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Entspricht zwei großen Gläsern Cola

80 Gramm Zucker pro Tag verdoppeln die Fettproduktion in der Leber

Zwei Gläser Cola
Zwei große Gläser Cola enthalten ungefähr 80 Gramm Zucker. Das ist laut einer aktuellen Studie schon eine kritische Menge für den täglichen Konsum des SüßstoffsFoto: Getty Images

Laut einer aktuellen Schweizer Studie reichen bereits moderate Mengen Zucker pro Tag aus, um die Fettproduktion der Leber zu verdoppeln. Langfristig trägt dies zur Entwicklung von Diabetes Typ 2 oder einer krankhaften Fettleber bei.

Zuviel Zucker ist ungesund, macht schlechte Zähne und begünstigt Übergewicht. Das weiß jedes Kind. Und doch würden die meisten wohl davon ausgehen, dass zwei Gläser Cola am Tag – ohne weitere Süßigkeiten – noch absolut im Rahmen sind. Leider nicht: Zwei Mal 400 Milliliter der schwarzen Brause enthalten bereits die als kritische Menge ermittelten 80 Gramm. So wenig Zucker reicht laut neuesten Erkenntnissen aus, um die Fettproduktion in der Leber zu verdoppeln. Umso problematischer: der durchschnittliche, tägliche Pro-Kopf-Konsum liegt bei 100 Gramm am Tag!

Selbst mäßiger Zucker-Konsum ist potenziell gesundheitsschädlich

Die meisten Forschungen, die sich mit den negativen Auswirkungen von Zucker auf die Gesundheit befassen, beschäftigen sich mit den Folgen von starken Konsum. Die Forschenden der Universität Zürich und des Universitätsklinikums Zürich gingen allerdings der Frage nach, was bereits als moderat angesehene Mengen anrichten können. Ihren ersten Erkenntnissen nach, erwies sich der normale Haushaltszucker als besonders problematisch bezüglich Fettproduktion in der Leber. Die im  „Journal of Hepatology“ veröffentlichte Studie  könnte die Diskussion um eine mögliche Zuckersteuer neu anheizen.

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Untersuchung mit 94 gesunden jungen Männern

Die Wissenschaftler*innen gaben 94 jungen Männern über einen Zeitraum von sieben Wochen jeden Tag ein mit verschiedenen Zuckersorten gesüßtes Getränk. Diese enthielten entweder Fructose (Fruchtzucker), Glucose (bekannt als Traubenzucker) oder Saccharose (Haushaltszucker). Dabei wurde darauf geachtet, dass sich die Tages-Gesamtkalorien der Einzelnen nicht erhöhte. Das heißt, sie mussten etwas weniger essen. Mithilfe sogenannter Tracer analysierten die Forschenden anschließend den Fettstoffwechsel der Probanden. Mit sehr eindeutigen Beobachtungen, wie „SciTechDaily“ Studienleiter Philipp Gerber zitiert: „Täglich 80 Gramm Zucker, was etwa 0,8 Liter eines normalen Erfrischungsgetränks entspricht, steigern die Fettproduktion in der Leber. Und die überaktive Fettproduktion hält über einen längeren Zeitraum an. Auch wenn kein Zucker mehr konsumiert wird.“

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Art des Zuckers hat Einfluss auf die Fettproduktion in der Leber

Die Forschenden entdeckten zudem signifikante Unterscheide bei der Zucker-Art: „Die körpereigene Fettproduktion in der Leber war in der Fructose-Gruppe doppelt so hoch wie in der Glucose-Gruppe oder der zuckerfreien Kontrollgruppe“, erklärt Gerber. Besonders überraschend war, dass der Zucker, den wir am häufigsten konsumieren, Saccharose, die Fettsynthese noch etwas stärker ankurbelte als die gleiche Menge an Fructose. Gerber sei davon ausgegangen, dass Fructose die stärksten Auswirkungen hat.

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Entwicklung von Fettleber und Diabetes Typ 2 wahrscheinlicher

Eine erhöhte Fettproduktion in der Leber begünstigt im hohen Maße die Entstehung einer krankhaften Fettleber sowie Diabetes Typ 2. Dass selbst 80 Gramm bereits den Weg dorthin ebnen, sehen Gerber und sein Team als alarmierend. Das bedeutete, dass selbst die von der WHO empfohlene Menge von 50 Gramm pro Tag viel zu hoch ist. 25 Gramm sollten die Obergrenze sein. Gerber ist optimistisch: „Unsere Ergebnisse sind ein entscheidender Schritt bei der Erforschung der schädlichen Auswirkungen von zugesetzten Zuckern und werden für zukünftige Ernährungsempfehlungen von großer Bedeutung sein.“

Leseempfehlung
Wenn Sie darüber nachdenken, aus gesundheitlichen Gründen den Zucker komplett aus Ihrem leben streichen zu wollen, legen wir Ihnen die „Zuckerfrei“-Kolumne von Nuno Alves, Editorial Director von FITBOOK, ans Herz. Er verzichtet seit drei Jahren und teilt seine Erfahrungen.

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