28. August 2026, 9:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer häufig Essen zum Mitnehmen futtert, riskiert einer aktuellen Studie zufolge eine metabolisch bedingte Fettleber. Ein Geschlecht sollte beim Take-away-Konsum besonders aufpassen.
Montags Asia-Nudeln, dienstags Currywurst mit Pommes, mittwochs Döner, donnerstags … Halt! Ab hier wird es kritisch. Wer sich pro Woche vier oder mehr Essen zum Mitnehmen bestellt, riskiert eine metabolisch bedingte Fettleber (MASLD). Diese geht mit Stoffwechselproblemen wie Übergewicht und Insulinresistenz und nicht mit Alkohol einher. Die dramatischen Folgen reichen von Leberentzündung bis hin zu Leberkrebs. Dass man dafür kein extremer „Fast-Food-Junky“ sein muss, hat ein chinesisches Forscherteam in einer Studie ermittelt, die aktuell in der Fachzeitschrift „American Journal of Epidemiology“ veröffentlicht wurde.1
Das wollten die Forscher herausfinden
Dass Fertiggerichte nicht in die Kategorie „Clean Eating“ fallen, ist klar. Doch sagen die bisherigen Studien wenig darüber aus, ab welcher Menge es für die Leber ungesund oder gar gefährlich wird. Die Leber ist bekanntlich ein sehr geduldiges Organ, das viel ertragen kann, bis sie es eben nicht mehr tut. Besonders tückisch: Ist der Schaden bereits angerichtet, zeigen sich meist noch keine spürbaren Beschwerden. Darum wollten die Forscher unter anderem wissen, ob häufiges Essen zum Mitnehmen mit dem Auftreten und der Schwere einer metabolisch bedingten Fettleber zusammenhängt. Ihren Angaben zufolge betrifft MASLD inzwischen ungefähr 30 Prozent der Weltbevölkerung.
So wurde in 3 Kohorten untersucht
Die chinesische Kohorte umfasste 3.186 Erwachsene, die zu Untersuchungsbeginn keine Fettleber aufwiesen. Ihr Take-away-Konsum wurde mittels Fragebögen erfasst. Während der Beobachtungszeit von 12 941 Personenjahren entwickelten 724 eine MASLD. Zusätzlich flossen Daten von 99 781 Menschen aus der britischen UK Biobank ein. Auch hier wurde die Menge des Essens zum Mitnehmen über Fragebögen erfasst. Die 724 Fettleber-Diagnosen, die innerhalb von 1.033.546 Personenjahren erfolgten, ermittelten die Forscher anhand von Krankenhausdaten und Sterberegistern. Die dritte Personenkohorte umfasste 334 chinesische Erwachsene mit biopsiebestätigter MASLD. Damit konnten die Forschenden nicht nur untersuchen, ob der Konsum von Take-away-Gerichten mit einer Fettleber zusammenhing, sondern auch, ob er mit der Schwere der Erkrankung verbunden war. Die Vergleichsgruppe bildeten übrigens alle, die sich weniger als einmal pro Woche To-Go-Food gönnten.
Verursacht Essen zum Mitnehmen Fettleber? Das kam bei der Auswertung heraus
Tatsächlich scheint ein signifikanter Zusammenhang zwischen Essen zum Mitnehmen und metabolisch bedingter Fettleber zu bestehen. Dieser zeigte sich insbesondere bei Männern. Bei ihnen stieg das Risiko ab vier Take-away-Mahlzeiten um ca. 30 Prozent. Interessant: Darunter war das Risiko einer Fettleber nicht nennenswert erhöht. Es scheint, als mache eine extra Junkfood-Session pro Woche den entscheidenden Unterschied. Die britische Studie bestätigte bei Männern sogar ein um 66 Prozent höheres Risiko, während Frauen davon nicht betroffen zu sein scheinen. Die dritte Personenkohorte lieferte den entscheidenden Hinweis, dass Essen zum Mitnehmen die Schwere einer bereits bestehenden Fettleber verschlimmern kann.
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Forscher vermuten neben zu viel Salz und Fett weitere Gründe
Sie gehen davon aus, dass die hohen Mengen an Salz, Fett und Zucker in Verbindung mit wenigen Ballaststoffen und Mikronährstoffen eine entscheidende Rolle spielen. Auch problematische Chemikalien wie BPA oder Phthalate, die über Kunststoffverpackungen auf das Essen gelangen, stehen unter Verdacht. In welcher Form die einzelnen Komponenten tatsächlich mit hineinspielen, geht aus der Untersuchung nicht hervor. Warum Frauen von der Fettleber trotz Take-away-Liebe verschont bleiben, ist ebenso ein Rätsel.
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Einfache Verhaltensbotschaft an die Männer
Obwohl sich die Studie hauptsächlich auf von den Teilnehmern selbst berichtete Beobachtungsdaten beschränkt und damit nicht beweisen kann, dass Essen zum Mitnehmen direkt eine Fettleber verursacht, weist sie einige entscheidende Stärken auf. Die größte ist die Kombination von drei Datensätzen mit insgesamt über 100.000 Personen aus unterschiedlichen Populationen. Besonders wertvoll ist die dritte Kohorte, da sie Ergebnisse durch Leberbiopsien bestätigt. Was vor allem Männer, denen ihre Leber am Herzen liegt, aus der Studie mitnehmen sollten: Zählen sie bei Essen zum Mitnehmen betrifft, pro Woche nicht höher als bis drei. Außerdem scheint es nicht nur ökologisch sinnvoll zu sein, beim Abholen eigene wiederverwendbare Behälter mitzubringen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass sie keine Weichmacher oder andere problematische Stoffe enthalten. Ideal sind zum Beispiel Behälter aus Edelstahl.