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Studie zeigt

Prostatakrebs – diese Lebensmittel sind laut Forschern genauso gefährlich wie Rauchen

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Der erhöhte Konsum von UPF kann sich negativ auf das Prostatakrebsrisiko auswirken Foto: Getty Images/SEBASTIAN KAULITZKI/SCIENCE PHOTO LIBRARY
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Isa Kabakci
Redakteur

13. August 2026, 17:06 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Tiefkühlpizza, Softdrinks oder abgepackte Snacks gehören für viele Menschen zum Alltag. Doch wie wirkt sich ein hoher Konsum solcher stark verarbeiteten Produkte auf die Gesundheit aus? Eine aktuelle US-Studie hat untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen sogenannten ultra-verarbeiteten Lebensmitteln (UPF) und Prostatakrebs gibt.

Risiko steigt mit erhöhtem Konsum

Die Analyse von Forschern aus den USA deutet darauf hin, dass Männer mit einem hohen Konsum ultra-verarbeiteter Lebensmittel häufiger an Prostatakrebs erkrankt waren als Männer, die davon weniger aßen. Je nach Auswertung lag das Risiko um 27 bis 34 Prozent höher.1

„Männer, die mehr hochverarbeitete Lebensmittel konsumierten, hatten in dieser landesweit repräsentativen US-Stichprobe ein signifikant höheres Risiko für Prostatakrebs“, sagt Studienautor Prof. Charles H. Hennekens von der Florida Atlantic University in einer Pressemitteilung.2

Wie die Studie durchgeführt wurde

Ultra-verarbeitete Lebensmittel wie Softdrinks, Snacks, Frühstückszerealien oder verarbeitetes Fleisch machen einen großen Teil der Ernährung vieler Menschen aus. Frühere Studien brachten sie bereits mit Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Gesundheitsproblemen in Verbindung.

„Die Reduzierung des Konsums hochverarbeiteter Lebensmittel ist eine komplexe Herausforderung für die öffentliche Gesundheit, da diese Produkte weit verbreitet und leicht verfügbar sind“, sagt Mitautor Prof. Timothy De Ver Dye. Viele Menschen hätten zudem Schwierigkeiten, gesunde und bezahlbare Alternativen zu finden.

Forscher der Florida Atlantic University wollten deshalb prüfen, ob auch ein Zusammenhang mit Prostatakrebs besteht. Dafür werteten sie Daten von 17.024 Männern aus der US-amerikanischen Gesundheitsstudie NHANES aus. Anhand von Ernährungsprotokollen bestimmten sie den Anteil ultra-verarbeiteter Lebensmittel an der täglichen Kalorienzufuhr und verglichen diesen mit selbst berichteten Prostatakrebsdiagnosen.

Höherer Verzehr, häufiger Prostatakrebs

Für die Auswertung teilten die Forscher die Teilnehmer nach dem Anteil ultra-verarbeiteter Lebensmittel an ihrer täglichen Kalorienzufuhr in vier Gruppen ein. Die Gruppe mit dem geringsten Konsum bezog weniger als 20 Prozent ihrer Kalorien aus solchen Produkten, die Gruppe mit dem höchsten Konsum mehr als 44 Prozent.

Im Vergleich zu Männern mit dem niedrigsten Konsum berichteten Teilnehmer in den Gruppen mit höherem Verzehr häufiger von einer Prostatakrebserkrankung. Wurden die drei Gruppen mit moderatem bis hohem Konsum zusammengefasst, lag deren unbereinigtes Risiko um 29 Prozent höher. Betrachtete man nur die beiden Gruppen mit dem höchsten Verzehr, betrug das unbereinigte Plus 30 Prozent.

Nachdem die Forscher Alter, Raucherstatus, ethnische Zugehörigkeit und Armutsstatus berücksichtigt hatten, blieb der Zusammenhang bestehen. Die Unterschiede lagen dann je nach Modell zwischen 27 und 34 Prozent.

