Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Studie

U60-Jährige mit dieser Blutgruppe haben ein erhöhtes Schlaganfallrisiko

blutgruppe schlaganfallrisiko: Blutanalyse
Die Zusammensetzung des Blutes ist nicht bei allen Menschen gleich. Daraus resultieren die verschiedenen Blutgruppen (A, B, AB und 0).Foto: Getty Images

Nach Herzinfarkt und Krebs ist Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Die Auslöser und Möglichkeiten zur Vorbeugung zu kennen und verstehen, kann also Leben retten. Eine neue Studie liefert nun Hinweise, dass die Blutgruppe eine bedeutende Rolle spielt.

Die Forschung hat bereits gezeigt, dass die Blutgruppe eines Menschen Einfluss auf seine Gesundheit hat. Je nach Zusammensetzung des Blutes kann das Risiko für bestimmte Krankheiten, darunter auch für eine Covid-Infektion, unterschiedlich ausfallen.1,2 Und laut einer Studie der University of Maryland School of Medicine beeinflusst die Blutgruppe auch das Schlaganfallrisiko –insbesondere bei jüngeren Menschen.

Wie lief die Studie ab?

Im Rahmen ihrer Studie führten die Wissenschaftler eine Meta-Analyse von 48 Studien durch, die sich mit möglichen Zusammenhängen von genetischen Merkmalen und frühem Schlaganfall beschäftigt hatten. Früher Schlaganfall bedeutet, dass die Erkrankung im Alter zwischen 18 und 59 auftrat. Die betrachteten Studien umfassten Daten von insgesamt 16.730 Schlaganfallpatienten und 599.237 gesunden Personen aus den Kontrollgruppen.

In ihrer Analyse verglichen die Forscher zum einen, welche Faktoren mit einem Schlaganfall in jüngeren Jahren (unter 60 Jahren) und mit einem Schlaganfall im höheren Alter (über 60 Jahren) assoziiert waren – und in welchem Maße.3

Auch interessant: Symptome von Herzinfarkt und Schlaganfall unterscheiden sich bei Frauen und Männern

Frühe Schlaganfälle stehen mit bestimmter Blutgruppe in Verbindung

Das Ergebnis: Personen, die früh einen Schlaganfall erlitten, hatten im Vergleich zu Menschen, die später oder nicht erkrankten, eher die Blutgruppe A und seltener Blutgruppe 0. Nach Berücksichtigung von Geschlecht und weiterer möglicher Einflussfaktoren stellten die Wissenschaftler fest, dass Menschen mit der Blutgruppe A ein 16 Prozent höheres Risiko für einen frühen Schlaganfall hatten als andere Blutgruppen. Dagegen hatten Personen mit der Blutgruppe 0 ein um 12 Prozent verringertes Schlaganfallrisiko.

Auch interessant: Laborwerte – die Bedeutung der Abkürzungen auf Ihrem Blutbild

Sind Menschen mit Blutgruppe B besonders gefährdet?

Der oben beschriebene Zusammenhang zeigte sich nicht bei späten Schlaganfall-Fällen – also bei den Patienten, die bei ihrer Erkrankung älter als 60 Jahre alt waren. Dagegen scheint der Blutgruppe B in Sachen Schlaganfallrisiko eine besondere Rolle zuzukommen. Bei ihr wurde sowohl ein Zusammenhang zu Schlaganfall in jüngerem als auch in älterem Alter entdeckt. Bedeutet: Menschen mit dieser Blutgruppe hatten im Vergleich zur Kontrollgruppe ein leicht erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall U60, aber auch für einen Schlaganfall Ü60.

Zusammenhänge zwischen Blutgruppen und Schlaganfallrisiko im Überblick

Zusammenhang zwischen Blutgruppe und erhöhtem Schlaganfallrisiko
Blutgruppe A16 Prozent höheres Risio für Schlaganfall unter 60
Blutgruppe BErhöhtes Risiko für Schlaganfall unter 60, aber auch für Schlaganfall über 60
Blutgruppe 012 Prozent niedrigeres Risio für Schlaganfall unter 60

Einordnung der Studienergebnisse

Obwohl ein Zusammenhang zwischen Blutgruppen und Schlaganfallrisiko nachgewiesen werden konnte, betonen die Forschenden in einer Universitätsmitteilung, dass dieser bemerkenswert, aber auch nicht überzubewerten sei. Denn das Risiko aufgrund der Blutgruppe sei nur leicht erhöht. Dennoch würden ihre Studienergebnisse eine gute Basis für aufbauende Forschung bilden. „Wir wissen noch nicht, warum Blutgruppe A ein höheres Risiko mit sich bringt. Es hat wahrscheinlich etwas mit Blutgerinnungsfaktoren wie Blutplättchen und Zellen, die die Blutgefäße auskleiden sowie mit anderen zirkulierenden Proteinen zu tun, die eine Rolle bei der Entstehung von Blutgerinnseln spielen“, erklärt der an der Studie beteiligte D. Steven J. Kittner. „Wir brauchen eindeutig aufbauende Studien, um die Mechanismen, die das Schlaganfallrisiko erhöhen, zu klären.“4

Einschränkung der Studie

Nicht unerwähnt bleiben sollten die Einschränkungen der Meta-Analyse. So enthielten die ausgewerteten Studien nur zu 35 Prozent Daten von Personen nicht-europäischer Abstammung. Inwieweit sich der identifizierte Zusammenhang auf alle Menschen übertragen lässt, ist deshalb nicht klar.

Immerhin liefert die Studie wichtige Erkenntnisse nicht nur über allgemeine Schlaganfall-Risikofaktoren, sondern auch inwiefern sich Auslöser im jungen Alter von denen im höheren Alter unterscheiden. Dies ist von enormer Bedeutung angesichts steigender Fallzahlen bei Menschen unter 60 bzw. unter 65 (abhängig vom Register, auf das man sich bezieht).5

Quellen

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über FITBOOK und sein/ihr Internet-Angebot: www.fitbook.de

FITBOOK erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über FITBOOK und sein/ihr Internet-Angebot: www.fitbook.de

FITBOOK erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für