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Wirkung von Filterkaffee

Die gesündeste Art, Kaffee zuzubereiten

Filterkaffee ist gesünder als Espresso – eine schwedische Studie belegt einmal mehr dessen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit
Filterkaffee ist gesünder als Espresso – eine schwedische Studie belegt einmal mehr dessen positiven Einfluss auf unsere GesundheitFoto: Getty Images

Dass Filterkaffee einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat, ist schon länger bekannt. Zum ersten Mal hat eine Studie auf dessen Einfluss auf das Herzinfarktrisiko sowie die Todesrate Bezug genommen. Mit erstaunlichen Ergebnissen.

Wer Corona-bedingt im Homeoffice sitzt und gerne Kaffee trinkt, kann seiner kleinen Sucht gerade besonders ungefiltert nachgehen: Denn so nah war die Küche, in der sich im Handumdrehen köstlicher Kaffee zubereiten lässt, vermutlich nie. Wenn Sie dabei der Fraktion der Filterkaffee-Trinker angehören, können Sie dieser Gewohnheit ohne Bedenken weiter nachgehen – immer mehr Studien verweisen auf dessen positive Wirkung auf die Gesundheit.

Filterkaffee, Herzinfarkte, Langlebigkeit

Bei einer im April 2020 im European Journal of Preventive Cardiology publizierten Studie, aus der u.a. Science Daily zitiert, handelt es sich um die ersten Forschungsergebnisse, die den Zusammenhang zwischen verschiedenen Methoden der Kaffeezubereitung und der Todesrate sowie dem Herzinfarktrisiko beleuchtet haben.

Siebträger, Aufbrühen mit Filter, French Press? Die Wissenschaftlern der Universität Göteborg kamen zu dem Ergebnis, dass leidenschaftliches Filterkaffee-Trinken (über viele Jahre) mit einem verringerten Herzinfarktrisiko verbunden ist. Für Espresso-Liebhaber gilt das nicht.

„Unsere Studie liefert überzeugende Beweise für einen Zusammenhang zwischen Methoden der Kaffeezubereitung, Herzinfarkten und Langlebigkeit“, wird Studienautor Dag Thelle zitiert. Der Professor für Epidemiologie an der Universität Göteborg beschäftigt sich schon seit vielen Jahre mit der gesundheitlichen Wirkung von Kaffee.

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Finger Weg von ungefiltertem Kaffee

Ungefilterter Kaffee, so Thelle, enthalte Substanzen, die den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen. Diese würden „durch die Verwendung eines Filters entfernt“ und damit Herzinfarkte sowie vorzeitiger Tod „weniger wahrscheinlich“.

Dabei handelt es sich um sogenannte lipidbildende Substanzen, die den Gesamtcholesterinspiegel und das „schlechte“ Cholesterin (LDL) im Blut nach oben treiben damit das Herzinfarkt- bzw. vorzeitige Todesrisiko erhöhen.

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Studie: Filterkaffeetrinker*innen leben „sicherer“

In die groß angelegte Studie flossen Daten von über 500.000 gesunden Männern und Frauen aus Norwegen im Alter von 20 bis 79 Jahren ein, die zwischen 1985 und 2003 erhoben worden waren: darunter Menge und Art des konsumierten Kaffees; aber auch Faktoren, die Herzerkrankungen beeinflussen können (Rauchen, Gewicht, Blutdruck, Aktivitätslevel …)

20 Jahre lang wurden die Teilnehmer*innen im Schnitt beobachtet. 12.621 der insgesamt 46.341 Todesfälle ließen sich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückführen. 6.202 Todesfälle wurden durch einen Herzinfarkt verursacht. Und es zeigte sich: Von der Tatsache, dass jemand regelmäßig Kaffee trank, ging keine Todesgefahr aus. Das Trinken von Filterkaffee war sogar „sicherer“, als gar keinen Kaffee zu trinken.

Die Filterkaffeetrinker*innen unter den Probanden hatten ein um 15 Prozent verringertes Sterberisiko. Für den Tod als Folge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ergab sich für Männer ein 12 Prozent und Frauen ein 20 Prozent verringertes Risiko, wenn diese zum Lager der Filterkaffeetrinker gehörten. Die niedrigste Sterblichkeit wurde bei Konsument*innen verzeichnet, die angegeben hatten, sich täglich eine bis vier Tassen Filterkaffee zu genehmigen.

Für Menschen, die wissen, dass sie einen hohen Cholesterinspiegel haben und etwas dagegen tun möchten, hat Prof. Thelle diesen Rat: „Halten Sie sich von ungefiltertem Kaffee fern.“ Wer gesund sei, können seinen gefilterten Kaffee „mit gutem Gewissen“ weitertrinken.

Gesunder Filterkaffee – auch Diabetesrisiko sinkt signifikant

Die Studie zu den Kaffeetrinker-Gewohnheiten der Norweger ist nicht die erste, die die gesundheitliche Wirkung von Filterkaffee offenbart. Ende 2019 hatten Forscher der Universitäten in Göteborg und Umeå nachgewiesen, dass diese – altmodische – Methode der Kaffeezubereitung den Selbstreinigungsprozess unserer Zellen aktiviert; eine Art messbarer Anti-Agig-Effekt. Auch seine Blutzucker regulierende Komponente war damals Thema – und die damit verbundenen positiven Effekte auf die Entwicklung von Typ-2-Diabetes.

Laut Berechnungen des Forscher-Teams um Professor Rikard Landbergreichen zwei Tassen frisch gebrühter Filterkaffee aus, um das Risiko an Diabetes zu erkranken, um 60 Prozent zu senken. Kaffee, der anderes zubereitet wurde, hat diesen Effekt nicht. Einzig Filterkaffee verfüge über einen bestimmten Bio-Marker, welcher für die Risikominimierung verantwortlich sei. Grund dafür könnten sogenannte Diterpene sein, die natürlich im Kaffee vorkommen, allerdings im Verdacht stehen, für die Entstehung von Herz- und Gefäßerkrankungen mitverantwortlich zu sein. „Es hat sich gezeigt, dass beim Filtern von Kaffee die Diterpene abgefangen werden“, so Landberg.

Gelten diese ganzen gesundheitlichen Vorteile jetzt nurr für Filterkaffee? Was das Risiko oben genannter Erkrankungen angeht, offenbar schon. Doch auch ungeachtet der Zubereitungsart scheint Kaffeekonsum Vorteile zu haben. Erst Oktober 2020 wurde eine Studie veröffentlicht, die gezeigt hatte, dass Kaffeetrinken Menschen mit einer genetischen Prädisposition für Parkinson vor dem Ausbruch der nervenbedingten Bewegungsstörung schützen kann. Je dunkler die Röstung, desto besser, hieß es.

Übrigens: Ernährungsexperte und Bestsellerautor Bas Kast („Der Ernährungskompass“) hat sich mit zahlreichen Ernährungsstudien beschäftigt. Seine Empfehlung zum Thema Kaffee: „Bei Espresso maximal zwei pro Tag. Wenn es Filterkaffee ist, können es bis zu fünf sein“, riet der Ernährungsexperte Bas Kast 2019 in der ARD-Sendung „Maischberger“. Mehr Ernährungstipps hat er FITBOOK an anderer Stelle verraten.

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