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Die besten Sportarten für ein längeres Leben

Tennis und andere Schlägersportarten haben einen besonders positiven Einfluss auf das allgemeine Sterberisiko.
Tennis und andere Schlägersportarten haben einen besonders positiven Einfluss auf das allgemeine Sterberisiko. Foto: Getty Images
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Martin Lewicki
Freier Autor

20. Dezember 2025, 8:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Dass sportliche Aktivitäten gesund und gut für uns sind, dürfte wohl allgemein bekannt sein. Insbesondere im höheren Alter profitiert die Gesundheit enorm von regelmäßigem Sport. Eine große Studie zeigt nun, dass einige Sportarten sogar für ein längeres Leben sorgen können.

Wer regelmäßig Sport treibt, profitiert gleich in mehrfacher Hinsicht: Die Fettverbrennung wird angekurbelt, das Muskelwachstum gefördert und das Herz-Kreislauf-System gestärkt. Das sorgt für einen besseren Stoffwechsel. Somit schützen sportliche Aktivitäten vor „Wohlstandskrankheiten“ wie Diabetes-Typ-2, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber nicht nur das. Sport ist auch gut für die Psyche, für das allgemeine Wohlbefinden und kann sogar vor Depressionen schützen. FITBOOK berichtete darüber. Genug gute Gründe, um öfter mal den Körper ins Schwitzen zu bringen. Nun hat eine große Studie untersucht, welche Sportarten sogar für ein längeres Leben sorgen können.

Große US-Studie mit 272.550 Probanden

US-Wissenschaftler aus dem Bundesstaat Maryland werteten die Gesundheitsdaten von insgesamt 272.550 Menschen aus.1 Die Probanden waren alle im Alter zwischen 59 und 82 Jahren. Das Durchschnittsalter lag bei 70,5 Jahren, wobei 58 Prozent der Teilnehmer männlich waren. Sie alle wurden in den Jahren 2004 und 2005 von der amerikanischen Gesundheitsbehörde zu ihren wöchentlichen Aktivitäten befragt. 15 Jahre später haben sich die Forscher angeschaut, wie hoch die Sterblichkeit ausgefallen ist. Dabei wollte man herausfinden, ob mehr körperliche Aktivität im höheren Alter zu einer geringeren Sterblichkeit führt.

Mindestens 7,5 bis 15 Stunden Bewegung pro Woche

Die Aktivität der Teilnehmer wurde in verschiedene Bewegungsprofile unterteilt. Folgende Sportarten beziehungsweise Aktivitäten hat man differenziert:

  • Laufen
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Tennis und andere Schläger-Sportarten
  • Golf
  • Gehen
  • andere aerobe Sportarten

Als aktiv wurden jene Probanden eingestuft, die sich mindestens 7,5 bis 15 Stunden pro Woche körperlich bewegten. Ihre Sterberate wurde mit jenen Probanden verglichen, die sich weniger als 7,5 Stunden pro Woche bewegten.

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Je mehr sportliche Aktivitäten, desto besser

Nach Auswertung der Daten kamen die Forscher zu dem Fazit: Je mehr sportliche Aktivitäten man ausführt, desto besser für die Gesundheit. „Unsere umfassende Analyse von mehr als 270.000 älteren Erwachsenen mit einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 12 Jahren zeigt die Vorteile, die mit der Teilnahme an einer dieser Arten von körperlicher Freizeitbeschäftigung verbunden sind, um das Sterblichkeitsrisiko einschließlich Herz-Kreislauf- und Krebssterblichkeit bei älteren Bevölkerungsgruppen zu reduzieren“, schreiben die Forscher in der Studienauswertung.

Insgesamt lag das Sterblichkeitsrisiko um 13 Prozent niedriger als bei älteren Menschen, die weniger als 7,5 Stunden pro Woche körperliche Aktivitäten ausübten. Daraus formulieren die Wissenschaftler eine wöchentliche Empfehlung für ältere Menschen:

  • moderates Training: zum Beispiel 2,5 bis 5 Stunden schnelles Spazieren oder Ausdauersport pro Woche
  • intensives Training: zum Beispiel 1,25 bis 2,5 Stunden intensives Training wie Laufen, Radfahren oder Tennis

Die Studie zeigt auch, dass diejenigen Probanden, die mehr als die empfohlene Anzahl von Stunden trainierten, ihr Sterblichkeitsrisiko noch weiter reduzierten, allerdings nicht mehr so stark.

