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10 natürliche Wege, wie man Kopfschmerzen loswerden kann

Frau mit Kopfschmerzen
Oft sind die Gründe für Kopfschmerzen kaum ersichtlich – das liegt an den vielen Ursachen, die dafür verantwortlich sein können
Foto: Getty Images

Fast jeder wird ab und zu von Kopfschmerzen geplagt. Schnelle Abhilfe versprechen Schmerzmittel wie Aspirin mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol. Bei häufiger Einnahme können diese aber ernsthafte Nebenwirkungen haben. Dabei lassen sich Kopfschmerzen häufig mit ganz einfachen und vor allem natürlichen Mitteln loswerden oder zumindest lindern. FITBOOK erklärt, wie.

Kopfschmerzen sind ein komplexes Thema, denn sie können viele Ursachen haben: Wetterumschwung, niedriger Blutdruck, Stress, Bildschirmarbeit oder muskuläre Verspannungen – die Gründe sind mitunter vielfältig, und oft ist es eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, die für den Schmerz verantwortlich sind.

„Die am häufigsten auftretenden Kopfschmerzen sind sogenannte primäre Kopfschmerzen. Dabei handelt es sich um eine angeborene Bereitschaft, auf Änderungen des Schlafs, der Nahrungsaufnahme, des Hormonhaushalts und Stresslevels mit Kopfschmerzen zu reagieren“, sagt Prof. Dr. med. Andreas Straube, Leiter des Oberbayerischen Kopfschmerzzentrums am Neurologie Klinikum Großhadern, zu FITBOOK.

Das erklärt wohl teilweise, warum man manchmal morgens mit einem Brummschädel aufwacht – obwohl man am Tag zuvor nicht mal einen Tropfen Alkohol zu sich nahm und früh ins Bett gegangen ist.

Es gibt nicht die perfekte Methode gegen Kopfschmerzen

Weil die Ursachen so vielfältig sind, gibt es auch keine universelle Methode gegen Kopfschmerzen. Viele Menschen lösen das Problem am liebsten mit Schmerztabletten: Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Metamizol sind die Klassiker. Es gibt aber Hinweise, dass die häufige Einnahme von Schmerztabletten selbst Kopfschmerzen auslösen kann. Zudem haben alle Schmerzmittel Nebenwirkungen und können bei regelmäßiger und andauernder Einnahme Organe wie Magen, Nieren und Leber schädigen.

Laut der auf Kopfschmerzen spezialisierten Schmerzklinik Kiel sollten Medikamente gegen Kopfschmerzen nicht öfter als an zehn Tagen im Monat eingenommen werden, sonst bestehe die Gefahr, dass sie selbst zum Auslöser werden.

Sollte man gänzlich auf Kopfschmerzmittel verzichten?

„Unsinn, keiner muss leiden!“, so Prof. Dr. Straube zu FITBOOK. „Sinnvoll und gezielt eingenommene Medikamente sind nicht schädlich.“ Nur ungezielt und wahllos genommene Schmerzmittel sollten vermieden werden.

Wer jedoch häufig auftretende – mehr als zehnmal im Monat – und starke Kopfschmerzen hat, die jede Tätigkeit unterbinden, sollte einen Arzt aufsuchen.

Laut Prof. Dr. Straube erkennt man eine Migräne an folgenden Erscheinungsformen: halbseitiger Kopfschmerz mit Übelkeit und Erbrechen, starke Lärm-, Licht- und Geruchsempfindlichkeit sowie Verstärkung der Kopfschmerzen durch leichte körperliche Anstrengung.

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Kann man Kopfschmerzen vorbeugen?

Laut dem Experten hilft vor allem ein regelmäßiger und ein nicht von Angst geprägter Lebensstil, um Kopfschmerzen zu vermeiden. „Man sollte den Mut haben, auch Dinge für sich zu machen und das Neinsagen lernen“, so Prof. Dr. Straube. „Kopfschmerzen lassen sich reduzieren, indem man den Lebensstil anpasst und lernt, Stress besser zu bewältigen.“ Dabei sollte man nicht versuchen, Stress zu verhindern, da dies meist nur Stress verursache.

Diese natürliche Methoden können bei Kopfschmerzen helfen

1. Wasser trinken

Ein Grund für Kopfschmerzen kann eine Dehydrierung sein. Das heißt, Sie haben einfach zu wenig getrunken. Deswegen sind ein bis zwei Gläser Wasser die erste Maßnahme, die man ergreifen sollte. Aber Vorsicht: Eiskaltes Wasser kann Kopfschmerzen und sogar Migräne auslösen.

Am besten ist abgekochtes, warmes Wasser oder ein Früchtetee. Sie helfen auf natürliche Weise, Muskeln und Nerven zu entspannen. Die Gefäße weiten sich, Krämpfe können besser gelöst werden. Auch bei Kopfschmerzen, die durch Verdauungsprobleme ausgelöst wurden, hilft warmes Wasser.

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2. Etwas essen

Ein Auslöser für Kopfschmerzen kann auch eine Unterzuckerung sein. Denn vor allem das Gehirn ist auf schnell verfügbare Kohlenhydrate angewiesen, insbesondere in Stressphasen.

