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Sie zeigten keine Nebenwirkungen

Totimpfstoff gegen Coronavirus erfolgreich an Affen getestet

Totimpfstoff: Das Gesicht eines Rhesus-Affens
Rhesus-Affen zeigten keine Nebenwirkungen bei der Injektion mit dem neuen Impfstoff
Foto: Getty Images

Weltweit suchen Forscher nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus – und das in Höchstzeit. Jetzt haben Wissenschaftler aus China einen Impfstoff an Affen getestet. FITBOOK erklärt, ob die Tiere die Impfung gut vertragen haben.

Totimpfstoff – das klingt erstmal gruselig. Dabei handelt es sich aber um einen inaktiven Impfstoff mit abgetöteten Krankheitserregern oder auch nur Bestandteilen davon. Schaffen sie den Sprung in den menschlichen Körper, werden sie als fremd erkannt und die Immunabwehr geht ans Werk.

In einer Studie konnte nun ein Forscher-Team aus China nachweisen, dass sich Rhesus-Affen durch den experimentell gewonnenen neuen Totimpfstoff als immun gegen das Coronavirus gezeigt haben. Die Studie veröffentlichten die Wissenschaftler um Qiang Gao hier.

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Wie gingen die Forscher vor?

Das Team um Gao hat für ihre Studie elf virale Isolate von Patienten verwendet, die durch SARS-CoV-2 erkrankt sind. Darunter Menschen aus China, Spanien, Italien, Großbritannien und der Schweiz – alles Länder mit einer hohen Fallrate an Corona-Erkrankten. Die Viren wurden nach der Isolierung in einem Laborverfahren vermehrt. Schließlich wurde der Stamm mit dem besten Wachstum ausgewählt. Der wurde dann chemisch inaktiviert und chemisch gereinigt. Der so gewonnene Impfstoff wurde schließlich an Affen getestet.

Warum eignen sich eigentlich Affen bei Totimpfstoff?

Die chinesischen Forscher haben dem gewonnenen Totimpfstoff den Namen „PiCoVacc“ gegeben. Dieser wurde zunächst bei Mäusen und Ratten untersucht. Nachdem die Tiere eine Immunantwort ausgebildet haben, injizierten Gao und sein Team 20 Rhesus-Affen (Macaca mulatta) damit. Diese Affenart ist dafür bekannt, dass sie bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ähnliche Krankheitssymptome entwickelt, wie bei Menschen.

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Keine Nebenwirkungen bei experimenteller Infektion

Das Ergebnis: . Denn laut den Wissenschaftlern bildeten die Tiere sehr viele neutralisierende Antikörper nach der Injektion mit dem Impfstoff. Wichtig: Es zeigte sich, dass bei dem Test keine gravierenden Nebenwirkungen aufgetreten sind. Das kann der Fall sein, wenn das Immunsystem auf Grund von unbekannten Erregern aus allen Rohren schießt. Unter Forschern heißt das Phänomen „Zytokin-Sturm“.

Diese überschießende Reaktion des Abwehrsystems ist auch in der Rheumaforschung bekannt. Und auch hier gibt es neue Ansätze in der Forschung, mit Hilfe eines Rheumamittels eine Therapie für schwer erkrankte Covid-19-Patienten zu entwickeln. FITBOOK berichtet hier über ein Rheuma-Medikament, das derzeit durch viele Wissenschaftler weltweit im Kampf gegen Corona unter die Lupe genommen wird.

Aufgrund der positiven Ergebnisse der Studie aus China sollen jetzt klinische Studien mit dem neuen Impfstoff beginnen.

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