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Wann Magnesiumpräparate sinnvoll und welche Produkte empfehlenswert sind

Magnesiumpräparat im Check: Formen im Vergleich, Unterschiede bei Wirksamkeit, Dosierung und Empfehlung laut Experten.
Magnesiumpräparat im Check: Formen im Vergleich, Unterschiede bei Wirksamkeit, Dosierung und Empfehlung laut Experten. Foto: Getty Images/500px
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Isa Kabakci
Redakteur

29. September 2025, 11:00 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Magnesium gehört zu den essenziellen Mineralstoffen, ohne die im menschlichen Körper kaum etwas funktioniert. Es unterstützt den Energiestoffwechsel, stärkt Muskeln und Knochen, fördert die Herzgesundheit und ist für das hormonelle Gleichgewicht mitverantwortlich. Doch nicht immer reicht die Ernährung aus, um den Bedarf zu decken. Besonders Sportler oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen greifen deshalb zu Nahrungsergänzungsmitteln. Doch Magnesium ist nicht gleich Magnesium – bei der Wahl des richtigen Präparats lauern Fallen. Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten und welche Produkte in Tests überzeugen.

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Warnsignale ernst nehmen: Symptome eines Mangels

Magnesiummangel bleibt häufig lange unentdeckt – erste Anzeichen wie Muskelzuckungen oder -krämpfe, vor allem in den Waden, werden oft als harmlos abgetan. Dabei können auch Erschöpfung, Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Herzrasen, Verdauungsbeschwerden und innere Unruhe auf einen zu niedrigen Magnesiumspiegel hindeuten. Chronischer Mangel kann gravierende Folgen haben – von DNA-Schäden bis hin zu einem erhöhten Risiko für Demenz.

Auch interessant: Helfen Kollagenpräparate wirklich gegen Falten und schlaffe Haut?

Sport, Stress, Schwangerschaft: Wenn der Bedarf steigt

Ein erhöhter Magnesiumbedarf betrifft vor allem Sportler, da sie durch Schwitzen verstärkt Magnesium verlieren. Laut Experten kann der Tagesbedarf bei körperlich Aktiven um bis zu 20 Prozent steigen. Auch bei Schwangerschaft, chronischem Stress oder bestimmten Erkrankungen kann ein erhöhter Bedarf bestehen. Die zusätzliche Einnahme hilft nicht nur bei der Regeneration, sondern kann auch Muskelkrämpfen vorbeugen. Am besten erfolgt die Einnahme abends oder direkt nach dem Training.

Tagesempfehlung und natürliche Quellen

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt die empfohlene Tageszufuhr bei 300 Milligramm für Frauen und 350 Milligramm für Männer. Besonders magnesiumreich sind Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Mandeln, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse und magnesiumhaltiges Mineralwasser.1

Magnesium ist nicht gleich Magnesium: Welche Form ist sinnvoll?

Magnesiumpräparate unterscheiden sich nicht nur in ihrer Dosierung, sondern vor allem in der Verbindung, in der das Magnesium vorliegt. Häufig wird mit Begriffen wie „Magnesium Komplex“ geworben – diese enthalten meist verschiedene Formen wie Citrat, Bisglycinat oder Oxid.

Wichtig zu wissen: Organische Verbindungen wie Magnesiumcitrat oder -bisglycinat werden vom Körper deutlich besser aufgenommen als anorganische wie Magnesiumoxid. Zwar enthält letzteres mehr elementares Magnesium, doch die Bioverfügbarkeit ist geringer – weniger als zehn Prozent, so lautet eine verbreitete Annahme. Zwar gibt es Studien, die eine therapeutische Gleichwertigkeit nahelegen, unstrittig ist aber: Magnesiumoxid verbleibt größtenteils im Darm, kann Wasser binden und dadurch Verdauungsprobleme wie Blähungen oder Durchfall verursachen.

Organische Verbindungen wie Citrat oder Bisglycinat schneiden bei der Aufnahme deutlich besser ab. Auch wenn die Milligrammzahl auf der Verpackung niedriger erscheint, kommt letztlich mehr verwertbares Magnesium im Körper an – besonders relevant bei einem akuten Mangel oder erhöhter körperlicher Belastung.

Auch eine Untersuchung der Universität Isabel I (Burgos) und des Forschungszentrums CINUSA (Madrid) bestätigt: „Organische Magnesiumverbindungen wie Citrat oder Bisglycinat sind tendenziell bioverfügbarer als anorganische Formen wie Magnesiumoxid.“ Die Forscher betonen außerdem, dass Darreichungsform und Dosierung Einfluss auf die Aufnahme haben – Brausetabletten oder Granulate seien klassischen Tabletten überlegen. Unterschiede zwischen den Magnesiumformen seien vor allem für ältere oder kranke Menschen relevant, während gesunde Personen mit allen Präparaten ihren Bedarf decken könnten.2

Empfehlenswerte Produkte im Vergleich

Natural Elements Magnesium Komplex
Dieses Produkt ist derzeit das meistverkaufte Magnesiumpräparat bei Amazon. Es kombiniert fünf verschiedene Magnesiumverbindungen – darunter sowohl organische als auch anorganische – und liefert pro Tagesdosis (zwei Kapseln) 400 Milligramm elementares Magnesium. Vorteilhaft ist die breite Mischung, die unterschiedliche Resorptionswege im Körper nutzt. Die Kapseln sind laborgeprüft und frei von Zusatzstoffen.
Hinweis: Enthaltenes Magnesiumoxid kann bei Überdosierung zu Magenproblemen führen. Eine Dose mit 180 Kapseln reicht für rund drei Monate.

Igennus Dreifach-Magnesium-Komplex
Die Tagesdosis (zwei Tabletten) enthält 262 Milligramm elementares Magnesium, ausschließlich in gut bioverfügbaren organischen Formen: Citrat, Bisglycinat und Taurat. Die Kombination ist besonders magenfreundlich und eignet sich für Personen, die auf Verträglichkeit achten. Die 60 Tabletten reichen für einen Monat. Natural Elements gehört zur Natsana-Gruppe, die aktuell vom Bayer-Konzern übernommen wird.

Wehle Sports Magnesium Komplex
Drei Kapseln pro Tag liefern 375 Milligramm elementares Magnesium in den Formen Citrat, Bisglycinat und Malat – allesamt organische Verbindungen mit hoher Bioverfügbarkeit. Die Kombination ist auch für empfindliche Personen gut verträglich. Die Packung mit 180 Kapseln reicht für zwei Monate. Wehle Sports ist die Eigenmarke der FNW International aus Horb am Neckar.

Raab Vitalfood Magnesiumcitrat Pulver
Das Pulver besteht zu 100 Prozent aus Magnesiumcitrat und liefert rund 250 Milligramm elementares Magnesium pro Tagesdosis (3 Gramm). Die Pulverform erlaubt eine flexible Dosierung, was vor allem für Sportler vorteilhaft ist. Nachteil: Der säuerliche Geschmack ist nicht jedermanns Sache, und die Dosierung erfordert etwas Sorgfalt. Raab Vitalfood ist ein bayerisches Familienunternehmen mit Sitz in Rohrbach an der Ilm.

Feel Natural Magnesium
Eine Kapsel enthält 664 Milligramm Magnesiumverbindung, davon 400 Milligramm elementares Magnesium – fast ausschließlich in Form von Magnesiumoxid. