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Studie hat untersucht

Ab so vielen Tassen ist Kaffee ungesund

Frau trinkt eine Tasse Kaffee
Keine Sorge, Sie dürfen täglich ruhig die eine oder andere Tasse Kaffee genießen. Wer jedoch eine gewisse Anzahl überschreitet, tut sich – einer aktuellen Studie zufolge – nichts Gutes.
Foto: Getty Images

In den vergangenen Jahren haben mehrere Studien den (früher noch zweifelhaften) Ruf von Kaffee reingewaschen und aufgezeigt, dass sein Konsum durchaus Positives für die Gesundheit bringen kann. Aber wieviel Kaffee ist ZU viel, und ab welcher Menge bringt er sogar einen schädlichen Effekt? Australische Forscher haben genau das untersucht und wissen nun, wie viele Tassen am Tag es NICHT sein sollten.

Herzbelastend, magenreizend – solche Dinge sagt man über Kaffee eher nicht mehr. Entsprechend beginnt bei vielen Menschen, hierzulande und auf der ganzen Welt, der Tag mit dem geschmacksintensiven Wachmacher. Und das soll vielmehr eine gute Sache sein!

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FITBOOK berichtete schon häufiger über Studien, die Kaffee positive Auswirkungen auf die Gesundheit attestieren. So sollen darin enthaltene Phenylindane (ein Stoff, der durch das Rösten der Kaffeebohne entsteht und das Geheimnis ihrer Bitterkeit ist) vor Hirnerkrankungen wie Parkinson und Demenz schützen; und auch die Lebergesundheit soll von einem vernünftigen Kaffeekonsum profitieren. Wie viele Tassen täglich zusammenkommen, das kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Man kann sich also fragen: Wie viel ist (noch) vernünftig?

Viel hilft viel? Vermutlich nicht

Laut der EU-Lebensmittelbehörde EFSA sind bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag für einen gesunden Erwachsenen unbedenklich. Dies entspricht etwa vier 0,2-Tassen Filterkaffee oder vier starken einfachen Espressi. Wenn man es übertreibe, würde man einen Kaffeeentzug zu spüren bekommen, u.a. mit Kopfschmerzen und Nervosität. Zu viel Kaffee soll aber noch viel Schlimmeres anrichten können, behaupten aktuell australische Forscher.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch zu viel Kaffee möglich

Kaffee kann, wenn man zu viel davon trinkt, den Blutdruck und somit langfristig das Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen – das will ein Team von Wissenschaftlern um Professor Elina Hyppönen von der University of South Australia herausgefunden haben. Ganz überraschend kam das für die Studienleiterin offenbar nicht. „Die meisten Menschen sind sich darüber einig, dass man nervös und gereizt werden oder sogar Übelkeit entwickeln kann, wenn man viel Kaffee getrunken hat“, erklärt sie in einer Pressemitteilung. „Das liegt daran, dass Koffein den Körper schneller und härter arbeiten lässt.“ Damit bezieht sie sich auf den Stoffwechsel anregenden Effekt von Koffein, und der kann offenbar gefährliche Ausmaße annehmen.

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Gegenstand der Studie waren Gesundheitsdaten und Informationen zur Lebensführung (also auch zum Kaffeekonsum) von rund 347.100 Personen zwischen 37 und 73 Jahren. Die Daten waren der UK Biobank entnommen worden. Dabei handelt es sich um eine Langzeitstudie, die potentielle Entstehungen von Krankheiten innerhalb der britischen Bevölkerung (unter Berücksichtigung von Faktoren wie Genetik und äußeren Umwelteinflüssen) untersucht.

Wie in der Studienabhandlung im Fachblatt „The American Journal of Clinical Nutrition” nachzulesen ist, konnten die Forscher mit ihrer Auswertung eine Verbindung zwischen starkem Kaffeekonsum und einem erhöhten Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellen. Das Ergebnis sei offenbar unabhängig von etwaigen Genvarianten, die bedingen, wie schnell im Körper Koffein abgebaut wird. Allerdings muss man schon ziemlich häufig zur Tasse greifen, damit es auf einen zutrifft:

Frau betreitet Kaffee zu

Vier, fünf Tassen Kaffee am Tag sind offenbar unbedenklich. Nummer sechs sollte man sich dann aber lieber verkneifen.
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Die Studie hat einen Haken

Ob nun Espresso, der große Becher Filterkaffee oder Cappuccino – es wird aus der Studie nicht ersichtlich, was genau mit sechs Tassen Kaffee gemeint ist. Diesen Haken hat auch Dr. Ang Zhou gegenüber FITBOOK eingeräumt, betonte aber gleichzeitig, dass zumindest eine Tasse Cappuccino und eine Tasse Espresso in der Regel eine ähnliche Koffein-Menge beinhalten. Außerdem unterstrich er die Wichtigkeit, auf die körpereigenen Signale unbedingt zu hören und ggf. zu reagieren. Sprich: Hat man das Gefühl, schon – mehr als – genug Koffein zu sich genommen zu haben (auch wenn es vielleicht erst vier Tassen waren), sollte man den nächsten Kaffee auf den Folgetag verschieben.

Aber so oder so: Wohl nur die wenigsten von uns erreichen täglich ganze sechs Portionen eines Kaffee-Getränks. Da verhält man sich wahrscheinlich ganz automatisch, wie Hyppönen es in der Pressemitteilung empfiehlt: maßvoll. Denn, „womit auch immer übertrieben wird, man zahlt dafür mit seiner Gesundheit“.