28. September 2025, 8:15 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Klingt kurios, stimmt aber: Wenn man die Bananenschale wegwirft, verpasst man auch die Chance auf viele wertvolle Nährstoffe! Klar, im rohen Zustand ist sie faserig und nicht besonders schmackhaft. Aber mit den richtigen Rezepten zubereitet, gibt die Bananenschale Speisen nicht nur eine schöne Farbe, sondern wertet sie obendrein mit Mineralien, Ballaststoffen und Antioxidantien auf. FITBOOK-Ernährungsexpertin Sophie Brünke erklärt, wie das funktioniert.
Was Studien über Bananenschalen herausgefunden haben
Im Jahr 2022 testeten Wissenschaftler, inwieweit man einen Anteil des Weizenmehls in Keksen durch nahrhafteres Bananenschalenmehl austauschen könne, ohne dass Verbraucher Einbußen im Geschmackserlebnis haben. Eine Verkostung mit Probanden ergab, dass diejenigen Kekse, bei denen 7,5 Prozent des Weizenmehls ersetzt worden waren, die höchste Akzeptanz erfuhren: Geschmack und Textur waren nicht merklich verändert, einige empfanden die Bananenversion sogar als leckerer. Ein praktischer Nebeneffekt war zudem eine verlängerte Haltbarkeit der Kekse für bis zu drei Monate. Denn Kekse enthalten viel Fett und ihre Oxidation kann die Haltbarkeit verringern. Durch den hohen Gehalt an Antioxidantien in den Bananenschalen konnte dieser Prozess jedoch verlangsamt werden – ohne dass Zusatzstoffe notwendig waren.1
Der Effekt beschränkt sich offenbar nicht auf süße Backwaren, sondern zeigt sich auch bei alltäglichen Lebensmitteln wie Brot. 2024 untersuchten Wissenschaftler, ob man nicht auch bei Weizenbrot (Baguette, Toast …) einen Teil des nährstoffarmen Weizenmehls durch Bananenschalenmehl austauschen und so das Endprodukt aufwerten könne. Geschmackstests ergaben, dass ein Zusatz von fünf Prozent möglich ist, ohne dass sensorisch oder optisch unerwünschte Effekte auftreten. Der Vorteil: Das Brot enthielt mehr Ballaststoffe, Proteine, höhere Mineralstoff- und Antioxidantiengehalte.2 So könnten etwa Menschen, die Vollkornprodukte verschmähen, mehr Ballaststoffe aufnehmen, welche wichtig für die Darmgesundheit und den Blutzuckerspiegel sind.
Bananenbrot – mit der ganzen Frucht
Bei den Rezepten starten wir mit einem Klassiker: dem Bananenbrot. In dem Gebäck können Sie nicht nur überreife Bananen verwerten und vor der Biotonne bewahren, sondern sogar die Schale gleich mitverwenden. Und: Im Vergleich zu anderem Gebäck können sich die Nährwerte sehen lassen.
Das Rezept ist für eine Kastenform à 12 Stück Bananenbrot.
Zutaten für ein Bananenbrot:
- 4 EL Rapsöl
- 4 Bananen incl. Schale
- 250 g Dinkelmehl Type 630
- 140 g gemahlene Mandeln
- 1 Teelöffel Backpulver
- 1 Teelöffel Zimt
- 1 Prise Salz
- 180 ml Milch (oder pflanzliche Alternative)
Zubereitung:
- Heizen Sie den Ofen auf 180 Grad Celsius vor und fetten Sie die Kastenform ein oder legen diese mit Backpapier aus.
- Drei Bananen heiß abwaschen und schälen. Die Enden der Schale entfernen und die restliche Schale in Streifen schneiden. Die Bananen können Sie mit einer Gabel zerdrücken.
- Vermengen Sie in einer Schüssel Mehl, Mandeln, Backpulver, Zimt und Salz.
- Im Anschluss geben Sie die zerdrückten Bananen, Milch und Öl zu den trockenen Zutaten und verrühren alles zu einem Teig. Zum Schluss die Bananenschalen-Streifen unterheben.
- Teig in die Form geben und die vierte Banane schälen, längs halbieren und oben auf dem Kuchen platzieren, leicht, andrücken.
- Das Bananenbrot im Ofen für 50 bis 60 Minuten backen.
