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Hayden Panettiere

„Ich sagte zu Wlad: ‚So kann ich nicht weiterleben‘!“

Wladimir Klitschko und Hayden Panettiere
Wladimir Klitschko und Hayden Panettiere (hier im Jahr 2013) haben eine gemeinsame Tochter Foto: Getty Images
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Melanie Hoffmann
Fitness- und Schlafexpertin

13. Mai 2026, 20:57 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Hayden Panettiere (36) hat ihre Stimme gefunden und erobert sich ihre Lebensgeschichte zurück. Nachdem viele Jahre lang vor allem Schlagzeilen ihre Außenwirkung bestimmten, erzählt sie nun ihre Sicht – in Interviews und einem Buch, das sie bald veröffentlicht. Ein hartes Kapitel ihres noch jungen Lebens: die Zeit nach der Geburt ihrer Tochter Kaya. Hayden Panettiere offenbart, was Menschen ihrer Meinung nach über postpartale Depression wissen sollten, und klärt darüber auf, warum Kaya bei ihrem Vater Wladimir Klitschko lebt.

Praktisch von Geburt an gehören Kameras und Filmsets zu Hayden Panettieres Alltag. Erst begeisterte sie als Kinder- und Teenie-Star, wurde mit dem Erfolg der Serie „Heroes“ zum It-Girl und gewann für ihre Rolle in „Nashville“ zwei Golden Globes. Doch hinter dem Glanz von Hollywood und roten Teppichen spielte sich eine ganz andere Realität ab – eine, über die viel spekuliert wurde und über die sie nun aufklären möchte.

So fühlt sich postpartale Depression an

Im „Jay Shetty Podcast“ blickt die Schauspielerin jetzt schonungslos ehrlich zurück. „Schon in jungen Jahren träumte ich davon, Mutter zu werden. Mama sein war einfach etwas, das ich schon immer wollte.“ Die Vorstellung von diesem Lebenskapitel war klar: warm, liebevoll, erfüllt. Doch die Realität traf sie völlig unvorbereitet: „Ich bekam meine Tochter und ich wusste, etwas stimmt nicht. Es war schrecklich.“

Was folgte, beschreibt Panettiere als Zustand zwischen Überforderung, Angst und emotionaler Distanz – Gefühle, die so gar nicht zu dem Bild passten, das sie von Mutterschaft hatte. „Ich konnte einfach nicht so eine Verbindung zu ihr (Panettieres Tochter Kaya; A. d. R.) aufbauen, wie sie hätte sein müssen. Ich war gestresst und hatte Angst, die ganze Zeit.“

„Ich brauche Hilfe“

Ein zentrales Problem: das Schweigen. „Es herrscht viel Stigma rund um postpartale Depression, viele Missverständnisse“, sagt sie. Auch sie selbst wusste lange nicht, was mit ihr passiert. „Ich kannte keine Leute, die das erlebt hatten. Darüber wurde nicht gesprochen.“

Um irgendwie zu funktionieren, versuchte die Schauspielerin, ihre Emotionen zu unterdrücken. „Was ich getan habe, war nicht normal und nicht gesund“, gibt sie offen zu. Alkohol wurde zu einem kurzfristigen Ausweg – mit fatalen Folgen: „Man hat kurz die Illusion, dass er hilft, aber eigentlich geht das nach hinten los.“ Der Wendepunkt kam, als der Leidensdruck schließlich unerträglich wurde. „Nach etwa vier Monaten ging ich zu Wlad (Wladimir Klitschko, A. d. R.) und sagte: ‚Ich brauche Hilfe. Ich kann so nicht weiterleben. Etwas läuft gewaltig schief.’“

Auch interessant: Diese Symptome können auf eine Depression hinweisen

Den Rest des Lebens depressiv?

Doch selbst dieser Schritt brachte zunächst keine Klarheit. Panettiere wurde wegen Alkoholproblemen behandelt – die eigentliche Ursache blieb unerkannt. „Ich habe mich so gefühlt, als sei mir nicht zu helfen“, erinnert sie sich. Zudem gab sie zu bedenken: „Ich dachte, ich würde wohl für den Rest meines Lebens depressiv sein.“ Die Diskrepanz zwischen äußerem Glück und innerem Zustand machte alles noch schwerer: „Da hatte ich diesen süßen Engel, ein gesundes Kind. Ich hatte solches Glück – aber ich war einfach fertig und nichts hat geholfen.“

Erst nach rund zehn Monaten eigener Recherche verstand sie, womit sie wirklich kämpfte. Eine Erkenntnis, die sie heute nutzt, um aufzuklären und anderen Betroffenen eine Stimme zu geben.

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Warum Kaya bei Wladimir lebt

Das Wissen um die postpartale Depression war für Hayden Panettiere ein Anfang auf dem Weg aus der Dunkelheit. Ein Kampf, der mehrere Jahre dauerte – und teils parallel zu ihrer Arbeit in der Serie „Nashville“ stattfand. Wladimir Klitschko, der damals noch im Boxen aktiv war und sich ein Business aufbaute, war in Europa. In der Folge reiste die kleine gemeinsame Tochter viel zwischen ihren Eltern hin und her. Ein Zustand, der schließlich so gelöst wurde, dass Kaya komplett zu Klitschko nach Europa zog. Dieser Schritt sei für das Wohlergehen des Kindes notwendig gewesen, habe aber ihrer Mutter das Herz gebrochen. Erschwert wurde die Situation dadurch, dass der Schritt öffentlich häufig missverstanden wurde.

„Die Idee, dass jemand glaubt, ich hätte mein Kind freiwillig weggegeben, ist herzzerreißend“, betonte die Schauspielerin im Podcast. Natürlich wollte sie die Kleine immer bei sich haben. Doch Hayden Panettiere traf offenbar eine bewusste Entscheidung gegen das eigene Bedürfnis – und für das Wohl ihrer Tochter. Auch als es ihr nach Jahren der Behandlung endlich besser ging, kämpfte sie nicht darum, das Sorgerecht zurückzubekommen. „Ich hätte es unfair und egoistisch gefunden, sie aus ihrem stabilen Leben herauszureißen.“

Heute haben Panettiere, Klitschko und die gemeinsame Tochter als Familie einen Weg gefunden, der funktioniert. „Sie weiß, dass sie zwei Elternteile hat, die sie lieben und unterstützen.“ Trotz Distanz pflegt Panettiere eine enge Beziehung zu ihrer Tochter – mit Besuchen, FaceTime und viel emotionaler Nähe.

Ihr Blick nach vorn bleibt hoffnungsvoll – und selbstbestimmt: Vielleicht, so der große Herzenswunsch, wird ihre Tochter eines Tages entscheiden, wieder näher bei ihr zu leben: „Wenn sie das möchte.“

Hayden Panettieres Botschaft über postpartale Depression

„Es ist real. Das ist nichts, was wir uns ausdenken oder wollen“, betonte Hayden Panettiere im Gespräch mit Jay Shetty. Was die Menschen wissen sollen: Postpartale Depression ist kein Zeichen von Schwäche oder fehlender Liebe. „Wir wollen das nicht durchmachen. Wir wollen mit unserem neugeborenen Kind zusammen sein und voller Freude sein und jeden Moment genießen.“ Und gleichzeitig sei erkrankten Müttern genau das ohne Hilfe nicht möglich.

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