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Nach Corona-Infektion

Ein unterschätzter Faktor, der das Long-Covid-Risiko deutlich erhöhen kann

Long-Covid-Risiko mentale gesundheit: Mann mit einer Hand an der Stirn
Menschen, die unter Stress, Angstzuständen und Depressionen leiden, haben ein erhöhtes Long-Covid-Risiko, wie eine Studie zeigt Foto: Getty Images

Forscher gewinnen immer mehr Erkenntnisse über die Ursachen und die Entwicklung von Long Covid nach einer Coronainfektion. Eine Studie hat nun einen unterschätzten Faktor zum Vorschein gebracht, der das Long-Covid-Risiko deutlich erhöhen kann.

Long Covid kann zum echten Problem im Alltag werden. Denn selbst Monate nach einer überstanden Coronainfektion kämpfen viele Menschen noch mit bleibenden Symptomen wie Konzentrationsschwäche, Schlafproblemen und Atembeschwerden. Laut einigen Studien entwickeln rund 20 Prozent der Corona-Genesenen Long-Covid-Symptome.1 Die WHO gab gerade bekannt, dass allein in Europa mindestens 17 Millionen Menschen an Long Covid leiden.2 Und das Risiko dafür steigt mit jeder weiteren Coronareinfektion wie FITBOOK bereits berichtete. Nun offenbart eine weitere Studie, dass die mentale Gesundheit im Zusammenhang mit dem Long-Covid-Risiko steht.

Mentale Beschwerden wirken sich auf Long-Covid-Risiko aus

Es ist bekannt, dass unsere Psyche auch Einfluss auf unseren Gesundheitszustand haben kann. Stress kann beispielsweise Verdauungsprobleme verursachen, Depressionen das Immunsystem schwächen und mentale Erschöpfung zum Burn-out führen. Forscher fanden nun heraus, dass die mentale Verfassung auch Einfluss darauf hat, ob man an Long Covid erkrankt oder nicht.3

Für die amerikanische Studie der „Zentren für Kontrolle und Prävention von Krankheiten“ wurden 55.000 Menschen zwischen April 2020 und November 2021 zu ihrer mentalen Gesundheit befragt. Zum Zeitpunkt der Befragung wurde keiner von ihnen positiv auf Corona getestet. Anhand dieser Antworten konnten die Forscher feststellen, ob die Befragten an Depressionen, Angstzuständen, Einsamkeit und Stress litten. Und auch, ob sie Angst vor Corona hatten.

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Angst, Depressionen, Einsamkeit und Stress wirken sich negativ aus

Anschließend beobachteten die Wissenschaftler, wer von den Probanden sich im Laufe der Monate mit Corona infizierte. Aber auch, ob sie hinterher noch Symptome zeigten, die auf Post Covid beziehungsweise Long Covid hinweisen. Im Verlauf der Studie gaben sechs Prozent der Teilnehmer (3752 Personen) an, sich mit Corona angesteckt zu haben. 44 Prozent von ihnen entwickelten folgende Long-Covid-Symptome:

  • permanente Erschöpfung
  • Geschmacks- und Geruchsprobleme
  • Kurzatmigkeit
  • Brain Fog
  • Gedächtnisprobleme

Beim Auswerten der Daten fanden die Forscher heraus, dass jene Probanden, die Anzeichen von Angst, Depressionen, Einsamkeit und Stress gezeigt hatten, ein höheres Long-Covid-Risiko hatten. Je nach mentaler Verfassung war das Risiko um 32 bis 46 Prozent höher im Vergleich zu Probanden, die keine psychischen Probleme hatten. Insbesondere Menschen, die vor ihrer Coronainfektion mit mindestens zwei mentalen Beschwerden zu kämpfen hatten, waren um 50 Prozent stärker gefährdet, an Long Covid zu erkranken. Die mentale Gesundheit scheint also tatsächlich Einfluss auf das Long-Covid-Risiko zu nehmen.

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Weiterer Beleg dafür, wie wichtig psychische Gesundheit ist

„Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig psychische Gesundheit ist“, sagt die Psychologin Erica Cotton gegenüber dem Gesundheitsportal „SELF“. Die Studie könne Ärzten dabei helfen, ein stärkeres Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Psyche und Long Covid zu entwickeln. Aber auch, um bessere Behandlungsmethoden bei Betroffenen anzuwenden.

Die Verantwortlichen der Studie betonen hingegen, dass mentale Probleme nicht direkt zu Long Covid führen, zumindest laut ihrer Ergebnisse. Außerdem dürfe man nicht daraus schlussfolgern, dass Long-Covid-Symptome psychosomatisch sind. Vielmehr zeigt die Studie, dass psychische Belastungen vor der Infektion ein Risikofaktor für Long Covid sein können. Es bedarf jedoch weiterer Forschung, um die Zusammenhänge besser zu verstehen.

Quellen

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