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Sollten Männer 21 Samenergüsse im Monat haben?

Mann liegt im Bett
Ein Samenerguss macht glücklich – und tut noch mehr Gutes, womöglich sogar in Richtung Schutz vor Krebs Foto: Getty Images
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11. Mai 2026, 13:18 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Sexuelle Enthaltsamkeit über längere Zeit kann sich negativ auf die männliche Gesundheit auswirken – mit möglichen Folgen für den Hormonspiegel und die Funktion der Geschlechtsorgane. Doch wie viele sexuelle Höhepunkte tragen der Gesundheit bei? Eine Studie lieferte Hinweise auf die stolze Zahl von 21 pro Monat. FITBOOK fragte bei einem Urologen nach, wie das zu bewerten ist.

Dr. Christoph Pies
Mit fachlicher Beratung von Facharzt für Urologie

Sex oder Selbstbefriedigung tun dem Wohlbefinden gut. Zudem gibt es Hinweise, dass sie für die allgemeine Gesundheit eine Rolle spielen. Lange abstinente Phasen könnten entsprechend negative Effekte haben. Diskutiert werden Auswirkungen wie ein sinkender Testosteronspiegel, das Atrophieren der Schwellkörper im Penis sowie Erektionsstörungen. Umgekehrt wiederum wirken sich regelmäßige Samenergüsse womöglich günstig auf den Testosteronwert sowie die psychische Gesundheit aus. Darüber hinaus könnte regelmäßige Ejakulation das Risiko verringern, an Prostatakrebs zu erkranken. So könnte man zumindest Hinweise aus einer Harvard-Studie interpretieren.

Zusammenhang zwischen Samenergüssen und Prostatakrebs

„Wobei ich betonen möchte, dass es sich um eine statistische Korrelation handelte. Daraus ergibt sich keine gesicherte Schutzwirkung durch Samenergüsse.“

Bei der Untersuchung der Uni Harvard waren mehr als 30.000 Probanden über einen Zeitraum von 40 Jahren begleitet worden.1 Den Forschern lagen somit Daten zu etwaigen (Prostata-)Krebserkrankungen der Männer sowie deren Angaben zu ihrem Sexualleben vor. Die Wissenschaftler kamen abschließend zu dem Ergebnis, dass diejenigen Probanden, die häufig Sex hatten oder masturbierten, im Vergleich mit weniger sexuell aktiven Gleichaltrigen seltener die Diagnose Prostatakrebs erhielten. Es scheint also einen Zusammenhang zu geben. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Ursache (21 Samenergüsse) und Wirkung (Schutz vor Krebs) abbildet.

. Sie verblieben folglich für einen kürzeren Zeitraum in der Prostata.2 Laut Dr. Pies könnten aber noch weitere Faktoren eine Rolle spielen. Der Experte nennt diesbezüglich hormonelle Prozesse, verminderte Entzündungsprozesse oder allgemein gesündere Lebensstilfaktoren sexuell aktiver Männer.

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Weitere diskutierte gesundheitliche Vorteile

Auch wenn der Effekt auf das Prostatakrebsrisiko sowie die Menge von 21-mal im Monat nicht gesichert sind: Samenergüsse können der Gesundheit dennoch guttun. Wie Dr. Pies weiter berichtet, regt regelmäßiges Ejakulieren das Immunsystem an: „Das ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen.“ Dieser Effekt rühre unter anderem daher, dass man nach dem Höhepunkt besser schlafe. Und eine erholsame Nachtruhe sei für die Funktion der Abwehrkräfte essenziell. Zudem werden durch Sex oder Selbstbefriedigung Endorphine (= Glückshormone) ausgeschüttet und gleichzeitig weniger vom Stresshormon Cortisol. Deshalb wird in der Forschung gemutmaßt, dass Samenergüsse auch einer Depression vorbeugen können. Laut Dr. Pies zeigten Untersuchungen immer wieder, dass sich in dieser Hinsicht durchaus auch Sex allein günstig auswirkt und „Männer, die häufig masturbieren, selbstbewusster und zufriedener sind“.

Aber: Sex soll kein Stressfaktor werden

Evolutionär betrachtet dient das Aufkommen erster sexueller Empfindungen dem Fortbestand der Menschheit. Man könnte laut Dr. Pies auch sagen, dass Jungs bei der Masturbation für den Ernstfall „üben“. Sie lernen sich und ihren Körper kennen, um später vorbereitet und fruchtbar zu sein. Bis zum 25. Lebensjahr masturbieren Männer demnach durchschnittlich zehnmal im Monat. Mit zunehmendem Alter und auch innerhalb einer Beziehung nimmt die Häufigkeit in der Regel ab – auch wenn es umgekehrt offenbar besser wäre.

Dennoch: 21-mal Sex oder Masturbieren im Monat ist eine stolze Anzahl, räumt Dr. Pies ein. Der „Männer-TÜV“-Autor empfiehlt dringend, die Erwartung an sich selbst – „in unserer ‚übersexualisierten‘ Gesellschaft, in der man bereits einem hohen Druck ausgesetzt ist“ – keinesfalls unnötig hochzuschrauben. Folgen Sie stattdessen Ihren persönlichen Regungen! Unter Stress kann auch die schönste Nebensache der Welt nicht gesundheitsförderlich sein.

Quellen

  1. J. Rider, K. Wilson, J. Sinnott et al. (2016). Ejaculation Frequency and Risk of Prostate Cancer: Updated Results with an Additional Decade of Follow-up, Eruopean Urology ↩︎
  2. E. Benli, A. Yuce, A. Cirakoglu et al. (2022). Comparison of Sexual Behavior and Inflammatory Parameters in Prostate Cancer Patients with Control Group: Prospective Controlled Study, Urology Journal ↩︎

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