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10 Prozent weniger Gewicht

Welche Diät hilft bei Fettleber? Studie sieht Vorteile für diese Ernährung

Keto oder Mittelmeer-Diät: Was hilft dem Stoffwechsel mehr?
Keto oder Mittelmeer-Diät: Was hilft dem Stoffwechsel mehr? Foto: Getty Images
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Julia Freiberger
Ernährungsexpertin

31. August 2026, 14:14 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Zehn Prozent weniger auf der Waage – eigentlich müsste es dem Körper ziemlich egal sein, ob die Kilos mit Keto, Mittelmeer-Kost oder einer fettarmen Ernährung verschwinden. Forscher haben die drei Diäten deshalb bei Menschen mit Adipositas, Fettleber und einer Vorstufe von Diabetes direkt verglichen. Das Besondere: Alle Teilnehmer sollten ungefähr gleich viel Gewicht verlieren. Doch was die Untersuchungen nach dem Abnehmen zeigten, macht die Wahl der Diät plötzlich ziemlich interessant.

Darum wollten Forscher die drei Diäten fair vergleichen

Frühere Studien hatten Keto, Mittelmeer-Kost und fettarme Diäten bereits verglichen. Sehr kohlenhydratarme Diäten brachten nach sechs Monaten häufig etwas mehr Gewichtsverlust, doch dieser Vorsprung wurde mit der Zeit kleiner.1,2 Unklar blieb, ob die Art der Ernährung auch unabhängig von den verlorenen Kilos gesundheitlich einen Unterschied macht. Denn in früheren Studien nahmen die Gruppen oft unterschiedlich viel ab.

Die neue Studie sollte genau das klären: Menschen mit Adipositas, Fettleber und einer Vorstufe von Typ-2-Diabetes verloren mit Keto, Mittelmeer-Kost oder einer sehr fettarmen, überwiegend pflanzlichen Ernährung jeweils rund zehn Prozent ihres Gewichts. Anschließend untersuchten die Forscher vor allem die Fettleber und wie gut der Körper mithilfe von Insulin den Blutzucker regulierte. Auch Blutfette und Blutdruck wurden kontrolliert.3

42 Teilnehmer, drei Diäten – so lief die Studie ab

Insgesamt wurden 55 Teilnehmer zufällig einer der drei Ernährungsformen zugeteilt. 42 beendeten die Studie und gingen in die Hauptauswertung ein – jeweils 14 pro Diät. Die übrigen 13 schieden im Verlauf aus. Keiner davon wegen einer Nebenwirkung der Ernährung. Die Teilnehmer, die die Studie beendeten, waren im Durchschnitt 43 Jahre alt.

Die Unterschiede auf dem Teller waren groß. Bei Keto kamen nur vier Prozent der Energie aus Kohlenhydraten und 73 Prozent aus Fett. Bei der Mittelmeer-Kost waren es 50 Prozent Kohlenhydrate und 35 Prozent Fett. Die sehr fettarme, überwiegend pflanzliche Ernährung lieferte 70 Prozent der Energie aus Kohlenhydraten und 15 Prozent aus Fett.

Das Essen kam direkt vom Studienteam

Eine Besonderheit der Studie: Das Studienteam stellte sämtliche Mahlzeiten und Snacks bereit. Die Teilnehmer sollten keine anderen Lebensmittel oder kalorienhaltigen Getränke zu sich nehmen und dokumentierten ihre Mahlzeiten. Mehr als 95 Prozent der vorgesehenen Mahlzeiten und Snacks wurden laut den Aufzeichnungen tatsächlich gegessen.

Nach rund zehn Prozent Gewichtsverlust hielten die Teilnehmer ihr neues Gewicht zunächst drei bis vier Wochen. Anschließend wiederholten die Forscher die Untersuchungen. Unter anderem bestimmten sie per MRT den Fettgehalt der Leber. Außerdem prüften sie mit einem speziellen Test, wie gut Insulin in Muskeln und Leber wirkte.

