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Diese Pflanze könnte laut Studie beim Abnehmen helfen

blutweiderich
Eine heimische Pflanze mit überraschendem Potenzial: Laut einer neuen Studie könnte Blutweiderich dabei helfen, Körperfett zu reduzieren. Foto: Getty Images
Mara Pollokat
Isa Kabakci
Mara Pallokat,

21. Oktober 2026, 17:48 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Kann eine heimische Pflanze tatsächlich dabei helfen, Körperfett zu reduzieren? Genau dieser spannenden Frage sind Wissenschaftler in einer aktuellen klinischen Studie nachgegangen. Im Mittelpunkt stand der Echte Blutweiderich (Lythrum salicaria), eine bislang wenig beachtete Pflanze, deren Inhaltsstoffe interessante Eigenschaften besitzen könnten. Die Forscher untersuchten, welchen Einfluss ein Extrakt der Pflanze auf das Körperfett und das Körpergewicht hat – und kamen zu bemerkenswerten Ergebnissen.

Kann Blutweiderich die Fettbildung im Körper beeinflussen?

Übergewicht erhöht das Risiko für verschiedene Erkrankungen, darunter Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch das Körpergewicht allein sagt wenig darüber aus, wie viel Fett ein Mensch tatsächlich mit sich trägt. Auch der häufig verwendete Body-Mass-Index (BMI) kann nicht zwischen Körperfett und Muskelmasse unterscheiden. Um Veränderungen des Körperfetts genauer zu erfassen, nutzen Wissenschaftler deshalb spezielle Messverfahren wie die DXA-Methode, mit der sich die Zusammensetzung des Körpers bestimmen lässt.

Der Echte Blutweiderich enthält unter anderem Polyphenole und bestimmte Mehrfachzucker, denen gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden. Frühere Untersuchungen im Labor und an Tieren deuteten bereits darauf hin, dass seine Inhaltsstoffe die Bildung neuer Fettzellen bremsen und einer Gewichtszunahme entgegenwirken könnten. Ob sich solche Effekte auch beim Menschen zeigen, war bislang jedoch kaum erforscht.

Studiendesign und Methoden

An der Studie aus Südkorea nahmen 90 Erwachsene im Alter zwischen 19 und 75 Jahren teil. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe mit 45 Personen erhielt einen Extrakt aus Echtem Blutweiderich (Lythrum salicaria), die andere ein wirkstofffreies Scheinpräparat (Placebo). Weder die Teilnehmer noch die Forscher wussten während der Untersuchung, wer welches Präparat bekam. So sollte verhindert werden, dass Erwartungen die Ergebnisse beeinflussen.1

Über einen Zeitraum von zwölf Wochen nahm die Blutweiderich-Gruppe täglich 500 Milligramm des Pflanzenextrakts in Pulverform ein. Die Forscher wollten vor allem herausfinden, ob sich dadurch die Körperfettmasse verringert. Um das möglichst genau festzustellen, nutzten die Wissenschaftler ein spezielles Röntgenverfahren (DXA), das zwischen Fett, Muskeln und anderen Körperbestandteilen unterscheiden kann.

Zusätzlich untersuchten sie das Körpergewicht, den BMI, den Körperfettanteil, die fettfreie Körpermasse und verschiedene Blutwerte. Insgesamt 84 Teilnehmer schlossen die Studie wie vorgesehen ab. Für eine ergänzende Auswertung berücksichtigten die Forscher auch die Daten aller ursprünglich 90 Teilnehmer.

So reagierte Körperfett auf das Extrakt

Nach zwölf Wochen zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden Gruppen: Die Teilnehmer, die den Blutweiderich-Extrakt eingenommen hatten, verloren im Durchschnitt 0,58 Kilogramm Körperfett. In der Placebo-Gruppe nahm die Fettmasse dagegen um durchschnittlich 1,43 Kilogramm zu. Insgesamt ergab sich damit ein Unterschied von rund zwei Kilogramm zugunsten des Pflanzenextrakts.

Auch beim Körpergewicht zeigte sich ein ähnliches Bild: Während die Teilnehmer der Blutweiderich-Gruppe durchschnittlich 0,98 Kilogramm abnahmen, legten die Personen in der Placebo-Gruppe im Schnitt 0,79 Kilogramm zu. Der BMI und der Körperfettanteil entwickelten sich in der Extraktgruppe günstiger. Bei der fettfreien Körpermasse, zu der unter anderem die Muskeln gehören, und dem Verhältnis von Taille zu Hüfte stellten die Forscher dagegen keine eindeutigen Unterschiede fest.

Interessant war außerdem eine Veränderung im Blut: Bei den Personen, die den Pflanzenextrakt einnahmen, stieg der Spiegel des Hormons Adiponectin an. Dieses spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Fett- und Zuckerstoffwechsels. In der Placebo-Gruppe sank der Wert hingegen. Andere untersuchte Blutwerte, darunter Cholesterin, weitere Blutfette und Entzündungswerte, unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht wesentlich.

An der Ernährung und körperlichen Aktivität der Teilnehmer hatte sich laut ihren eigenen Angaben während der Studie nichts Wesentliches verändert. Die meisten hielten sich zuverlässig an die Einnahme der Präparate. Insgesamt wurden bei sechs Teilnehmern leichte Beschwerden oder unerwünschte Ereignisse dokumentiert. Ein Zusammenhang mit dem Pflanzenextrakt oder dem Placebo wurde dabei nicht festgestellt.

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Welche Bedeutung haben die Ergebnisse?

Die Studie liefert erste Hinweise darauf, dass ein Extrakt aus Echtem Blutweiderich dabei helfen könnte, Körperfett zu reduzieren. Allerdings fiel der tatsächliche Fettverlust eher gering aus. Der deutlich größere Unterschied zwischen den beiden Gruppen entstand auch dadurch, dass die Teilnehmer der Placebo-Gruppe überraschenderweise Körperfett zunahmen. Warum das geschah, blieb unklar.

Auch die Veränderungen beim Hormon Adiponectin sollten nicht überbewertet werden. Da die Wissenschaftler zahlreiche Werte untersuchten, ohne die statistische Auswertung entsprechend anzupassen, könnten einzelne auffällige Ergebnisse auch zufällig entstanden sein. Die Forscher betrachten diese Befunde deshalb zunächst als erste Hinweise, die in weiteren Studien überprüft werden müssen.

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Einordnung der Studie und mögliche Einschränkungen

Für die Studie sprechen das randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Design sowie die Knochendichtemessung. Die Aussagekraft ist dennoch begrenzt. Die Untersuchung umfasste nur 90 Teilnehmer, dauerte zwölf Wochen und wurde an einem einzigen Studienzentrum durchgeführt. Ob der Effekt langfristig anhält und wie das Präparat über längere Zeit vertragen wird, lässt sich daher nicht beurteilen.

Eine wesentliche Unsicherheit ist zudem die unerwartete Zunahme der Fettmasse in der Placebo-Gruppe. Ernährung und körperliche Aktivität wurden anhand von Angaben der Teilnehmer erfasst, sodass nicht gemessene Veränderungen des Lebensstils nicht ausgeschlossen werden können.

Quellen

  1. Shin, B.-J., Park, H.-J., Park, Y.-J., An, H.-J., Shin, S., Cha, Y.-Y., & Heo, I. (2026). Efficacy and Safety of Lythrum salicaria Extract on Body Fat Reduction in Adults with a BMI of 23–30 kg/m2: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Nutrients, 18(20), 3342. ↩︎

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