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Laut Studie

Bei diesen Menschen fördert Kurkuma den Gewichtsverlust

Nahrungsergänzungsmittel mit Kurkuma bei Diabetes
Verschiedene Gründe sprechen für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln – laut Studie nicht zuletzt bei Diabetes Foto: Getty Images
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4. September 2025, 12:56 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Dem Wirkstoff der Kurkumawurzel, Curcumin, werden entzündungshemmende, antioxidative und verdauungsfördernde Eigenschaften attestiert. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kurkuma soll Verdauungsbeschwerden lindern, die Leberfunktion unterstützen und das Immunsystem stärken. Daneben wächst seit einiger Zeit das wissenschaftliche Interesse an Kurkuma bezüglich seines Potenzials zur Bekämpfung von Fettleibigkeit. In diesem Zusammenhang kam eine neue Studie zu möglicherweise relevanten Ergebnissen im Hinblick auf das Gewichtsmanagement bei Diabetes.

Kurkuma zum Gewichtsmanagement bei Diabetes

Übergewicht ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung von Typ-2-Diabetes. Es begünstigt die Entwicklung einer Insulinresistenz, einer Vorstufe der Erkrankung. Durch sie reagieren Körperzellen weniger empfindlich auf Insulin und Glukose kann nur noch schlecht aus dem Blut aufgenommen werden. Eine Gewichtsabnahme ist bei einer vorliegenden Diabetes einer der wesentlichsten Bausteine für eine erfolgreiche Behandlung. Durch sie verbessern sich unter anderem die Blutzuckerwerte der Betroffenen. Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Forschung mit der Frage, ob Kurkuma bzw. das enthaltene Curcumin über Eigenschaften verfügt, die Übergewicht entgegenwirken können. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor.1 Das verantwortliche Forscherteam hat nun erstmals systematisch untersucht, ob die Einnahme von Kurkuma-Nahrungsergänzungsmitteln Menschen mit Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes beim Gewichtsmanagement unterstützen kann – mit hoffnungsvoll stimmenden Ergebnissen.

Details zur Untersuchung

Grundlage der Untersuchung waren bestehende, relevante Studien zum Thema aus dem Zeitraum zwischen 1990 und Juni 2024. Diese mussten strenge Kriterien erfüllen, um berücksichtigt zu werden. Nicht in die Analyse aufgenommen wurden Studien ohne Kontrollgruppe, Tierstudien sowie Untersuchungen, in denen Kurkuma in Kombination mit anderen Behandlungen getestet wurde. Stattdessen mussten sie einen Vergleich zwischen einer Behandlung mit Kurkuma bzw. Curcumin und einem Placebo abbilden. Die Forscher betrachteten unter anderem, in welcher Form Kurkuma-Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt wurden, also ob als klassische Curcumin-Kapseln oder als spezielle, hochwirksame Varianten wie Nano- oder Mizell-Curcumin. Ebenso wurden Dosis, Einnahmedauer und die Art des Placebos dokumentiert. Fehlten wichtige Angaben, versuchte das Team, diese direkt bei den verantwortlichen Studienautoren nachzufragen.

Die Probanden mussten unter anderem das 18. Lebensjahr überschritten haben und es musste ein Typ-2-Diabetes oder zumindest Prädiabetes bestehen. Wenn es mehrere Berichte über identische Probandengruppen gab, nutzten die Forscher nur die aktuellsten und umfassendsten Daten. Es musste mindestens eines der folgenden Körpermerkmale vorliegen:

Methodik

Für die statistische Auswertung nutzten die Wissenschaftler ein sogenanntes Random-Effects-Modell. Dieses erlaubt die Analyse von Studien unterschiedlicher Art. Sie berechneten damit den durchschnittlichen Unterschied zwischen den Gruppen, also wie stark sich die Werte der Teilnehmer mit Diabetes oder Prädiabetes unter der Einnahme von Kurkuma verändert hatten. Konkret ermittelten sie auf diese Weise die gewichtete mittlere Differenz (Weighted Mean Difference, WMD) zwischen den Gruppen, also den durchschnittlichen Unterschied zwischen Kurkuma/Curcumin und Placebo.

