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Rat von Expertin

Psychische Probleme in den Wechseljahren – wann Hilfe suchen?

In den Wechseljahren leiden manche Frauen an psychischen Problemen
Die Wechseljahre können Körper und Psyche gleichermaßen belasten Foto: Curly_photo
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Melanie Hoffmann
Fitness- und Schlafexpertin

1. Juni 2026, 21:24 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Hormone spielen verrückt, Prozesse im Gehirn verändern sich, es kommt häufig zu Schlafstörungen und Hitzewallungen sowie weiteren belastenden Beschwerden wie unerwünschter Gewichtszunahme. Die Rede ist von den Wechseljahren. Eine Lebensphase, die ähnlich wie die Pubertät, einen großen Umbruch darstellt – und auch einen Effekt auf die Psyche haben kann. Wann psychische Probleme ernst genommen werden sollten, erklärt eine Expertin bei FITBOOK.

Erst Anfang dieses Jahres wurde eine Studie veröffentlicht, die zeigte, dass Frauen nach der Menopause häufiger von Angstzuständen, Nervosität und depressiven Symptomen betroffen waren.1 Egal in welchem Alter: Mentale Beschwerden sollten immer beobachtet und nie auf die leichte Schulter genommen werden. Hilfe kann und sollte man bei Bedarf in Anspruch nehmen. Das gilt natürlich auch für die Wechseljahre, in denen Frauen, die so etwas zuvor vielleicht noch nie erlebt haben, plötzlich mit psychischen Problemen konfrontiert werden. Vielleicht schieben sie Verstimmungen auch einfach auf die Hormone oder alltäglichen Stress. Und tatsächlich können sie auch die Ursachen sein und mentale Tiefs auch mal schnell wieder abklingen.

Doch wann weiß man: Das ist mehr als schlechte Laune? Wann lohnt es sich, genauer hinzuschauen und vielleicht ärztlichen Rat zu suchen?

Wochenlange Beschwerden? Hilfe suchen

„Wenn man über drei oder vier Wochen merkt, dass keine Besserung eintritt“, lautet die Antwort, die uns Ernährungsberaterin und Gesundheitsexpertin Adaeze Wolf im FITBOOK-Interview gegeben hat. „Wenn jemand wirklich in so einem Tief ist, dass depressive Phasen länger anhalten und die Person allein nicht mehr herauskommt, dann muss man da wirklich hinschauen. Ähnlich ist es, wenn jemand über längere Zeit wirklich schlecht schläft.“

Die Deutsche Depressionshilfe rät, Betroffene offen darauf anzusprechen und ihnen bei Bedarf dabei zu helfen, einen Arzt oder Psychotherapeuten zu kontaktieren.

Sollten Sie selbst Hilfe benötigen: Die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 ist kostenfrei und steht rund um die Uhr zur Verfügung. Holen Sie sich bitte Hilfe!

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Vitamin D und Schlaf

Es muss aber nicht sofort der Gang zum Psychotherapeuten notwendig werden. Wolf bringt zunächst andere mögliche Ursachen ins Spiel: Nährstoffversorgung und Schlaf. „Ganz wichtig sind in diesem Zusammenhang auch die Mikronährstoffe. Hier kann sich während der Wechseljahre viel tun, und diese zu checken, kann hier helfen. Ein Beispiel ist Vitamin D. Ein Mangel ist mit depressiven Verstimmungen verbunden. Auch den Schlaf sollten wir betrachten. Wenig Schlaf kann mentale Probleme fördern, genau wie diese umgekehrt den Schlaf beeinträchtigen können“, betont die Expertin. Sie rät, Beschwerden ein paar Wochen zu beobachten und dann aber wirklich Hilfe zu suchen.

Nährstoffmängel behen

Als Gesundheitsexpertin, die mit Frauen kurz vor oder während der Wechseljahre arbeitet, weiß sie, dass Mikronährstoffe wie Omega-3, Vitamin D und Magnesium eine wichtige Rolle für die Psyche spielen. Diese könne man durchgängig empfehlen, wobei es immer am besten sei, die Einnahme ärztlich abzuklären. Die Nährstoffe könnten in der Kombination oft schon helfen, wenn Frauen Probleme mit dem Schlaf hätten oder sehr nervös seien. „Bei mentalen Beschwerden muss es am Ende gar nicht immer so ernst sein, dass eine Therapie nötig wird. Manchmal reicht es tatsächlich, die entsprechenden Mikronährstoffe wieder aufzufüllen. Dann kommen häufig die verloren gegangene Power und Energie wieder.“

Zur Person

Adaeze Wolf ist Expertin für ganzheitliche Frauengesundheit, Autorin, Podcasterin und Speakerin. Als holistische Ernährungsberaterin sowie zertifizierte Health & Life Coachin begleitet sie Frauen ab 40, die Hormonchaos, Erschöpfung und unerklärliche Gewichtszunahme hinter sich lassen wollen.

Quellen

  1. Zuhlsdorff, K., Langley, C., Bethlehem, R. et al. (2026). Emotional and cognitive effects of menopause and hormone replacement therapy. Psychological Medicine. ↩︎

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