17. November 2025, 16:23 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Schauspielerin Nicole Eggert durchlebt seit rund zwei Jahren eine physisch wie psychisch extrem schwere Zeit. 2023 wurde bei ihr Cribriform Carcinoma diagnostiziert, eine seltene Form von Brustkrebs. Seitdem hat sie eine Reihe belastender Therapien hinter sich gebracht und befindet sich weiterhin in Behandlung. Auf Social Media spricht sie stets offen über ihre Gefühle und Sorgen bezüglich ihrer Erkrankung. Nun dankte sie ihrem Körper dafür, wie er sie durch diese von Schmerzen und Operationen geprägte Phase getragen habe.
Nicole Eggert dankt ihrem Körper im Kampf gegen den Krebs
Sie lässt Gerüchten und Spekulationen keinen Raum: Von Beginn an ging US-Schauspielerin Nicole Eggert einen offenen und direkten Weg im Umgang mit ihrer Brustkrebserkrankung. Seit der Diagnose im Jahr 2023 teilt sie ihre Erfahrungen mit Therapien, Operationen sowie Rückschlägen in Interviews und via Social Media mit der Öffentlichkeit. In einem aktuellen Instagram-Post wendet sich die 53-Jährige voller Dankbarkeit und Hochachtung an ihren Körper.
An manchen Tagen erschrecke es sie, was ihr Leib alles durchgemacht habe, schreibt sie. „Und dann erinnere ich mich daran, wie sehr er für mich da war. Und immer noch für mich da ist.“ Sie lege all ihr Vertrauen in ihren Körper – „sie schafft das“, glaubt Nicole Eggert.
Aus ihren Worten spricht die tiefe Verbundenheit mit ihrem Körper. Sie wählt bewusst das weibliche Pronomen „she“ – grammatikalisch korrekt wäre „it“ für „Body“. Dies ist als Ausdruck von Vertrautheit und Liebe zu werten. Ihr Körper ist nicht ihr Feind – obwohl er es ist, der vom Brustkrebs befallen ist. Er ist ihre Rüstung im Kampf gegen die Krankheit.
Von der Diagnose ihrer seltenen Erkrankung zur Therapie
In den 1990er-Jahren wurde Nicole Eggert in der Rolle der Summer Quinn durch die Kultserie „Baywatch“ einem internationalen Publikum bekannt. Auch darüber hinaus wirkte sie in verschiedenen US-amerikanischen Filmen und Serien mit, die vor allem im Heimatmarkt Aufmerksamkeit erhielten. In Deutschland geriet sie danach zunächst etwas aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Bis sie ihre Brustkrebsdiagnose öffentlich machte.
Es war im Winter 2023, als sie einen Knoten in ihrer Brust ertastete. Nach einer Mammografie und mehreren Gewebsuntersuchungen bewahrheitete sich der Brustkrebsverdacht. Konkret wurde bei Eggert Cribriform carcinoma im Stadium II. diagnostiziert. Der erste Schritt ihrer Behandlung war eine monatelange Chemotherapie. Diese schlug gut an, doch Eggerts Körper reagierte auch mit den ungewünschten Begleiterscheinungen der Behandlung.
Cribriformkarzinom ist eine seltene Unterform von Brustkrebs. Viele Fragen zu Verlauf, optimaler Therapie und Langzeitprognose sind noch nicht abschließend geklärt. Denn bislang gibt es lediglich einzelne Fallberichte und Studien dazu.1 Diese legen nahe, dass Patientinnen oft gut auf eine Behandlung ansprechen und die Erkrankung in der Regel eine günstige Prognose hat. Doch noch fehlen große, umfassende Untersuchungen, weshalb die Diagnose auch noch einige Ungewissheit bedeutet.
Als Nicole Eggert begann, ihre Haare zu verlieren, reagierte sie selbstbestimmt: Sie rasierte sich den Kopf. Das Ergebnis teilte sie mutig und mit einer Portion Selbstironie auf Instagram – konkret: mit dem Kommentar „Eierkopf“, versehen mit Herz-Emojis.
