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Studie aus den USA

Wein kann vor Diabetes Typ 2 schützen – unter bestimmten Bedingungen

Diabetes Wein: Rotwein
Ist Wein gesund oder nicht? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Forschung schon lange.Foto: Getty Images

Sich ab und zu ein Glas Wein zu gönnen, könnte laut einer neuen Langzeitstudie das Risiko für Diabetes Typ 2 senken. Der Grund dafür liegt allerdings nicht im Alkohol.

Für viele Menschen gehört ein Glas Wein zum Essen dazu. Dabei gibt es ähnlich viele wissenschaftliche Stimmen, die sagen, moderater Rotweingenuss habe gesundheitliche Vorteile, wie auch Studien, die dagegenhalten.1,2 Eine aktuelle Untersuchung von Forschern der Tulane University (Bundesstaat Louisiana) schlägt sich wiederum auf die Seite der Weinfreunde. Ihrer Erkenntnis nach schützen moderate Mengen Wein – insbesondere Rotwein – vor Typ-2-Diabetes. Dies geht aus einer vorläufigen Studie vor, welche am 3. März bei der aktuell in Chicago stattfindenden „Epidemiology, Prevention, Lifestyle & Cardiometabolic Health Conference 2022“ vorgestellt wurde.

Trinkverhalten von 312.000 Frauen und Männern über elf Jahre lang verfolgt

Das Ergebnis basiert auf Daten von 312.000 britischen Einwohnern, die angaben, regelmäßig Alkohol zu trinken. Innerhalb des über 11 Jahre andauerndes Beobachtungszeitraums entwickelten davon 8600 der Erwachsenen Typ-2-Diabetes. Die genaue Auswertung ergab, dass diejenigen, die ein Glas Rotwein zum Essen trinken, ihr Risiko für Diabetes Typ 2 um 14 Prozent senkten, heißt es in der Medienmitteilung der American Heart Association.3

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Bedingungen: Nur zum Essen, besser Rotwein und auch nur ein Glas

Doch nur moderate Mengen Alkohol wirkten sich positiv aus, heißt es weiter – bis zu einem Glas Wein täglich bei Frauen und bis zu zwei Gläsern täglich bei Männern. Ein geringeres Typ-2-Diabetes-Risiko trat nur auf, wenn Menschen ihren Wein zu den Mahlzeiten tranken, nicht, wenn Alkohol allein konsumiert wurde. Bei Personen, die Schnäpse und Bier bevorzugen, kehrte sich der Effekt um. Ihr Risiko für Diabetes stieg gegenüber den Weinfans und Nichttrinkern. „Die Botschaft dieser Studie ist, dass das Trinken von mäßigen Mengen Wein zu den Mahlzeiten Typ-2-Diabetes verhindern kann, wenn Sie keinen anderen Gesundheitszustand haben, der durch mäßigen Alkoholkonsum negativ beeinflusst werden kann, und in Absprache mit Ihrem Arzt“, so der leitende Studienautor Hao Ma. Er betont aber auch: „Wer bislang keinen Alkohol bzw. Wein getrunken hat, solle auf keinen Fall damit anfangen.“ Bei einigen Krebsarten und anderen Gesundheitsproblemen steige das Risiko sogar bei sehr geringem Alkoholkonsum.

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Der Grund liegt nicht am Alkohol

Die Wissenschaft ist sich relativ einig, dass Alkohol selbst keine gesundheitlichen Vorteile hat, sogar in schädlich ist (FITBOOK berichtete). Das betont auch diese Studie. So gehen die Forscher davon aus, dass die schützende Wirkung allein auf die im Rotwein vorkommenden Verbindungen wie Reservartol zurückzuführen ist. „Diese Daten deuten darauf hin, dass es nicht der Alkohol ist, sondern andere Inhaltsstoffe im Wein“. Das heißt, Rotwein hat trotz seines Alkoholgehaltes immer noch einige gesundheitsfördernde Eigenschaften. Da glücklicherweise das Angebot und auch die geschmackliche Qualität von alkoholfreien Weinalternativen in letzter Zeit gestiegen ist, sollten Weinfreunde in Betracht ziehen, hin und wieder darauf umzusteigen.

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Alkoholkonsum und Gesundheit bleiben ein zweischneidiges Schwert

Was Alkohol betrifft, kommt es ganz stark auf das Wie und das Was an. Alkohol ist und bleibt mit zahlreichen Risiken verbunden, darunter Autounfälle, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Schlaganfall, Brustkrebs, Lebererkrankungen, Depressionen oder Alkoholismus. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Menschen, die Rotwein gegenüber hartem Alkohol und Bier bevorzugen, häufig gebildeter sind, weniger Fleisch essen, über ein höheres Einkommen verfügen und körperlich aktiver sind. Auch das sind bekanntlich wichtige Faktoren, die das Diabetes-Risiko senken.

Quellen

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