11. Dezember 2025, 19:28 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein deutsch-britisches Forschungsteam hat untersucht, ob Theobromin, ein natürlicher Inhaltsstoff in Kakao, einen Anti-Aging-Effekt haben könnte. Analysiert wurden Blutproben von mehr als tausend Erwachsenen. Ich habe mir die Studie, bei der es sich um einen Preprint handelt, genauer angeschaut.
Was wurde untersucht? Ein Forschungsteam aus Großbritannien und Deutschland wollte herausfinden, ob Theobromin – ein natürlicher Pflanzenstoff aus Kakao – mit dem biologischen Alter von Menschen zusammenhängt. Dazu analysierten die Forscher Blutproben von 1669 Erwachsenen aus zwei großen Bevölkerungsstudien.1
Gemessen wurden sowohl die Konzentrationen von Theobromin im Blut als auch sogenannte epigenetische Marker. Dabei handelt es sich um messbare chemische Veränderungen am Erbgut, die als Hinweise auf das biologische Alter und Krankheitsrisiken gelten. Die Ergebnisse stammen aus einem Preprint, also einem noch nicht von Fachkollegen begutachteten Vorabdruck.
Effekt von Theobromin bei Rauchern offenbar besonders deutlich
Ergebnisse: Höhere Theobromin-Werte im Blut standen in beiden Studien eindeutig mit einer langsameren biologischen Alterung in Zusammenhang – und dieser Befund ließ sich in zwei unabhängig voneinander untersuchten Gruppen mit unterschiedlicher Alters- und Gesundheitsstruktur bestätigen.
- Personen mit höheren Werten zeigten ein epigenetisches Profil, das auf ein geringeres Sterberisiko und eine bessere zelluläre Gesundheit hindeutet – darunter auch Werte, die auf längere Telomere hindeuten, also schützende Endstücke der Chromosomen, die sich im Laufe des Lebens verkürzen.
- Besonders deutlich war der Effekt bei früheren oder aktuellen Rauchern – möglicherweise, weil sie stärker von schützenden Stoffen profitieren.
- Statistische Zusatzanalysen zeigten: Von allen getesteten Stoffwechselprodukten aus Kakao und Kaffee war Theobromin am stärksten mit der verlangsamten Zellalterung verbunden.
- Auch andere Einflüsse wie Koffein oder die allgemeine Ernährungsqualität konnten den Zusammenhang nicht erklären – er scheint spezifisch für Theobromin zu sein.
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Bedeutung: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Theobromin auf molekularer Ebene mit einer gesünderen biologischen Alterung zusammenhängt. Die Effekte wurden in der Studie spezifisch auf diesen Kakao-Inhaltsstoff zurückgeführt und nicht auf andere, ebenfalls untersuchte, wie etwa Koffein. Allerdings handelt es sich um eine reine Beobachtungsstudie, die keinen direkten Ursache-Wirkungs-Nachweis ermöglicht.
Da die Forscher ebenfalls in Kakao enthaltene gesundheitsrelevante Stoffe wie Flavanole nicht berücksichtigten, müssen weitere Untersuchungen klären, ob sie für die positiven Effekte mitverantwortlich sein könnten. Trotz dieser Einschränkungen stützt die Übereinstimmung der Befunde in zwei unabhängigen Bevölkerungsgruppen die Annahme, dass Theobromin oder eine insgesamt kakaoreiche Ernährung eine Rolle für gesundes Altern spielen könnte.
Kakao ist nicht gleich Schokolade!
„Ich kann mir vorstellen, dass einige nach dieser Studie eher geneigt sind, öfter zu Schokolade zu greifen. Viele Produkte enthalten zwar Kakao, dazu aber auch Zucker und oft ungünstige Fette, die mögliche Vorteile schnell wieder ausbremsen. Deshalb der Tipp, den viele sicher schon einmal gelesen oder gehört haben: Am besten zu dunkler Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil greifen. Von dort kann man sich Schritt für Schritt bis zu 90 Prozent oder mehr hocharbeiten. Ich selbst ernähre mich seit 2018 zuckerfrei und schätze den für viele ungewohnten, intensiven Geschmack von 100-prozentiger Schokolade.“
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