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Spannungskopfschmerzen, Migräne und Co.

Diese Kopfschmerzen gibt es – und das hilft wirklich

Frau mit Kopfschmerzen
Je nach Art der Kopfschmerzen können sie extrem hartnäckig sein
Foto: Getty Images

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz! Es gibt verschiedene Arten mit unterschiedlichen Ursachen und Symptomen. Oft ist es sinnvoll, die Therapie entsprechend anzupassen.

Kopfschmerzen fallen in der Regel in eine von zwei Kategorien, wie Hans-Michael Mühlenfeld erklärt. Er ist Hausarzt in Bremen und Vorsitzender des Instituts für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband. „Am häufigsten sind Spannungskopfschmerzen. Davon sind mehr als die Hälfte meiner Kopfschmerz-Patienten betroffen“, so Mühlenfeld. Sie werden durch eine Verspannung der Muskulatur am Kopf ausgelöst, die sich meist mit Stress oder einer Fehlhaltungen erklären lässt.

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„Die Ursache für Migränekopfschmerzen ist bislang unbekannt“, sagt dazu ein weiterer Experte: Neurologe Prof. Gereon Nelles, der zudem Vorstandsmitglied im Berufsverband Deutscher Nervenärzte ist. Nach jetzigem Stand sei Migräne nicht heilbar.

Unterarten von Kopfschmerzen

Unter den beiden Oberkategorien gibt es eine Reihe von Krankheitsbildern. Ein Beispiel: Clusterkopfschmerzen, die vor allem nachts auftreten und durch die Fehlfunktion eines Gesichtsnervs ausgelöst werden. Diese sind chronisch, sagt dazu Nelles. „Diese Art von Schmerzen ist leider nicht heilbar.“ Das Einatmen von Sauerstoff könne aber die rund 60-minütigen Attacken oft stark verkürzen.

Patienten mit solch seltenen Kopfschmerzarten werden oft in Spezialkliniken behandelt. Oft kann jedoch auch der Hausarzt helfen. „Eine ausführliche Befragung und verschiedene Tests helfen uns dabei herauszufinden, um welche Art Schmerzen es sich handelt und ob ein Spezialist hinzugezogen werden sollte“, sagt Mühlenfeld.

Natürliche Linderungswege und Schmerzmittel

Bei Spannungskopfschmerzen kann das Einreiben von Schläfen und Nacken mit Pfefferminzöl Linderung verschaffen. „Zudem kann Wärme die angespannten Muskeln entspannen“, sagt Mühlenfeld.

Als weitere Alternative zur Arznei kann auch Ausruhen empfehlenswert sein. Das sagt Neurologe Charly Gaul, Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein. „Kühlen des Kopfes hilft bei Migräne häufig auch.“

Zur Akuttherapie schwererer Beschwerden, die sich auf natürlichem Wege nicht lindern lassen, können bei den meisten Kopfschmerzarten Schmerzmittel verwendet werden: Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol sind rezeptfrei erhältlich. „Welcher Wirkstoff bei welcher Kopfschmerzart am besten ist, muss ein Patient individuell ausprobieren“, erklärt Gaul.

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Bei Migräne werden als Medikament oft sogenannte Triptane verschrieben. „Diese sorgen dafür, dass die geweiteten Blutgefäße im Gehirn sich wieder verengen und die Schmerzen abnehmen“, erklärt Mühlenfeld.

Stress tut weh

Auf lange Sicht können Stressbewältigungsverfahren sinnvoll sein. Denn Stress löst Spannungskopfschmerzen aus und kann Migräne verschlimmern. „Daher helfen regelmäßiger Ausdauersport und Entspannungstraining wie beispielsweise Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson“, sagt Gaul.

Doch wann sollten Betroffene wegen Kopfschmerzen zum Arzt gehen? „Wenn Kopfschmerzen sehr heftig sind oder sich Schmerzen, die man kennt, in ihrem Charakter verändern. Auch Fieber kann ein Warnsignal sein. Besonders wachsam sollte man sein, wenn Kopfschmerzen erstmalig nach dem 50. Lebensjahr auftreten“, warnt Gaul. Mühlenfeld erklärt zudem: „Grundsätzlich gilt: Bei Schmerzen, die mir unbekannt vorkommen, sollte ich immer meinen Hausarzt aufsuchen.“