Damit das Gehirn immer gut mit Kohlenhydraten versorgt ist, sollte man regelmäßig und ausgewogen essen. Ein Apfel oder eine Banane zwischendurch können Kopfschmerzen verhindern oder wirksam bekämpfen, sobald sie auftreten.

3. Sich bewegen

Zwar kann man nicht immer seinen Arbeitsplatz verlassen und an die frische Luft gehen, aber es ist eine der besten Methoden, um Kopfschmerzen loszuwerden. Egal ob ein Spaziergang draußen, eine Jogging-Einheit oder leichtes Krafttraining: Der Abbau von Stresshormonen und die damit verbundene Entspannung helfen in vielen Fällen.

Prof. Dr. Straube zu FITBOOK: „Regelmäßiger Sport reduziert die Aktivierung des autonomen Nervensystems, welches die Körperfunktionen steuert und reduziert dabei auch eine vermehrte Aktivierung des Sympathikus – das ist der Teil der bei Stress stärker beansprucht wird.“

Eine Studie des Universitätsklinikums in Kiel hat gezeigt, dass regelmäßiger, moderater Ausdauersport – etwa dreimal in der Woche Joggen oder Walking – die Häufigkeit von Migräneanfällen reduzieren kann. Wer sich jedoch überanstrengt und beim Sport über seine Grenzen hinausgeht, kann Migräne sogar auslösen.

4. Koffein

Ein weiterer Tipp unseres Experten: Koffein. „Der Inhaltsstoff des Kaffees wirkt schon allein gegen Kopfschmerzen und kann dabei helfen, diese zu bekämpfen. Allerdings sollte nicht regelmäßig zu viel Kaffee getrunken werden, da dieses wiederum Kopfschmerzen verursachen kann.“

Bei täglichem Kaffee-Konsum gewöhnt sich der Körper an das Koffein. Wer dann mal einen Tag keinen Kaffee trinkt oder ihn zu einer gewohnten Zeit weglässt, riskiert Kopfschmerzen.

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5. Pfefferminzöl

Wer öfter an Spannungskopfschmerzen leidet, sollte verdünntes Pfefferminzöl im Haushalt haben. Am besten eignet sich zehnprozentiges Pfefferminzöl, das man auf Stirn, Nacken oder Schultern aufträgt. Bereits nach wenigen Minuten wirkt es kühlend und schmerzlindernd.

6. Lavendelöl

Bekanntermaßen wirkt Lavendelöl beruhigend, entspannend und schlaffördernd. Dadurch kann es auch bei stressbedingten Kopfschmerzen helfen. Zudem kann es die Symptome von Migräne lindern.

7. Akupressur

Bei der Akupressur, die Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist, wird Druck auf bestimmte Punkte des Körpers ausgeübt. Eine Übung sei es auch, mit einer Münze über die Nackenmuskulatur zu fahren, empfiehlt Prof. Dr. Straube.

Wer alleine die Akupressurpunkte drücken möchte, der findet sie über den Augenbrauen, in der Mitte des Nasenrückens und hinter den Ohren. Eine genaue Anleitung, wie und wo man die Punkte drücken muss, finden Sie hier.

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8. Kälte & Wärme

Bei Kopfschmerzen kann sowohl Kälte als auch Wärme helfen. Mit kalten Auflagen (zum Beispiel als Gelkissen oder feuchtes Tuch) an Schläfen und Stirn lassen sich insbesondere pochenden Kopfschmerzen lindern.

Bei Spannungskopfschmerzen, die durch Muskelverspannungen ausgelöst wurden, hilft wiederum Wärme. Besonders gut eignet sich hier zum Beispiel ein Kirschkernkissen oder eine feucht-warme Kompresse im Nacken.

9. Fußmassage

Auch wenn es nicht wissenschaftlich erwiesen ist, kann eine Fußmassage gegen Kopfschmerzen helfen. Entweder zu einem Spezialisten gehen oder einfach mit den eigenen Händen bzw. mithilfe eines Fußmassagerollers durchführen.

Bei der Fußreflexzonen-Massage ordnet man den einzelnen Zehen und Bereichen des Fußes eine Funktion zu. So sind insbesondere die oberen Zonen der Zehen für den Kopfbereich zuständig.

Da in den Füßen viele Nervenenden vorhanden sind, wirkt eine Fußmassage stimulierend und entspannend, was insbesondere bei stressbedingten Kopfschmerzen helfen soll. Studien liegen aber dazu nicht vor.

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10. Meditation und Achtsamkeit

Wie der Prof. Dr. Andreas Straube erklärt, gehört Stress zu den häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen. Meditations- oder Achtsamkeitsübungen sind hilfreich, um besser mit Stress umgehen und sich entspannen zu können.

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Dabei reichen oft schon wenige Minuten pro Tag, in denen man Meditationsübungen ausführt. Auch Atemübungen, die bei der Achtsamkeit praktiziert werden, helfen, mit Alltagsstress besser umzugehen – und damit eine häufige Quelle für Kopfschmerzen in Schach zu halten.

https://www.fitbook.de/mind-body/so-gelingt-der-einstieg-in-die-meditation

Mittlerweile gibt es Apps fürs Smartphone, die einen täglich durch Meditations- und Achtsamkeitsübungen begleiten. Auch bieten Volkshochschulen diverse Kurse an.