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Studie aus Ohio findet weiteren Grund

Warum kann man manchmal nicht mit dem Snacken aufhören?

Tisch mit unterschiedlichen Snacks wie Chips, Brezeln und Oliven
Vielen fällt es schwer, sich das Snacken zu verkneifen. Ein Grund dafür kann Schlafmangel sein.Foto: Getty Images

Ständig am Naschen – und dann auch nur ungesundes Zeug? US-Forscher finden einen simplen Grund, warum einige Menschen oft nicht aufhören können, zu snacken. Sie geben außerdem Tipps zur Abhilfe.

Hier ein Griff in die Chips-Tüte, da ein Stückchen Schokolade und vielleicht noch ein paar Gummibären: Wenn das Snacken kein Ende findet und das Aufhören nur schwerfällt, kann das viele Gründe haben. Mal sind es Probleme mit dem Blutzuckerspiegel, Schilddrüsenüberfunktion, Stoffwechselstörungen oder einfach nur extremer Stress. Meist ist die wahre Ursache weniger pathologischer Natur und damit relativ einfach aus der Welt zu schaffen, sagen Forschende der Ohio State University. Laut ihrer Studie, die aktuell im „Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics“ veröffentlicht wurde, ist ständiges Snack-Verlangen schlichtweg auf Schlafmangel zurückzuführen.

Wie sich die Schlafdauer auf unsere Snack-Lust auswirkt

Das Forscherteam ging der Frage nach, wie sich Schlafdauer auf den Snack-Hunger auswirkt. Dazu analysierten sie Daten von fast 20.000 Erwachsenen (im Alter von 20 bis 60 Jahren), die von 2007 bis 2018 an der „National Health and Nutrition Examination Survey“ teilgenommen hatten.1 Dabei wurden sie gefragt, wie lange sie während der Arbeitswoche schliefen und was sie wann aßen. Dann teilten die Forscher die Teilnehmer in zwei Gruppen auf: Gruppe eins schlief sieben oder mehr Stunden, die zweite weniger als sieben Stunden.

Des Weiteren wurden drei Snack-Zeitrahmen festgelegt: 2:00-11:59 Uhr morgens, 12-17:59 Uhr nachmittags und 18:00-1:59 Uhr abends.

Wer genügend schläft, snackt meist nur einmal am Tag

Erste Erkenntnis: So gut wie jeder Mensch snackt außerhalb der drei Hauptmahlzeiten – genauer gesagt waren es 95 Prozent der Studienteilnehmer. Zu den beliebtesten Snacks zählen Softdrinks, Kekse, Chips, Brezeln und Kuchen. Allerdings beließen es die Personen, die genügend Schlaf abbekamen, meist bei einem Snack pro Tag. Menschen, die unter konstantem Schlafmangel litten – also weniger als sieben Stunden pro Nacht – begannen bereits morgens zu snacken, dafür weniger am Nachmittag, um abends bzw. nachts erst richtig loszulegen, heißt es in der Medienmitteilung der Universität. 2

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Wer länger wach ist, isst mehr – und kann daher schwer aufhören zu snacken

Das Problem: Die Nascherei sorge für jede Menge Kalorien, aber kaum Nährstoffe, sagt Studienleiter Christopher Taylor. „Je länger wir wach sind, desto mehr Möglichkeiten haben wir, zu essen. Und nachts kommen diese Kalorien meist in Form von Snacks und Süßigkeiten. Jedes Mal, wenn wir diese Entscheidungen treffen, nehmen damit ebenso Dinge zu uns, die mit einem erhöhten Risiko für chronische Krankheiten verbunden sind.“

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Schlafmangel als Ursache für Fettleibigkeit

Selbst nicht direkt spürbarer Schlafmangel ist Stress für den Körper. Und Stress fördert bekanntlich den Snack-Hunger. „Wir wissen, dass Schlafmangel auf breiterer Ebene mit Fettleibigkeit zusammenhängt, aber es sind auch all diese kleinen Verhaltensweisen, die damit verbunden sind“, sagt Taylor. Damit meint er vor allem den Mangel an körperlicher Aktivität, längere Bildschirmzeit, und eben die Lust auf all die hoch verarbeiteten Produkte, die wir nicht als vollwertige Mahlzeiten konsumieren. 

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Snacken – so klappt’s mit dem Aufhören

Genügend Schlaf ist also ein wirksamer Weg aus der Dauer-Snackfalle. Doch manchmal lässt es der Alltag schlichtweg nicht zu, die offizielle Schlafempfehlung einzuhalten. Wer zudem unter Schlafstörungen leidet, nur schwer einschlafen oder durchschlafen kann, sollte dringend einen Arzt aufsuchen oder das Problem anderweitig angehen. Schlafen ist etwas, dass man auch als Erwachsener noch lernen kann. (FITBOOK berichtete). Für den Anfang hat Christopher Taylor einen einfachen wie wirksamen Rat: Rechtzeitig ins Bett gehen, auch ohne Müdigkeit. „Wenn Sie im Bett liegen und versuchen einzuschlafen, stehen Sie nicht essend Küche. Es zumindest pünktlich ins Bett zu schaffen, ist ein hilfreicher Ausgangspunkt.“

Quellen