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Stichwort: metabolisches Syndrom!

Warum schon ein Bäuchlein lebensgefährlich sein kann

Mann mit Bauch
Schon „was zum Anfassen“ kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen
Foto: Getty Images

Die berühmten Speckröllchen am Bauch stören nicht nur die Ästhetik, sondern können auch auf Kosten der Gesundheit gehen. Denn: Wenn es in dieser Region zu üppig wird, lauert darunter womöglich „inneres Bauchfett“. FITBOOK weiß von Experten, dass das gefährlich sein kann.

Viele Frauen finden es liebenswert, wenn ihr Mann ein kleines Bierbäuchlein vor sich her trägt. So ist auch zu erklären, dass der #dadbod (kurz für „Dad Body“, also Körper nach dem Vorbild unserer Väter-Generation) kürzlich in den sozialen Medien zum Trend avancierte. Es gilt jedoch aufzupassen, dass man unter der gemütlichen Körpermitte kein gefährliches Bauchfett züchtet.

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Mann mit Bauch

Die Körperfülle ist nicht nur Geschmackssache, sondern schnell auch eine Frage der Gesundheit
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Bauchfett ist nicht gleich Bauchfett

FITBOOK sprach mit Dr. med Matthias Riedl, Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe und Ernährungsmediziner Medicum Hamburg, der zunächst den Unterschied zwischen innerem und äußeren Bauchfett umreißt. Beim äußeren handele es sich um klassisches Unterhautfettgewebe, die berühmten Speckröllchen. Was unter Umständen darunter liegt, könne hingegen gefährlich werden.

„Das innere Bauchfett ist eine große Drüse, die schädliche Botenstoffe produziert. Und diese lösen Entzündungsreaktionen im Körper aus“, erklärt Dr. Riedl. Bei Patienten mit viel innerem Bauchfett seien die Entzündungswerte um bis zu hundertfach erhöht. Das sei eine extreme Belastung für das Herzkreislaufsystem und könne sich unmittelbar mit Arterienverkalkung rächen.

Damit nicht genug, gingen inneres Bauchfett und seine Begleiterscheinungen schnell zu Lasten der Nieren. „Und von vielen wird unterschätzt, dass mit dem Beginn einer Niereninsuffizienz und entsprechender Dialyse die Lebenserwartung bei nur noch etwa sieben Jahren liegt“, betont Dr. Riedel. Die dargestellten Gefahren drohten männlichen und weiblichen Patienten gleichermaßen. Hinzu komme ein starkes Risiko auf Demenz, „da die minimalen immunologischen Entzündungen, die das innere Bauchfett in Gang setzt, sich auch auf die Hirnfunktion auswirken.“ Hiervon seien statistisch gesehen eher Frauen betroffen.

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Schlechte Ernährung und Bewegungsmangel sind schuld

Schuld ist in aller Regel eine Kombination aus ungünstiger Ernährung und Bewegungsmangel. Riedl warnt vor den meisten Kohlenhydratarten und insbesondere vor Zucker. „Unsere Ernährung ist sehr reich an Brot, Reis und Nudeln. Das wäre in Ordnung, wenn man sie auch verbrennen würde. Das tun die meisten aber nicht und sitzen stattdessen viel. Die Kohlenhydrate, die dann in den Fettzellen gespeichert werden, können so zu gefährlichem Bauchfett werden.“ Ein enormes Problem, das nicht zuletzt – und in diesem Fall besonders fatal – auch Kinder betrifft.

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Wann ist der Bauchfettanteil zu hoch?

Mit einem Maßband zwischen Rippen und Beckenknochen könne man selbst ermitteln, ob der Anteil an Bauchfett im gefährlichen Bereich liegt. „Kritisch wird es bei Frauen, wenn der Taillenumfang bei über 88 Zentimeter liegt. Bei Männern besteht spätestens bei 102 Zentimetern Handlungsbedarf.“ Wer sein Bauchfett verringern möchte, solle eine Zeit lang keinen Alkohol trinken, auf üppige Mahlzeiten verzichten und mit Sport anfangen. Das Training sollte mindestens drei Mal in der Woche stattfinden – jeweils rund 45 Minuten. Mediziner Riedl hält es zudem für wichtig, dass einem die jeweilige Sportart liegt. Wenn man sich erst überwinden muss, beispielsweise zum Schwimmengehen, sollte man überlegen, ob das Walken vielleicht nicht die bessere Wahl ist. Wer es aus eigener Kraft nicht schafft, sich zu Bewegung zu motivieren, und auch nicht weiß, wo er konkret ansetzen soll, dem empfiehlt der Facharzt die Kontaktaufnahme mit dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V. (BDEM). Die Organisation beschäftige Ernährungsmediziner an verschiedenen deutschen Standorten und biete Hilfestellung und Kurse an.

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Frau beim Bauchtraining

Sport macht Spaß – und die Gesundheit dankt es!
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