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Karriere-Aus

Kardiologe von Sergio Aguero verrät Details zum Herzproblem des Fußballers

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Real-Madrid-Star Sergio Aguero hat jetzt sein Karriere-Aus bekanntgegebenFoto: Getty Images

Sergio Aguero hat sein Karriere-Aus verkündet. Aufgrund von Herzproblemen. Jetzt verriet sein Kardiologe Details zu seinem Zustand. Offenbar war ein Virus Auslöser von Herzrhythmusstörungen

Ein Herzproblem zwang Sergio Aguero mit 33 Jahren dazu, seine Profi-Fußballkarriere an den Nagel zu hängen. Das verkündete der argentinische Nationalspieler am 15. Dezember in einer emotionalen Pressekonferenz. Jetzt gab sein Kardiologe Dr. Roberto Peidro genauere Einblicke in Agueros gesundheitlichen Zustand – und vermutet eine Virusinfektion als Auslöser für die Herzrhythmusstörungen.

Virusinfektion offenbar Auslöser für Sergio Agueros Herzrhythmusstörungen

Dass der Barcelona-Spieler Probleme mit dem Herzen hat, kam heraus, nachdem er sich im Oktober mitten im Spiel gegen Alaves an die Brust gefasst und sich dann benommen auf den Rasen gelegt hatte. Der Spieler musste daraufhin ausgewechselt und wurde in einem Krankenhaus untersucht und behandelt. Nun ist klar, dass der Argentinier unter Herzrhythmusstörungen leidet. Auslöser könnte laut seinem Kardiologen Dr. Roberto Peidro offenbar eine zurückliegende Virusinfektion sein. Dies berichtet u. a. „Eurosport“ und „Marca“ unter Berufung auf Radiointerviews, die der Herzspezialist verschiedenen argentinischen Radiointerviews gegeben hat. Der Kardiologe behandelt Aguero seit 2004. Diese Infektion hat demnach eine kleine, bislang unentdeckte Narbe im Herzen hinterlassen, welche die Rhythmusstörungen ausgelöst hat.

Mit der Virusinfektion ist jedoch nicht das Coronavirus gemeint, wie Dr. Peidro klarstellt. Und auch Barça schrieb auf Twitter: „Sein Zustand hat nichts mit Covid-19 oder der Impfung zu tun.“ Impfskeptiker hatten zuvor Gerüchte verbreitet, nach denen das Herzproblem von Sergio Aguero in Zusammenhang mit einer Impfung stünde.

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Ablation am Herzen

Um die Herzrhythmusstörungen zu behandeln, wurde Aguero nun einer Ablation unterzogen. Dabei „wurde mit einem Katheter der Bereich verbrannt, aus dem die Herzrhythmusstörungen herrührten“, erläuterte Agueros Arzt. „Wir glauben, dass das sehr gut funktionieren und das Problem lösen wird, aber unsere Empfehlung ist, keinen Hochleistungssport zu treiben, der einen signifikanten Anteil an physischem und mentalen Stress für mehrere Stunden am Tag beinhaltet.“

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Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen sind weit verbreitet. Allein in Deutschland werden laut der „Herzstiftung Deutschland“ jährlich 400.000 Menschen mit diesem Leiden in Kliniken eingeliefert. Dabei muss die Störung nicht unbedingt gefährlich sein, so wie im Fall von Sergio Aguero. Allerdings sollte abgeklärt werden, wo sie herkommt. Denn steckt eine Herzerkrankung dahinter, handelt sich es um einen ernsten Fall.1

Symptome

Herzrhythmusstörungen äußern sich häufig durch Herzrasen oder Herzstolpern. Betroffene berichten auch von Unruhe, Angst, Schwindelgefühl oder Übelkeit. Manche Menschen verspüren auch gar keine Symptome, sodass der unregelmäßige Herzschlag nur durch Zufall entdeckt wird.

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Ursachen

Die Ursachen für Herzrhythmusstörungen können vielfältig sein. Aufgrund von Stress und Angst oder durch den Konsum von Alkohol, Nikotin und Kaffee können sie auch bei jungen und gesunden Menschen auftreten. Ein Mangel von Mineralstoffen kann im Körper dafür sorgen, dass die Weitergabe elektrischer Impulse zum Herzen gestört ist. Zu Vorhofflimmern wiederum kann es durch dauerhaft hohen Bluthochdruck kommen. Meist sind ältere Menschen davon betroffen.

Liegen eine koronare Herzerkrankung oder ein Herzinfarkt zugrunde, können Herzrhythmusstörungen lebensbedrohlich werden. Sie können zu Kammerflimmern und plötzlichem Herztod führen. Auch ein angeborener Herzfehler kann ursächlich sein. In diesen Fällen ist eine schnellstmögliche Behandlung lebenswichtig.

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Warum Sergio Aguero den Profi-Sport aufgeben muss

Im Falle von Sergio Aguero lässt die Ablationsbehandlung und seine Entscheidung zum Karriereende den Schluss zu, dass sportliche Aktivitäten auf Profi-Level lebensbedrohlich für ihn wären. Tatsächlich rät die „Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DKG)“ auch im Fall gut behandelbarer und nicht gefährlicher Herzrhythmusstörungen beim Thema Sport zur Vorsicht.2

„Betroffene sollten Sportarten vermeiden oder nur unter Aufsicht ausüben, bei denen eine kurze Bewusstseinsstörung fatale Folgen haben könnte, etwa Klettern, Schwimmen, Tauchen, Skifahren, Radfahren, Reiten oder Motorradfahren“, zitiert die DKG Prof. Peter Seizer vom Universitätsklinikum Tübingen. Bei der Entscheidung, welche Aktivitäten gehen und welche nicht, sollte auf die konkreten Symptome geachtet werden. „Besonders gefährlich wird es, wenn ehrgeizige Hobbyathleten mit einer schweren unerkannten Herzerkrankung eine Sportart mit Wettbewerbscharakter betreiben, etwa Fußballspielen. Denn dann versuchen sie oft, das Letzte aus sich herauszuholen und über ihre Grenzen zu gehen“, so Prof. Seizer

Quellen


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