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Alle nahmen ähnlich viel ab – doch bei der Fettleber gab es klare Unterschiede

Der Gewichtsverlust war in allen drei Gruppen nahezu gleich: Die Teilnehmer verloren im Schnitt rund zehn Prozent ihres Körpergewichts. Bis sie dieses Ziel erreicht hatten, vergingen je nach Ernährungsform durchschnittlich etwa fünf Monate.

Mit Keto ging das Leberfett stärker zurück

Beim Fett in der Leber zeigte sich dagegen ein klarer Unterschied. Mit Keto sank es um 67 Prozent, mit Mittelmeer-Kost und der sehr fettarmen Ernährung jeweils um 45 Prozent.

In den Muskeln waren alle drei Diäten ähnlich erfolgreich

Die Wirkung von Insulin in den Muskeln verbesserte sich durch das Abnehmen mit allen drei Ernährungsformen um etwa 50 Prozent. Welche Diät die Teilnehmer einhielten, machte dabei keinen bedeutsamen Unterschied. In der Leber zeigte sich dagegen ein klarer Vorteil für Keto: Die Wirkung von Insulin verbesserte sich dort zwei- bis dreimal so stark wie mit Mittelmeer-Kost oder der sehr fettarmen Ernährung.

Auch bei Blutzucker und Insulin gab es deutliche Unterschiede

Die Forscher betrachteten Blutzucker und Insulin nicht nur zu einem einzelnen Zeitpunkt, sondern verfolgten die Werte über einen ganzen Tag mit drei Mahlzeiten. Der über den Tag gemessene Blutzucker sank nach dem Abnehmen mit Keto um 20 Prozent. Bei Mittelmeer-Kost und der sehr fettarmen Ernährung betrug der Rückgang jeweils 8 Prozent.

Noch größer waren die Unterschiede beim Insulin: Die über den Tag gemessenen Werte sanken mit Keto um 74 Prozent, mit Mittelmeer-Kost um 44 Prozent und mit der sehr fettarmen Ernährung um 27 Prozent.

Prädiabetes verschwand unterschiedlich häufig

Auch bei der Vorstufe von Typ-2-Diabetes zeigte sich ein Unterschied. Nach dem Abnehmen erfüllten 50 Prozent der Teilnehmer mit Keto nicht mehr die Kriterien für Prädiabetes. Bei Mittelmeer-Kost waren es 29 Prozent und bei der sehr fettarmen Ernährung 7 Prozent. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch bedeutsam.

Bei LDL-Cholesterin und Blutdruck war Keto nicht überlegen

Keto schnitt jedoch nicht bei allen untersuchten Werten besser ab. Beim LDL-Cholesterin und beim Blutdruck unterschieden sich die Veränderungen zwischen den drei Ernährungsformen nicht bedeutsam. Das galt auch für Apolipoprotein B – einen Bestandteil bestimmter Teilchen, die Fette durch das Blut transportieren – sowie für die über den ganzen Tag gemessenen Triglyceride, also Blutfette.

Was die Unterschiede für die Gesundheit bedeuten

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass für manche Stoffwechselveränderungen vor allem der Gewichtsverlust entscheidend ist, während bei anderen auch die Zusammensetzung der Ernährung eine Rolle spielen könnte. Besonders deutlich zeigte sich das bei der Leber. Das ist für die untersuchten Teilnehmer relevant, weil sie bereits eine Fettleber und eine Vorstufe von Typ-2-Diabetes hatten.

Warum Keto die Leber stärker beeinflusst haben könnte

Eine mögliche Erklärung liefern die Messungen des Zucker- und Fettstoffwechsels. Unter Keto waren Blutzucker und Insulin über den Tag deutlich niedriger, während Glukagon anstieg. Glukagon ist ein Hormon, das unter anderem beeinflusst, wie die Leber gespeicherte Energie nutzt.

Diese Veränderungen könnten dazu geführt haben, dass die Leber weniger neues Fett herstellte und mehr vorhandenes Fett abbaute und als Energie nutzte. Tatsächlich ging die gemessene Fettneubildung in der Leber mit Keto stärker zurück als mit den beiden anderen Ernährungsformen. Die Autoren sehen darin eine mögliche Erklärung für den stärkeren Rückgang des Leberfetts.

