante kann die Schale dranbleiben, sonst schälen.
- In dünne Scheiben schneiden, idealerweise etwa 1 Millimeter dick.
- Schonend trocknen: Die Scheiben können im Backofen bei 50 Grad Umluft für zwei bis vier Stunden bei leicht geöffneter Ofentür getrocknet werden. Wer ein Dörrgerät besitzt, kann dies für sechs bis 12 Stunden auf 40 Grad einstellen.
- Die vollständig getrockneten Scheiben in einer Gewürzmühle, einem Mixer oder im Mörser zu einem feinen Pulver verarbeiten.
- Damit das Pulver später nicht verklumpt, das frisch gemahlene Ingwerpulver auf einem Blech verteilen und im noch warmen, ausgeschalteten Ofen etwa zehn Minuten nachtrocknen lassen.
- Optional: Für eine besonders feine Konsistenz kann das Pulver anschließend durch ein Sieb gegeben werden.
- Vor dem Abfüllen sollte das Pulver komplett abgekühlt sein, damit sich keine Restfeuchtigkeit im Behälter sammelt.
- Das fertige Ingwerpulver in ein sauberes, luftdicht verschließbares Glas füllen und kühl, trocken und dunkel aufbewahren.
Immer, wenn Ihnen jetzt nach einem Ingwer-Shot ist, können Sie einen Teelöffel Pulver mit etwas Wasser verrühren. Wer mag, gibt für den Extra-Vitamin-Kick noch etwas Zitronen- oder Orangensaft hinzu.
Luftdicht, trocken und dunkel gelagert, hält sich selbst gemachtes Ingwerpulver mehrere Monate.