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Deutsche Herzstiftung klärt auf

So belastet Stress unser Herz-Kreislauf-System

Gestresste, blonde Frau sitzt am Schreibtisch
Menschen, die unter Stress leiden, leiden oft auch unter funktionellen Herzbeschwerden (wie Herzrasen oder Herzstolpern)
Foto: Getty Images

Dass Stress nicht gut für unser Herz ist, das weiß man „irgendwie“. Aber warum ist das so und was passiert da eigentlich genau? Auf diese Fragen finden Interessierte Antworten in einer aktuellen Pressemitteilung der „Deutschen Herzstiftung“, in dem über den Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und seelischen Belastungen berichtet wird.

Seelische Belastungen und Stress erhöhen den Blutdruck und langfristig auch das Risiko, am Herzen zu erkranken, warnt die Herzstiftung. Gleichzeitig würden aber auch Herzerkrankungen die Seele stark belasten können. Denn: „Das Erleben einer schweren organischen Herzkrankheit führt bei Betroffenen fast immer zu Todesängsten, auch wenn sie nicht immer bewusst wahrgenommen werden“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Herrmann-Lingen vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Das mache die Arbeit der sogenannten Psychokardiologie umso wichtiger, die sich seit einigen Jahren verstärkt dem Thema Herzgesundheit und Psyche widmet.

Wie Stress unser Herz-Kreislauf-System belastet

Stress geht bekanntlich auf die Nerven, genauer gesagt beeinflusst er unser vegetatives Nervensystem. Sind wir gestresst, beschleunigen sich Herz und Atmung, außerdem werden unsere Muskeln stärker durchblutet und wir werden aufmerksamer. Für die Jäger und Sammler war das in der Vorzeit noch überlebenswichtig, schließlich hieß es bei plötzlich auftretender Gefahr kämpfen und/oder fliehen. Nur begegnen wir heutzutage recht selten Säbelzahntigern, sprich: Stress ist in Zeiten von Bürotätigkeiten nur noch selten mit Muskelaktivität verbunden. Außerdem hält er oft länger an. Und das hat gesundheitliche Folgen: „Eine Aktivierung von Herz und Kreislauf ohne Muskelaktivität lässt den Blutdruck steigen“, erklärt Prof. Herrmann-Lingen, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen.

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Teufelskreis droht

Menschen, die unter Stress leiden, leiden oft auch unter funktionellen Herzbeschwerden (wie Herzrasen oder Herzstolpern). Funktionell bedeutet, es liegen keine organischen Schäden vor, das Herz ist eigentlich gesund. Darum erweisen sich rein körpermedizinische Behandlungen auch als erfolglos, schreibt die Herzstiftung, was Betroffene nur noch weiter verunsichert. „Einige Patienten beobachten Puls, Blutdruck sowie Herzbeschwerden besonders genau und meiden positive Aktivitäten wie Sport, aus der – eigentlich unbegründeten – Sorge vor einem Herzinfarkt“, erläutert Prof. Herrmann-Lingen. Zu wenig Bewegung ist aber kontraproduktiv, wenn man eh schon gestresst ist und Körper und Geist nach „Ausgleich“ schreien – und ein Risikofaktor für „echte“, also organische, Herzkrankheiten.

Und natürlich – bzw. erst recht – leidet die Psyche darunter, wenn tatsächlich eine Herzkrankheit vorliegt. „In der Folge können sich Ängste und weitere psychische Probleme entwickeln, die wiederum das Herz belasten. Nicht selten kommt es zu einem Teufelskreis aus Herzkrankheit und psychischen Problemen“, weiß der Herzspezialist.

Psychokardiologie bietet Hilfe

Damit es erst gar nicht so weit kommt, arbeiten immer mehr Kliniken mit psychosomatischen Diensten zusammen. So gibt es für Patienten noch im Krankenhaus aufbauende Gespräche sowie Unterstützung bei der weiteren Therapieplanung. Präventiver Natur und daher sehr wichtig sind auch Kurse zur Stressbewältigung.

Weitere Infos zu den Hilfsangeboten und einen Patienten-Erfahrungsbericht bietet der Expertenbeitrag „Hilfe für das Herz – und für die Seele“ von Prof. Herrmann-Lingen in HERZ heute 1/2020, der stiftungseigenen Zeitschrift, die man kostenfrei unter der Telefonnummer 069 955128400 anfordern kann.