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Nützliche Nebenwirkung

Diese Impfung kann das Schlaganfallrisiko deutlich senken

Grippeimpfung Schlaganfallrisiko: Spritze
Eine eigens zum Schuzt vor Schlaganfall entwickelten Impfstoff gibt es (noch) nicht. mit der Grippeimpfung kann man aber Forschung auch etwas dafür tun, sich vor der Gehirnerkrankung zu schützen.Foto: Getty Images

Bestimmte Impfstoffe haben offenbar überaus nützliche Nebenwirkungen. So scheint die Grippeimpfung nicht nur vor Alzheimer zu schützen, sondern laut neuer Studie obendrein das Schlaganfallrisiko zu senken.

Forscher der spanischen Universität Alcalá fanden einen weiteren Grund, sich auch diesen Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. Ihren Untersuchungen zufolge reduziert eine Grippeimpfung das Schlaganfallrisiko erheblich. Der schützende Effekt trete demnach unmittelbar ein. Erst kürzlich kam eine US-Studie zu dem Schluss, dass bereits eine Dosis ausreicht, um das Risiko für Alzheimer massiv zu senken. In beiden Fällen ist unklar, ob dies auf eine Schutzwirkung des Impfstoffs selbst oder auf andere Faktoren zurückzuführen ist.

An Grippe zu erkranken, erhöht das Schlaganfallrisiko

„Untersuchungen haben gezeigt, dass die Grippe das Schlaganfallrisiko erhöht, aber es wird noch geforscht, ob die Grippeimpfung selbst zum Schutz vor einem Schlaganfall beitragen kann“, erklärt Studienleiter Prof. Francisco J. de Abajo in einer Mitteilung der Universität.1 Er war an der aktuellen Beobachtungsstudie beteiligt, die neue Hinweise dafür gefunden haben will. Diese betreffen vor allem den sogenannten ischämischen Schlaganfall, der durch eine Blockade des Blutflusses zum Gehirn verursacht wird.2 Er ist der häufigste Schlaganfalltyp.

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Gesundheitsdaten von rund 86.000 Menschen analysiert

Für die Studie analysierten Abajo und sein Team zunächst Gesundheitsdaten von 14.322 Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten und älter als 40 Jahre waren. Ihre Werte wurde jeweils mit fünf weiteren Personen (insgesamt 71.610 Menschen) gleichen Alters und Geschlechts verglichen, die noch nie einen Schlaganfall durchmachen mussten. Dann untersuchten die Forscher, ob die Personen mit Schlaganfall den Influenza-Impfstoff mindestens 14 Tage vor dem Ereignis verabreicht bekommen hatten. Daraus erhofften sie sich, einen klaren Zusammenhang zwischen Grippeimpfung und Schlaganfallrisiko ausmachen zu können.

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Grippeimpfung senkt Schlaganfallrisiko um zwölf Prozent

Mehr als zwei von fünf Schlaganfallopfern (41,4 Prozent) konnte eine Grippeimpfung nachweisen, verglichen mit 40,5 Prozent, die dies nicht taten. Das wirkt auf den ersten Blick nicht überzeugend, doch betonen die Forscher, dass gegen Grippe geimpfte Personen in der Regel älter sind. Hinzu kommen andere Gesundheitsprobleme, einschließlich Bluthochdruck und ungesunder Cholesterinspiegel. Beides begünstigt bekanntlich Schlaganfälle. Nachdem die Wissenschaftler all diese Faktoren in ihren Analysen berücksichtigt hatten, errechneten sie, dass eine Grippeimpfung ein zwölf Prozent geringeres Schlaganfallrisiko nach sich zieht.

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Forscher: Grippeimpfung hat viele Vorteile

„Unsere Ergebnisse sind ein weiterer Grund für Menschen, sich ihre jährliche Grippeimpfung abzuholen“, betont Abajo abschließend. „In der Lage zu sein, das Schlaganfallrisiko durch eine so einfache Maßnahme zu reduzieren, ist sehr überzeugend.“ Das gelte besonders für diejenigen, die ohnehin zur Risikogruppe gehören. Einzige Einschränkung: Da es sich bei der Studie um eine Beobachtungsstudie handelt, beweist sie nicht komplett, dass eine Grippeimpfung das Schlaganfallrisiko verringert. Es zeigt nur eine Assoziation. Wie der beobachtete Extra-Schutz genau zustande kommt ist, wie bereits erwähnt, noch unbekannt und bedarf dringender Erforschung.

Gilt das auch für die Coronaimpfung?

Auch die Coronaimpfung scheint eine entsprechende Schutzwirkung bezüglich Schlaganfälle zu haben. So ergab jüngst eine Auswertung von 16 verschiedenen Studien, dass das Schlaganfallrisiko bei Geimpften niedriger sei als bei Coronainfizierten, die nicht geimpft sind.3 Ebenso konnten keine Zusammenhänge zwischen mRNA-Impfstoffen und Erkrankungen des Herz- und Gefäßsystems nachgewiesen werden. Impfskeptiker hatten zuvor diesbezüglich ihre Befürchtungen geäußert.

Quellen

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