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Diese Sportarten können für ein längeres Leben sorgen

Doch die Forscher fanden nicht nur heraus, dass Sport insgesamt die Sterblichkeitsrate bei älteren Menschen senkt. Sie haben auch einzelne Sportarten aufgelistet, die das Risiko für bestimmte Krankheiten verringern.

  • Laufen senkt das Sterberisiko durch eine Krebserkrankung am deutlichsten: um durchschnittlich 19 Prozent.
  • Ballsportarten mit Schläger wie Tennis schützen am besten vor einem vorzeitigen Tod: um 16 Prozent insgesamt bzw. um 27 Prozent aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Die Forscher haben auch eine Erklärung parat, warum ausgerechnet diese Sportarten für ein längeres Leben sorgen können: „Beide Aktivitäten erfordern eine synchronisierte Aktion vieler Muskeln für eine korrekte Ausführung. Zudem erfordern Schlägersportarten auch eine Hand-Auge-Koordination und plötzliche Bewegungen mit hoher Intensität, was die körperliche Funktionsfähigkeit zusätzlich verbessern kann“, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Dennoch ist es in erster Linie wichtig, eine Sportart oder körperliche Aktivität zu finden, die einem Spaß macht. Nur so wird man sie auch gerne regelmäßig ausführen und einen gesundheitlichen Effekt erzielen.

Was weitere Studien zeigen, wenn es um die gesündesten Sportarten geht

Auch über die große US-Studie hinaus gibt es wissenschaftliche Belege dafür, dass bestimmte Sportarten besonders gesundheitsfördernd sind. Zwei weitere internationale Untersuchungen ergänzen das Bild – und zeigen, dass nicht jede Form von Bewegung den gleichen Effekt hat.

Tennis, Badminton und Co: Diese Sportarten senken das Sterberisiko am stärksten

Eine Langzeitstudie aus Großbritannien und Schottland mit über 80.000 Erwachsenen untersuchte, welche Sportarten besonders stark mit einem längeren Leben verbunden sind. Über einen Zeitraum von rund neun Jahren analysierten die Forschenden, wie sich regelmäßige Bewegung auf das Risiko auswirkt, frühzeitig zu sterben. Das Ergebnis: Am stärksten profitierten Menschen, die regelmäßig Schlägersportarten wie Tennis, Badminton oder Squash betrieben. Ihr Sterberisiko war deutlich niedriger als bei inaktiven Personen – sogar noch stärker als bei anderen Sportarten. Auch Schwimmen, Radfahren und Fitnesskurse zeigten positive Effekte.

Beim Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, lagen Schlägersportarten ebenfalls ganz vorn, gefolgt von Schwimmen und Aerobic. Weniger klar war der Nutzen bei Laufen oder Fußball. Die Forschenden vermuten, dass vor allem Sportarten mit abwechslungsreichen Bewegungen und hoher Koordinationsanforderung besonders vorteilhaft sein könnten.2

Viel hilft viel – wer sich mehr bewegt, lebt länger

Eine weitere große Auswertung – eine sogenannte Meta-Analyse von 48 Langzeitstudien – nahm die Frage in den Blick, ob sehr viel Sport möglicherweise auch ungesund sein könnte. Die klare Antwort: Nein. Im Gegenteil – je mehr Bewegung, desto größer der gesundheitliche Nutzen.3

Wer sich deutlich mehr bewegt als empfohlen – zum Beispiel mehr als vier Stunden pro Woche intensiv – senkt sein Sterberisiko zusätzlich. Das galt sowohl für die allgemeine Sterblichkeit als auch für Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Obergrenze, ab der Bewegung gesundheitsschädlich wäre, wurde nicht gefunden. Im Klartext: Viel Sport ist nicht nur erlaubt, sondern sogar besonders gesund – ohne erkennbare Nebenwirkungen.

Quellen

  1. Watts, E.L., Matthews, C.E., Freeman, J.R. et al. (2022). Association of Leisure Time Physical Activity Types and Risks of All-Cause, Cardiovascular, and Cancer Mortality Among Older Adults. JAMA Network Open. ↩︎
  2. Oja, P., Kelly, P., Pedisic, Z. et al. (2017). Associations of specific types of sports and exercise with all-cause and cardiovascular-disease mortality: a cohort study of 80 306 British adults. Br J Sports Med. ↩︎
  3. Blond, K., Brinkløv, CF., Ried-Larsen, M. et al. (2020). Association of high amounts of physical activity with mortality risk: a systematic review and meta-analysis. Br J Sports Med. ↩︎

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