29. März 2026, 9:20 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ein Ei aufgeschlagen und schwupps – liegt ein Stück Schale mit in der Schüssel. Für den einen ärgerlich, für die anderen ein Nährstoff-Booster. Auf Social Media kursieren Videos von Fitness-Influencern, die in leere Eierschalen beißen. Und auch Bodybuilding-Ikone Arnold Schwarzenegger gibt gerne ein Ei samt Schale in Proteinshakes. Kann man die Eierschale wirklich bedenkenlos essen und was steckt eigentlich in ihr?
Dieser Nährstoff macht die Schale so interessant
Eierschale besteht zu etwa 95 Prozent aus Calcium – und davon braucht unser Körper jede Menge. Immerhin empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 1000 Milligramm pro Tag – so viel wie bei keinem anderen Mineralstoff.1 Doch Calcium hält nicht nur unsere Zähne und Knochen stabil. Der Körper braucht es auch, damit Blut gerinnen kann, Nerven Signale weiterleiten und Muskeln richtig arbeiten.
Laut der Nationalen Verzehrsstudie II erreichen 46 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen die empfohlene Zufuhr nicht. Auffallend hoch sind hierbei die Anteile weiblicher Jugendlicher (14 bis 18 Jahre) und älterer Erwachsener (65 bis 80 Jahre).2 Sollten wir also öfter mal eine Eierschale snacken?
Halbe Eierschale deckt den Tagesbedarf
Eine Studie aus 2013 zeigt: Eine einzelne Eierschale enthält etwa zwei Gramm Calcium. Demnach würde eine halbe Schale bereits den täglichen Bedarf eines Erwachsenen decken.3 Das Calcium liegt hierbei in Form von Calciumcarbonat vor – einer Form, die auch häufig für Nahrungsergänzungsmittel gewählt wird und die der Körper gut aufnehmen kann.
Weitere Nährstoffe in und unter der Schale
Eine Eierschale enthält auch Spuren von anderen Mineralstoffen sowie Spurenelemente, darunter Kalium, Zink, Eisen und Kupfer.4 Aufgrund der geringen Mengen tragen diese jedoch unwesentlich zur Bedarfsdeckung bei.
Interessant ist zudem die direkt unter der Schale liegende Eimembran. Sie enthält von Natur aus unter anderem Kollagen und Hyaluronsäure, welche für Strukturen wie Knochen, Gelenke, Sehnen und Muskeln von Bedeutung sind.5 Diese Bestandteile stecken jedoch generell in tierischen Eiweißquellen – es muss also nicht zwangsläufig an der Eierschale geknuspert werden.
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Das gilt es beim Essen der Eierschale zu beachten
Niemals einfach hineinbeißen
Besonders appetitlich wirkt es ohnehin nicht, wenn Fitness-Influencer sich für den Schock-Effekt pure Eierschalen in den Mund stecken. Aber gefährlich ist es auch! Die spitzen Kanten der kleinen Schalenteile können zu Verletzungen in Mund, Rachen und Speiseröhre führen. Die Schalen sollten also vor dem Essen entsprechend verarbeitet werden – später dazu mehr.
Achtung – Salmonellengefahr!
Es lauert noch eine weitere Gefahr bei dem natürlichen Calcium-Snack: die Salmonellen. Denn tatsächlich sitzen diese – wenn ein Ei befallen ist – auf der Schale und nicht im Inneren des Eis. Und auch andere Verschmutzungen, Viren und Bakterien können auf der Schale lauern. Schnell wird so die gesundheitsbewusste Entscheidung zur Lebensmittelvergiftung.
So bereiten Sie die Eierschale verzehrfähig zu
Zuerst die Eierschalen gründlich abspülen, dann zehn bis 15 Minuten auskochen, um Keime zu reduzieren. Anschließend trocknen lassen und für 15 Minuten bei 100 Grad Umluft im Ofen erhitzen. Nach dem Abkühlen können Sie die Schalen im Mixer zu feinem Pulver mahlen – und schon haben Sie Ihr eigenes Supplement hergestellt. Dieses können Sie dann in kleinen Mengen unter Speisen oder Getränke mischen.
Kein Appetit auf Schale? Ich verrate weitere Calciumquellen
„Eierschalenpulver für die Calciumzufuhr zu verwenden, ist ergiebig und kostengünstig. Wer jedoch keine Muße für die Herstellung hat, kann auch zu anderen Lebensmitteln greifen. Nummer eins sind hier Milch und Milchprodukte. Als Faustregel gilt: Ein Glas Milch und zwei Scheiben Käse decken den Tagesbedarf. Aber auch Spinat, Rucola und Haselnüsse sind gute pflanzliche Lieferanten. Außerdem steckt Calcium im Trinkwasser. Als ‚calciumreich‘ darf sich ein Mineralwasser im Supermarkt bezeichnen, wenn es mehr als 150 Milligramm Calcium pro Liter enthält. Die Angaben finden Sie auf dem Flaschenetikett.“