Für die Gruppe mit dem höchsten UPF-Konsum zeigte sich zwar der stärkste Zusammenhang, dieser war statistisch jedoch nicht eindeutig abgesichert. Die Autoren vermuten, dass dies mit der vergleichsweise geringen Zahl an Prostatakrebsfällen in dieser Gruppe zusammenhängen könnte.

Die Autoren sehen in den Ergebnissen zudem eine mögliche Parallele zur Geschichte des Rauchens. „So wie die Gefahren des Tabakkonsums bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts sichtbar wurden, dauerte es Jahrzehnte, bis die wissenschaftliche Evidenz zu politischen Maßnahmen führte. Ein ähnlicher Weg könnte auch bei hochverarbeiteten Lebensmitteln bevorstehen“, schreiben die Autoren.

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Stärken und Schwächen der Studie

Die Studie weist mehrere Stärken auf, darunter eine große, repräsentative Stichprobe und die Nutzung der etablierten NOVA-Klassifikation zur Erfassung der Ernährung. Zu den Einschränkungen zählen der beobachtende Studienaufbau, der keine Aussagen über Ursache und Wirkung erlaubt, sowie mögliche Fehler durch Selbstberichte.

Zudem könnten nicht vollständig erfasste Faktoren wie familiäre Vorbelastung, Bluttests zur Früherkennung von Prostatakrebs oder körperliche Inaktivität die Ergebnisse beeinflusst haben. Auch die geringe Zahl an Prostatakrebsfällen in bestimmten Gruppen könnte die statistische Aussagekraft einschränken.

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Das zeigen frühere Studien

Die Ergebnisse stehen nicht unwidersprochen da. Eine Metaanalyse der University of Miami fasste 2024 sechs Studien mit insgesamt rund 779.000 Teilnehmern und 18.036 Prostatakrebsfällen zusammen – und fand keinen signifikanten Zusammenhang zwischen hohem UPF-Konsum und dem Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Für die Sterblichkeit deutete sich ein leichter Anstieg um 15 Prozent an, der statistisch allerdings ebenfalls nicht abgesichert war. Auch eine Auswertung der britischen UK Biobank mit knapp 200.000 Teilnehmern fand für Prostatakrebs keinen Zusammenhang, wohl aber für andere Krebsarten.3

Hinweise gibt es hingegen darauf, dass hochverarbeitete Lebensmittel den Krankheitsverlauf beeinflussen könnten. Eine chinesische Auswertung von 4336 Prostatakrebspatienten zeigte: Wer vor der Diagnose besonders viele UPF gegessen hatte, hatte ein um 18 Prozent erhöhtes Risiko, im Beobachtungszeitraum zu versterben. Auch dieser Wert lag allerdings an der Grenze zur statistischen Signifikanz.4

Insgesamt ist die Datenlage bei Prostatakrebs damit deutlich dünner und uneinheitlicher als etwa bei Darm- oder Magenkrebs, wo mehrere große Kohortenstudien konsistent erhöhte Risiken gefunden haben.

Quellen

  1. Scott H., Willett Y., Dunn J., et al. (2026). Consumption of Ultra-Processed Foods and Increased Risks of Prostate Cancer in a Random Sample of United States Adults. The American Journal of Medicine ↩︎
  2. Florida Atlantic University: Ultra-Processed Foods Linked to Notably Higher Prostate Cancer Risks. (aufgerufen am 13.08.2026) ↩︎
  3. Fichtel-Epstein, C., Huang, J., Rich, B. J., Taswell, C. S., Isrow, D., & Jin, W. (2024). Ultra-Processed Food and Prostate Cancer Risk: A Systemic Review and Meta-Analysis. Cancers, 16(23), 3953 ↩︎
  4. Pu J.Y., Xu W., Zhu Q., Sun W.P., Hu J.J., Cai D., Zhang J.Y., Gong J.P., Xiong B., Zhong G.C. (2023). Prediagnosis ultra-processed food consumption and prognosis of patients with colorectal, lung, prostate, or breast cancer: a large prospective multicenter study. Front. Nutr. 10:1258242. ↩︎

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