Die intensiven Behandlungen hinterließen auch über den Haarverlust hinaus Spuren. Etwa war ihr Gesicht zeitweise stark angeschwollen. Sie versteckte sich deshalb nicht – man hat sie in dieser Zeit ebenso auf den Straßen von Los Angeles wie auf roten Teppichen gesehen. Auch hat Nicole Eggert weiter an ihrer eigenen Doku „After Baywatch: Moment in the Sun“ gearbeitet. „Wir haben die Szenen an Tagen gedreht, an denen ich mich gut genug fühlte, um aufzustehen und vor der Kamera zu sprechen“, erzählte sie damals „Bild“.
Im August 2024 gab sie dem US-amerikanischen „People“-Magazin ein Update über ihre Verfassung. Es gehe ihr gut, sie befinde sich „in einer Art Grauzone“ ihrer Behandlung. Die Chemotherapie sei zunächst abgeschlossen, sie erhalte aber noch eine Strahlentherapie, anschließend folge eine Operation.
Erste Mastektomie im September 2024
Eggert hatte sich für ihre Rolle in „Baywatch“ Implantate einsetzen lassen – eine Entscheidung, die sie später bereute, wie sie immer wieder bemerkte. Nun ließ sie sich die Brüste entfernen. Im Vorfeld des Eingriffs war sie nervös, dies gestand sie damals im Interview mit „Bild“. „Aber ich kann den Tumor, die Masse in meiner Brust, fühlen. Es ist sehr schmerzhaft und ich möchte einfach nur meine Brüste loswerden“, so der Star weiter.
Es sollte nicht bei einer einzigen Operation bleiben. Fast ein Jahr später, im August 2025, postete sie ein Foto ihres Spiegelbilds mit Kompressionsbody. „Ich hatte am Donnerstag eine Mastektomie mit Rekonstruktion. Und wie war euer Wochenende?“, so der Kommentar. Von ihren Followern, darunter auch Freunde, erhielt sie dafür viel Zuspruch, in Form von Kommentaren wie „Du siehst toll aus!!! Kriegerin!“
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Hormonbehandlung für weitere 10 Jahre
Im Nachgang an die zweite Brust-OP stand zwischenzeitlich die Möglichkeit einer Hysterektomie im Raum, wie Nicole Eggert „Fox News“ berichtete. Eine Hysterektomie, also die Entfernung der Gebärmutter, wird speziell bei hormonabhängigem Brustkrebs in Betracht gezogen. Die Absicht dahinter ist es, den Hormonspiegel zu senken, um das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass der Eingriff tatsächlich bei Nicole Eggert durchgeführt wurde, weder in Medienberichten noch auf ihrem Instagram-Kanal. Wahrscheinlicher scheint es daher, dass sich ihre Ärzte für eine Hormonbehandlung zur Weiterbehandlung ausgesprochen haben. Diese beinhaltet neben der Einnahme von Medikamenten auch eine monatliche Östrogenblocker-Injektion über rund zehn Jahre.
Hoffnungsvoll in die Zukunft
In einem Gespräch mit der „New York Post“ freute sich Nicole Eggert über das Ergebnis ihrer zweiten Operation – und so auch über ihre allgemeine Verfassung. „Mein Arzt war großartig, er hat mir die süßesten kleinen Brüste gemacht“, schwärmte sie. Nach der Mastektomie und Rekonstruktion konnten keine Tumorreste nachgewiesen werden.
Doch Nicole Eggert ist noch nicht gesund. Nach einer Krebsbehandlung gilt man erst dann als geheilt, wenn über einen Zeitraum von fünf Jahren keine Hinweise auf einen Rückfall (Rezidiv) vorliegen. Und selbst dann ist ein erneutes Auftreten nie völlig ausgeschlossen. Eggert bleibt jedoch stark und hoffnungsvoll. Indem sie ihre Erfahrungen öffentlich teilt, macht sie nicht nur anderen Betroffenen Mut, sondern trägt auch dazu bei, das Bewusstsein für Brustkrebs zu schärfen. Dies gilt auch für andere prominente Betroffene, die ihre Geschichte erzählen. Ein höheres Bewusstsein für die Erkrankung und die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen können die Überlebenschancen bei Brustkrebs entscheidend verbessern.