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Studie

Ab wie vielen Tassen pro Tag ist Kaffee gesund?

Viele Tassen Kaffee
Klar: Zu viel Kaffee ist ungesund. Australische Forscher haben anhand einer Studie eine unverbindliche Obergrenze definiert.Foto: Getty Images

Immer mehr Studien zeigen, dass der Konsum von Kaffee durchaus Positives für die Gesundheit bringen kann. Aber wie viel ist zu viel, und ab welcher Menge ist Kaffee ungesund? Genau das haben australische Forscher untersucht. Und offenbar soll man ziemlich häufig zur Tasse greifen können, bevor dadurch gesundheitliche Probleme drohen…

FITBOOK berichtete schon häufiger über Studien rund um Kaffee und seinen Einfluss auf die Gesundheit. So enthält Kaffee neben Koffein auch Phenylindane, ein durch das Rösten der Kaffeebohne entstehender Stoff. Dieser soll vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Demenz schützen. Und offenbar soll auch die Leber von einem vernünftigen Kaffeekonsum profitieren. Allerdings stellt sich die Frage: Ab wie vielen Tassen ist das Trinkverhalten noch gesundheitsförderlich – und ab welcher Menge wird Kaffee ungesund?

Forscher nennen tägliche Obergrenze für Kaffee

Laut der EU-Lebensmittelbehörde EFSA sind bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag für einen Erwachsenen ohne gesundheitliche Vorbelastungen unbedenklich. Dies entspricht etwa vier Tassen à 200 Milliliter Filterkaffee oder vier einfachen Espressi.

Viel mehr als das sollten es nicht sein: Laut australischen Forschern wird koffeinhaltiger Kaffee spätestens ab der sechsten Tasse nämlich ungesund. Dr. Ang Zhou und Professor Elina Hyppönen von der University of South Australia stellten in einer 2019 im Fachblatt „The American Journal of Clinical Nutrition” erschienen Untersuchung eine Verbindung zwischen starkem Kaffeekonsum und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen fest. Mehr als sechs Tassen zu sich zu nehmen könne das Risiko für Herzkrankheiten um bis zu 22 Prozent erhöhen.

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Ablauf der Studie

Gegenstand der Studie waren Gesundheitsdaten und Informationen zur Lebensführung von rund 347.100 Personen zwischen 37 und 73 Jahren. Die Daten waren der UK Biobank entnommen worden, einer Datenbank, in der Studienteilnehmer über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Faktoren wie Genetik und äußere Umwelteinflüsse sind berücksichtigt. Die Forscher haben auch etwaige Genvarianten, die den Abbau von Koffein im Körper Koffein beeinflussen, in ihre Auswertung einbezogen.

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Ganz überraschend kam das Ergebnis für die Studienleiterin offenbar nicht. „Die meisten Menschen sind sich darüber einig, dass man nervös und gereizt werden oder sogar Übelkeit entwickeln kann, wenn man viel Kaffee getrunken hat“, erklärt sie in einer Pressemitteilung. „Das liegt daran, dass Koffein den Körper schneller und härter arbeiten lässt.“ Der (oftmals gewünschte) Stoffwechsel anregende Effekt von Koffein kann laut Hyppönen also gefährliche Ausmaße annehmen.

Studie macht vage Angaben über Art des Kaffees

Es wird aus der Studie nicht ersichtlich, was genau mit „sechs Tassen Kaffee“ gemeint ist. Diesen Haken hat der an der Studie beteiligte Dr. Ang Zhou auf Nachfrage von FITBOOK eingeräumt. Gleichzeitig erklärte er, dass eine Tasse Cappuccino und eine Tasse Espresso in der Regel eine ähnliche Koffein-Menge beinhalten würden.

Im Schnitt enthält eine Tasse Filterkaffee etwa 95 Milligramm Koffein. Somit würde man bei sechs Tassen 570 Milligramm konsumieren – dies übersteigt die von der EFSA als maximale Menge empfohlene Dosis von 400 Milligramm durchaus erheblich.

Zhou unterstreicht, dass es wichtig sei, auf die körpereigenen Signale zu hören und ggf. zu reagieren. Sprich: Hat man das Gefühl, schon genug Koffein zu sich genommen zu haben – auch wenn es vielleicht „nur“ vier Tassen waren –, sollte man den nächsten Kaffee auf den Folgetag verschieben.

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Kaffee gesund oder ungesund? Die Menge macht das Gift

Aber so oder so, wohl nur die wenigsten von uns erreichen täglich ganze sechs Portionen eines Kaffee-Getränks. Da verhält man sich wahrscheinlich ganz automatisch, wie Forscherin Hyppönen es empfiehlt: maßvoll. Denn, „womit auch immer übertrieben wird, man zahlt dafür mit seiner Gesundheit“.