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Ein weiterer Aspekt der Untersuchung war, welche Faktoren den Effekt beeinflusst haben könnten. Hierzu zählten etwa eine längere Einnahmedauer oder eine höhere Dosis. Abschließend bewertete das Team die Zuverlässigkeit der Ergebnisse mithilfe des international anerkannten GRADE-Systems.

Vor allem Prädiabetiker profitieren von Kurkuma-Einnahme

Die Forscher stellten bei den untersuchten Patienten mit Typ-2-Diabetes im Verlauf der Studie einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von rund 1,9 Kilogramm fest. Auch der Taillenumfang verringerte sich bei ihnen um etwa 1,9 Zentimeter und der Körperfettanteil um rund 2,9 Prozent. Ebenso reduzierte sich der Hüftumfang im Mittel um einen Zentimeter.

Ein noch deutlicheres Bild zeigte sich bei den Probanden mit Prädiabetes. Diese hatten im Mittel rund 2,5 Kilogramm durch die Einnahme von Kurkuma abgenommen. Ihr Taillenumfang verringerte sich um 2,9 Zentimeter. Beim Body-Mass-Index (BMI) und beim Verhältnis von Taille zu Hüfte zeigten sich jedoch in beiden Gruppen keine nennenswerten Veränderungen.

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Diabetiker sollten womöglich mehr und länger supplementieren

Den Daten zufolge waren die Effekte bei den Probanden mit Diabetes stärker ausgeprägt, wenn die Einnahme von Kurkuma länger als 22 Wochen andauerte. In diesen Fällen betrug der durchschnittliche Gewichtsverlust rund 2,5 Kilogramm. Was den Taillenumfang betrifft, so erwiesen sich höhere Dosierungen als besonders effektiv. Es sollten demnach täglich rund 1500 Milligramm Curcumin eingenommen werden. Präparate mit Piperin, einem Stoff, der die Aufnahme von Curcumin maßgeblich verbessern kann, zeigten dabei einen besonders großen Effekt.

Allerdings kann Piperin auch Nebenwirkungen begünstigen. In drei der 20 analysierten Studien wurde davon berichtet. Diese waren nicht gravierend – sie reichten von Juckreiz, Schwindel und Bauchschmerzen über Verstopfung und Übelkeit bis hin zu Hitzewallungen. Die Forscher mahnen jedoch, dass insbesondere Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, vor der Einnahme von Kurkuma mit ihrem Arzt sprechen sollten.

Forscher empfehlen bei Diabetes die Einnahme von Kurkuma

Zusammenfassend berichten die Forscher von einem moderaten, jedoch klinisch relevanten Effekt. Die beobachteten Veränderungen könnten demnach einen positiven Einfluss auf die Gesundheit von Menschen mit Diabetes haben. Schließlich kann bereits ein kleinerer Bauchumfang das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Stoffwechselerkrankungen reduzieren.

Die Ergebnisse legen somit zusammenfassend nahe, dass sich die regelmäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kurkuma für Menschen mit Diabetes durchaus empfiehlt – zumindest als Ergänzung zu einer Therapie. Sie sind allerdings kein Ersatz für eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Je nach Schwere des Befunds ist eine ärztliche Überwachung der Behandlung von Bedeutung.

Einordnung der Studienergebnisse

Bei der Bewertung der Ergebnisse sind verschiedene Einschränkungen zu berücksichtigen. Zum einen unterscheiden sich die betrachteten Studien in Bezug auf die untersuchte Kurkuma-Dosis und -Formulierung, die Behandlungsdauer sowie die Zusammensetzung der Teilnehmergruppen stark voneinander. Dies beeinträchtigt die Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Hinsichtlich der Herkunft der Untersuchungen besteht hingegen keine Heterogenität. Besonders viele von ihnen wurden im Iran durchgeführt, es ist daher unklar, wie gut die Befunde auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind. Die Tatsache, dass sich der Body-Mass-Index (BMI) trotz Gewichts- und Taillenumfangsreduktion bei den meisten Analysen nicht signifikant verändert hat, legt nahe, dass die Studiendauern für belegbare Effekte zu kurz waren.

Quellen

  1. Baniasadi, M., Arzhang, P., Setayesh, A. et al. (2025), The effect of turmeric/curcumin supplementation on anthropometric indices in subjects with prediabetes and type 2 diabetes mellitus: A GRADE-assessed systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Nutrition & Diabetes. ↩︎

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