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„Gefährliche“ Aminosäuren

3 Lebensmittel, die laut Studie das Leben verkürzen können

Collage aus Hühnerfleisch, Rindfleisch, Milch
Huhn, Rind und Milchprodukte enthalten hohe Mengen an SchwefelaminosäurenFoto: Getty Images/ Collage: FITBOOK

Nicht der hohe Fett- oder Zuckergehalt sei der Grund dafür, warum drei in einer Studie identifizierte Lebensmittel das Leben verkürzen können, sondern die darin enthaltenden großen Mengen bestimmter Aminosäuren. Diese erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Schwefelaminosäuren sind für den Stoffwechsel und damit für die allgemeine Gesundheit eigentlich unerlässlich. Aber fast jeder Mensch nimmt über die Nahrung täglich weit mehr als nötig zu sich – bis zum Zweieinhalbfachen des geschätzten Durchschnittsbedarfs. Und diese dauerhafte Überdosierung fördere chronische Krankheiten, die besonders mit fortschreitendem Alter auftreten. So die Erkenntnis einer aktuellen Studie des Penn State University College of Medicine in Hershey. Drei Lebensmittel enthalten besonders große Mengen dieser Aminosäuren, sodass zu viel davon womöglich das Leben verkürzen kann.

Wie Rindfleisch, Huhn und Milchprodukte womöglich das Leben verkürzen

Die Top-3-Lieferanten für Schwefelaminosäuren: Rindfleisch, Huhn und Milchprodukte. Bei vielen Menschen dürften speziell diese Produkte Bestandteil ihrer Leibspeisen sein. Und doch können diese beliebten Lebensmittel laut einer bei der „American Heart Association“ vorgestellten Studie das Leben verkürzen.1 Insbesondere die Verbindungen Methionin und Cystein sollen bestimmte Alterungsprozesse im Körper beschleunigen, was zu den damit einhergehenden Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und somit vorzeitigem Tod führen könne.

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Daten von 120.699 Frauen und Männern analysiert

Das Forscherteam analysierte Daten von 120.699 Personen. Die Männer und Frauen füllten alle zwei bis vier Jahre detaillierte Gesundheitsfragebögen aus, einschließlich Fragen zu ihrer Ernährung. Der gesamte Studienzeitraum umfasste 32 Jahre. Es zeigte sich, dass die Teilnehmer im Durchschnitt mehr als die Doppelte der empfohlenen Tagesmenge an schwefelhaltigen Aminosäuren, hauptsächlich von Rind, Huhn und Milchprodukten aßen. Zusammenfassend stellten die Wissenschaftler fest, dass diejenigen, die die meisten schwefelhaltigen Aminosäuren zu sich nahmen, im Vergleich zu denen, die am wenigsten aßen, ein um 12 Prozent erhöhtes jährliches Risiko hatten, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, und ein um 28 Prozent erhöhtes Risiko, daran zu sterben. Die Ergebnisse gelten als vorläufig, bis die vollständigen Ergebnisse in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden, heißt es in einer Medienmitteilung.2

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Eingeschränkter Konsum ungünstiger Lebensmittel wohl Grund für ein längeres Leben

Studienleiterin Prof. Laila Al-Shaar vermutet: „Dies könnte zum Teil der Grund dafür sein, warum Menschen, die sich auf gesunde pflanzliche Lebensmittel konzentrieren, eine geringere Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben als diejenigen, die große Mengen Fleisch und Milchprodukte essen.“ Auch hätten frühere Tierstudien gezeigt, dass die Tiere länger lebten, wenn man ihnen Futter verabreichte, das nur wenig schwefelhaltigen Aminosäuren enthielt. Unklar bleibe allerdings, inwieweit sich dies auf den Menschen übertragen lässt.

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Niemand muss auf Fleisch und Milchprodukte gänzlich verzichten

Die beteiligten Forschenden betonen, dass es nicht darum geht, auf sein geliebtes Steak oder den abendlichen Käse-Snack zu verzichten. Es gehe vielmehr darum, das Bewusstsein für seine Ernährung und die damit verbundenen Folgen für die Gesundheit zu stärken. Der Fokus einer ausgewogenen Ernährung liegt auf Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchte und Obst. „So wäre es besser, sich auf gesündere Proteinquellen zu konzentrieren, um den durchschnittlichen Bedarf an schwefelhaltigen Aminosäuren zu decken“, erklärt Al-Shaar.

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Einschränkungen der Studie

Da die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden aus weißen Frauen und Männern bestand, die voranging in Gesundheitsberufen arbeiteten, repräsentiere das nicht die Gesamtbevölkerung, wird in der Studie abschließend angemerkt. „Dies bedeutet, dass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf andere Gruppen verallgemeinert werden können.“ Für die Forscherin hat die Studie dennoch einen Mehrwert für die Ernährungswissenschaft: „Wir werden immer ausgefeilter darin, wie wir Ernährung und Stoffwechsel betrachten können. Dies war eine ziemlich einfache Studie, sie könnte aber einen wichtigen Beitrag für zukünftige Untersuchungen leisten.“

Quellen

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