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Auswirkung auf Fettproduktion der Leber

Zucker ist nicht gleich Zucker – welcher laut Studie besonders schädlich für die Gesundheit ist

Haushaltszucker laut Studie besonders schädlich
Forscher erklären, welche Zuckersorte besonders schädlich für die Leber ist Foto: Getty Images

Generell gilt die Empfehlung, aus gesundheitlichen Gründen nicht zu viel Zucker zu sich nehmen. Doch offenbar ist unter allen echten Süßungsmitteln die Mischung aus Frucht- und Traubenzucker – auch bekannt als Saccarose – besonders schädlich. Das wollen Schweizer Forscher in einer Untersuchung mit unterschiedlich gesüßten Limonaden herausgefunden haben.

Im Übermaß kann Zucker Übergewicht und die Wahrscheinlichkeit für verschiedene gesundheitliche Probleme erhöhen. Dazu zählt auch die Gefahr, an einer Fettleber zu erkranken. Und offenbar ist die gängigste Zuckersorte – Saccarose – für die Leber besonders schädlich.

Saccarose (Haushaltszucker) – was ist das eigentlich?

Ob er nun aus Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Zuckerpalme besteht, braun oder weiß ist – bei Industriezucker handelt es sich immer um Saccharose. Das wissen wir seit einem sehr ausführlichen Gespräch zu dem Thema mit dem Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Nicolai Worm. Saccarose bestehe je zur Hälfte aus Glukose (auch bekannt als Traubenzucker) und Fruktose (= Fruchtzucker).

Den vollständigen Beitrag („Sollten wir alle komplett auf Zucker verzichten?“) finden Sie hier.

Erhöhtes Risiko für Fettleber

Schweizer Forscher haben sich nun mit den konkreten Auswirkungen unterschiedlicher Zuckersorten auf die Gesundheit auseinandergesetzt. Demnach ist Saccarose für die Leber doppelt so schädlich wie andere Zuckerarten. Das wollen Mitarbeiter verschiedener Abteilungen des Universitätsklinikums Zürich herausgefunden haben. Grund dafür sei demnach, dass die Kombination aus Fruchtzucker und Traubenzucker die Fettproduktion in der Leber maßgeblich anrege.

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Studie mit unterschiedlich gesüßten Limonaden

Die Untersuchung ist im Fachblatt „Journal of Hepatology“ veröffentlicht. 126 generell gesunde, erwachsene Männer haben daran teilgenommen. Sie seien per Zufallsprinzip in eine von vier Gruppen eingeteilt worden.

Drei der Probandengruppen hatten die gleiche Aufgabe: Sie sollten über einen Zeitraum von sieben Wochen täglich rund einen Liter Limonade trinken. Alle Limonaden waren mit der gleichen Menge an Süßungsmittel versetzt, 80 Gramm. Allerdings war die Art des verwendeten Zuckers unterschiedlich. Die Limonade für Gruppe eins war mit reinem Traubenzucker gesüßt, die für Gruppe zwei mit Fruchtzucker. Die Limonade für Gruppe drei enthielt Saccarose, also eine Mischung aus beiden.

Gruppe vier fungierte als Kontrollgruppe und bekam keine Limonade zu trinken.

Ergebnis

Bei den Probanden, die über ihre Limonade täglich 80 Gramm Saccarose zu sich genommen hatten, stellten die Studienautoren Hinweise auf eine anfängliche Fettleber fest. Dies erklärten sie sich damit, dass der zugeführte Haushaltszucker die Fettproduktion innerhalb der Leber verstärkt haben soll. Diesen Effekt wollen sie auch bei der Fruchtzucker-Gruppe beobachtet haben, allerdings deutlich weniger als in der Saccarose-Gruppe.

Traubenzucker hingegen soll keinen Einfluss auf die Leber gehabt haben. Ebenso fiel in der Kontrollgruppe nichts auf.

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Obergrenze für täglichen Zuckerkonsum

Erste Anzeichen für eine Leberverfettung können auch bei Menschen bestehen, bei denen man es rein optisch vielleicht nicht erwarten würde. Einfach da sie (noch) kein Übergewicht aufweisen. Es ist daher grundsätzlich wichtig, bestimmte Grenzwerte für den täglichen Zuckerkonsum nicht zu überschreiten.

Abhängig vom Bewegungspensum

Wie hoch der tägliche Zuckerkonsum maximal sein sollte, hängt letztendlich davon ab, wie viel man sich bewegt. Das erklärt uns Diplom-Ökotrophologe Uwe Schröder vom Deutschen Institut für Sporternährung. Den entsprechenden Beitrag („Symptome, die zeigen, dass man zu viel Zucker isst“) finden Sie hier.

Bei vordergründig sitzenden Tätigkeiten sollten es jedenfalls nicht mehr als 50 Gramm Zucker täglich sein. Diese Einschätzung deckt sich mit der offiziellen Empfehlung durch die Weltgesundheitsorganisation WHO.