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Mit mRNA-Vakzin

Stiko empfiehlt 2. Impfung – was „Johnson & Johnson“-Geimpfte jetzt wissen sollten

Zweite Impfung bei Johnson & Johnson: Mann impft Patienten
Bei Johnson & Johnson wird jetzt eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Vakzin empfohlen.Foto: Getty Images

Die einmalige Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson schützt nicht ausreichend vor einer Ansteckung mit Corona, insbesondere der Delta-Variante. Deshalb empfiehlt die Stiko nun eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Vakzin. Was „Johnson & Johnson“-Geimpfte jetzt wissen sollten.

Laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) haben bislang 3,2 Millionen Menschen die Impfung mit Johnson & Johnson erhalten. Aber bereits seit einiger Zeit wird spekuliert, ob das Vakzin, bei dem nur eine Spritze gegeben wird, ausreichend vor Corona schützt. Nun attestiert die Ständige Impfkommission (Stiko) dem Impfstoff einen „ungenügenden Impfschutz“ und empfiehlt bei Johnson & Johnson eine zweite Impfung.1

Was bedeutet „ungenügender Impfschutz“?

Generell schützen alle Covid-19-Impfstoffe in Deutschland effektiv und anhaltend vor schweren Verläufen und Tod, betont die Stiko. Allerdings sei ein deutlich höherer Anteil von Durchbruchsinfektionen bei Jüngeren, die mit Janssen von Johnson & Johnson geimpft seien, zu verzeichnen. Die Wirksamkeit gegen die hierzulande nun vollständig dominierende Delta-Variante sei im Unterschied zu den anderen Corona-Impfstoffen vergleichsweise gering, schränkt die Stiko ein. Mit anderen Worten: Der Impfschutz von Johnson & Johnson ist diesbezüglich ungenügend.

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Welche zweite Impfung ist bei Johnson & Johnson sinnvoll – und wann?

Statt einer zweiten Impfung mit Janssen von Johnson & Johnson empfiehlt die Stiko nun die Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff. Also mit BioNTech/Pfizer oder Moderna. So könne der Impfschutz optimiert werden. Entsprechende Daten zum Vorteil einer Kreuzimpfung hatte bereits eine britische Studie im Juni dargelegt.2 Die zweite Impfung kann bereits vier Wochen nach der Einmalimpfung erfolgen.

Allerdings handelt es sich noch nicht um eine endgültige Stiko-Empfehlung. Ein entsprechender Beschlussentwurf sei in die Abstimmung mit Fachkreisen und Bundesländern gegangen, hieß es. Änderungen seien daher noch möglich.

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Wo gibt es die Auffrischungsimpfung?

Viele Betroffene fragen sich nun sicherlich, wo man die Auffrischungsimpfung bekommt. Laut dem „Bundesministerium für Gesundheit (BMG)“ dürfen die Impfzentren der Bundesländer und niedergelassene Ärzte Bürger impfen, die als ersten Impfschutz einen Vektor-Impfstoff wie von Johnson & Johnson erhalten haben. Wie genau die Auffrischungsimpfung organisiert und durchgeführt wird, liegt in der Zuständigkeit der Bundesländer.3

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Ist genügend Impfstoff vorhanden?

Wer mit Johnson & Johnson geimpft ist und nun gemäß Stiko-Empfehlung eine zweite Impfung erhalten möchte, kann unbesorgt sein. Gemäß BMG sei genügend Impfstoff vorhanden. Daher müsse auch keine Priorisierung mehr erfolgen. Einem weiteren Piks sollte demnach nichts im Weg stehen. Die erneute Impfung ist übrigens auch wieder kostenlos.3

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US-Studie zur Wirkung von Johnson & Johnson

Bereits im Juli hatte eine kleine Studie der Grossman School of Medicine in New York (USA) Zweifel daran gesät, ob die einmalige Impfung mit dem Vektor-Vakzin ausreiche. Das Forscherteam hatte Blutproben von geimpften Personen und solchen, die eine Coronainfektion hinter sich hatten, genauer unter die Lupe genommen. Dabei interessierte die Wissenschaftler, inwieweit die Blutseren auf die verschiedenen Varianten des Coronavirus einen Schutz ausbildeten. Darunter fanden sich auch die Varianten Alpha, Beta und Delta.4

Die Forschenden verglichen die Blutproben von 17 Probanden, denen entweder Moderna- oder der BioNTech/Pfizer-Impfstoff verimpft wurde, mit Proben von zehn Probanden mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson. Dieser zeigte sich laut der Studie gegenüber einigen der Corona-Varianten, darunter die Delta-Variante, weniger wirksam.

mit Material von dpa

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