5. April 2026, 8:44 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Immer mehr Supermärkte ersetzen in ihren Eigenmarkenprodukten Schokolade durch die Kakao-Alternative Choviva. Der Clou: Diese wird aus Sonnenblumenkernen und Hafer gewonnen. Mit echter Schokolade hat das also nur wenig zu tun. Zumal Kakao einige gesundheitsfördernde Pflanzenstoffe enthält. FITBOOK-Ernährungsexpertin Sophie Brünke prüft, wie gesund Choviva wirklich ist.
Rewe, Penny, Kaufland und Aldi setzen auf Choviva
Bereits Anfang 2024 präsentierte Rewe die ersten beiden Eigenmarkenprodukte, bei denen die Supermarktkette herkömmliche Schokolade durch Choviva austauschte. Es handelte sich um Cornflakes und Waffelkekse.1 Und das sollte erst der Anfang sein. Allmählich und ohne viel Aufsehen folgten weitere Produkte und Supermärkte, die darauf aufmerksam wurden. Einer aktuellen Recherche von „t-online“ zufolge steckt Choviva inzwischen in zahlreichen Eigenmarkenprodukten von Rewe, Penny, Kaufland und Aldi. Rewe und Kaufland begründen die Entscheidung damit, dass Choviva klimaschonender sei und man nicht mehr von volatilen Lieferketten beim Kakao abhängig sei. Allerdings dürften auch die in die Höhe geschossenen Kakaopreise ihr Übriges getan haben.
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Was genau ist Choviva?
Die Kakao-Alternative Choviva ist kein eigenständiges Produkt, sondern eine neue Zutat für schokoladige Produkte. Hergestellt wird sie laut Unternehmen hauptsächlich aus gemahlenen Sonnenblumenkernen, die in einem an die klassische Schokoladenherstellung angelehnten Verfahren veredelt, geröstet, vermahlen und anschließend je nach Rezeptur mit weiteren Zutaten wie Zucker und pflanzlichen Fetten verarbeitet werden. Produkte, die mit Choviva statt mit herkömmlicher Schokolade hergestellt sind, werden mit einem entsprechenden Logo auf der Verpackung gekennzeichnet.2
Choviva versus Kakao – wie gesund ist die Alternative?
Kakao hat sich über die Jahre den Ruf als Superfood geholt. Und das hat seine Gründe: In der Kakaobohne stecken reichlich Magnesium, Kalium und Eisen. Auch Spurenelemente wie Zink und Kupfer sowie Vitamine wie D, B, C und E sind enthalten. Was Kakao aber wirklich besonders macht, sind seine Antioxidantien (genauer: Flavanole).3 In der Forschung ist Kakao bereits öfter positiv aufgefallen: FITBOOK berichtete von einer schützenden Wirkung vor Diabetes Typ 2, dass Flavanole in Tierexperimenten geholfen haben, Körperfett zu verlieren, das Risiko für einen kardiovaskulär bedingten Tod reduzieren und das Theobromin aus Kakao sogar einen Anti-Aging-Effekt haben soll.
Aber auch Sonnenblumenkerne können punkten: Sie sind eine gute Quelle für Magnesium, Folat und Vitamin E, welches ebenfalls ein Antioxidans ist. Klingt nett, zugegebenermaßen steht Kakao dann doch weiter oben auf dem Siegertreppchen.
Choviva-haltige Produkte sind nicht gesund – Schokolade aber auch nicht
„So gesund und vorteilhaft Kakao und Sonnenblumenkerne auch sind, muss man auf die Produkte schauen, in denen sie enthalten sind. Und das sind vorrangig Süßigkeiten, Gebäck und Frühstücksflocken. Diese sollten ohnehin nur in Maßen verzehrt werden und keine Ernährungsfachkraft auf der Welt würde sie wohl empfehlen, um etwa den Magnesiumbedarf zu decken. Dementsprechend darf für mich persönlich ein Schokokeks auch mit Fake-Sonnenblumen-Schokolade daherkommen – insbesondere, da es nachhaltiger ist. Ich würde mir aber eine transparentere Kommunikation und klarere Kennzeichnung seitens der Hersteller wünschen. Denn mir persönlich fiel das Choviva-Label oft erst auf, wenn ich befand, dass ein Produkt irgendwie etwas anders schmeckt. Und wir sprechen hier immerhin über eine Branche, die es Kunden nicht zutraut, Hafermilch von Kuhmilch zu unterscheiden, weshalb es lebensmittelrechtlich Haferdrink heißen muss.
Wer aber das Gesundheitspotenzial der Flavanole ausschöpfen möchte, dem kann ich dunkle Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakao empfehlen. Für Hartgesottene (mir schmeckt es gar nicht) empfiehlt sich auch Rohkakao zum Trinken.“