Viel Fett – aber keine Nachteile bei LDL-Cholesterin und Blutdruck

Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil die Keto-Diät ausgesprochen fettreich war: 73 Prozent der Energie stammten aus Fett, 23 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. Gerade gesättigte Fettsäuren stehen wegen möglicher Auswirkungen auf Blutfette und das Herz-Kreislauf-Risiko in der Kritik.

Trotz des hohen Fettanteils schnitt Keto bei LDL-Cholesterin, Blutdruck, Apolipoprotein B und den über den Tag gemessenen Triglyceriden nicht schlechter ab als die beiden anderen Ernährungsformen. Einige weitere untersuchte Werte für das Herz-Kreislauf-Risiko verbesserten sich mit Keto sogar stärker.

Wie aussagekräftig sind die Ergebnisse?

Eine wesentliche Stärke der Studie ist der nahezu identische Gewichtsverlust in den drei Gruppen. Dadurch lässt sich der Einfluss der Ernährung besser vom Effekt des Abnehmens selbst trennen. Auch die Einhaltung der jeweiligen Ernährung war mit mehr als 95 Prozent sehr hoch. Zudem bestimmten die Forscher Leberfett und Insulinwirkung mit aufwendigen Messverfahren.

Mit 42 Teilnehmern – nur 14 pro Diät – war die Studie klein. Dadurch könnten Unterschiede zwischen den Ernährungsformen unentdeckt geblieben sein, worauf auch die Autoren hinweisen.

Bei der Bewertung kommt noch ein zweiter Punkt hinzu: Als wichtigste Ergebnisse hatten die Forscher von Anfang an nur festgelegt, wie gut Muskeln und Leber auf Insulin reagieren. Leberfett, Blutzucker, Blutfette und viele weitere Werte wurden zusätzlich untersucht. Die Unterschiede bei diesen Werten sind deshalb wichtige Hinweise, aber weniger belastbar als die beiden Hauptergebnisse der Studie.

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Offen bleibt, wie streng Keto sein muss

Auch für die praktische Bedeutung gibt es eine wichtige offene Frage. Die untersuchte Keto-Diät enthielt bei 2.000 Kilokalorien nur 20 Gramm Kohlenhydrate pro Tag und war damit sehr kohlenhydratarm. Die Studie zeigt nicht, ob eine weniger strenge Variante ohne Ketose – also ohne die typische Stoffwechselumstellung bei sehr wenigen Kohlenhydraten – ähnliche Effekte hätte.

Ebenso lässt sich nicht sagen, wann Keto dafür eingesetzt werden müsste. Die Teilnehmer ernährten sich bereits während des Abnehmens ketogen. Ob ähnliche Vorteile für die Leber entstehen, wenn erst nach dem Abnehmen beim Halten des neuen Gewichts auf Keto umgestellt wird, wurde nicht untersucht.

Finanziert wurde die Studie durch Zuschüsse der US-amerikanischen National Institutes of Health und Unterstützung der Foundation for Barnes-Jewish Hospital. Studienleiter Samuel Klein gab zudem finanzielle Verbindungen zu mehreren Pharmaunternehmen an.

Quellen

  1. Nadolsky, K., Garvey, WT., Agarwal M. et al. (2025). American Association of Clinical Endocrinology Consensus Statement: Algorithm for the Evaluation and Treatment of Adults with Obesity/Adiposity-Based Chronic Disease - 2025 Update. Endocr Pract. ↩︎
  2. Gardner, CD., Trepanowski, JF., Del, Gobbo, LC. et al. (2018). Effect of Low-Fat vs Low-Carbohydrate Diet on 12-Month Weight Loss in Overweight Adults and the Association With Genotype Pattern or Insulin Secretion: The DIETFITS Randomized Clinical Trial. JAMA. ↩︎
  3. Petersen, M., Smith, G. et al. (2026). Effect of diet macronutrient content on the cardiometabolic response to weight loss: A randomized clinical trial. Cell Metabolism. ↩︎

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