Nährwerte:
Pro Scheibe enthält das Bananenbrot:
- Energie: 197 Kalorien
- Kohlenhydrate: 22 Gramm
- Fett: 10 Gramm
- davon gesättigte Fette: Gramm
- Eiweiß: 6 Gramm
- Ballaststoffe: 3 Gramm
Besser zur Bio-Banane greifen
„Ich finde es immer spannend, augenscheinliche Küchenabfälle zu verwerten. Egal, ob Pesto aus Karottengrün oder Speisen mit Bananenschalen. Wichtig ist aber, zu ökologisch angebauten Bananen zu greifen. Die gelbe Frucht ist sehr anfällig und wird großzügig mit Pestiziden behandelt. Vor dem Schälen sollten Sie allerdings auch die Bio-Variante heiß abwaschen, um auf Nummer sicher zu gehen.“
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Banana-Bacon aus dem Airfryer
Mit dem Rezept hätten Sie wohl nicht gerechnet. Tatsächlich eignet sich Bananenschale aber als pflanzliche Bacon-Alternative. Das spart nicht nur ungesunde gesättigte Fette ein, die bekanntlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, sondern ist auch nützlich für jeden, der seinen Fleischkonsum reduzieren möchte.
Zutaten für zwei Portionen:
- 2 Bananenschalen (Frucht anderweitig verwenden)
- 50 ml helle Sojasoße
- halber TL Rauchsalz
- 1 EL Agavendicksaft
- 1 TL Knoblauchpulver
- 1 TL geräucherte Paprika
- optional: 1 EL Rapsöl zum Braten
Beim Würzen können Sie gerne kreativ werden. Je nach Ihrem Geschmack können Sie auch flüssiges Raucharoma oder fertige Würzmischungen (BBQ-Gewürz, Gyrosgewürz …) an Ihren Banana-Bacon geben.
Zubereitung:
- Beide Enden der Banane mit einem Messer abschneiden und die Schale in Streifen ablösen. Die Innenseite der Schale kratzen Sie mit einem Löffel vorsichtig ab.
- In einer Schüssel Sojasoße, Agavendicksaft, Rauchsalz und Gewürze vermengen und die Schalen darin für mindestens für zehn Minuten marinieren.
- Für 15 Minuten bei 180 Grad Celsius in den Airfryer geben, nach der halben Zeit den Korb durchschütteln. Alternativ: Öl in einer Pfanne erhitzen, die Marinade kurz von den Bananenschalen abtropfen lassen und anschließend von beiden Seiten knusprig anbraten.
Nährwerte:
- Energie: 125 Kalorien
- Kohlenhydrate: 17 Gramm
- Fett: 5 Gramm
- davon gesättigte Fette: 0,5 Gramm
- Eiweiß: 4 Gramm
- Ballaststoffe: 5 Gramm
Bananencurry
Das folgende Rezept ist etwas aufwendiger und eignet sich besonders gut, um Gäste zu beeindrucken – und ihnen einen unvergesslichen Abend zu bereiten, wenn man ihnen die geheime Zutat verrät.
Zutaten:
- 3 Bananenschalen
- 1 Block Naturtofu
- 200 g Blumenkohl
- 200 g Karotten
- 3 Schalotten
- 4 Knoblauchzehen
- ca. 3 cm einer Ingwerknolle, gehackt
- 3 EL Tomatenmark oder scharfe Paprikapaste (Ajvar)
- 400 ml fettreduzierte Kokosmilch
- Saft einer halben Zitrone
- 1 TL Kurkuma
- 1 TL Zimt
- 1 TL Zucker
- 1 TL Salz
- Rapsöl zum Kochen
Optional können Sie noch Reis als Beilage zum Curry kochen.
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Zubereitung:
- Bananenschalen in Wasser mit Kurkuma und Salz für ca. 15 Minuten einweichen lassen. Danach ausdrücken und in Stücke schneiden.
- Schalotten, Knoblauchzehen und Ingwer fein hacken und mit Kurkuma, Zimt und Tomatenmark (oder Ajvar) zu einer Paste verrühren.
- Öl in einer Pfanne erhitzen, Paste für 5 bis 7 Minuten bei mittlerer Hitze anrösten.
- Anschließend die Kokosmilch, Zucker und Zitronensaft hinzugeben und 5 Minuten köcheln lassen.
- Dann auch die Bananenschalen, Blumenkohl und Karotten zugeben und für weitere 15 Minuten köcheln lassen. Bei Bedarf etwas Wasser hinzugeben.
- Gemüse zugeben: 200 g Blumenkohlröschen und 200 g Karotten (Scheiben) einrühren; 8 bis 10 Min. bissfest garen (bei Bedarf etwas Wasser).
- In der Zwischenzeit den Tofu würfeln und in der Pfanne oder im Airfryer goldbraun werden lassen – zum Servieren über das Curry geben.
Nährwerte:
- Energie: 493 Kalorien
- Kohlenhydrate: 52 Gramm
- Fett: 25 Gramm
- davon gesättigte Fette: 11 Gramm
- Eiweiß: 23 Gramm
- Ballaststoffe: 13 Gramm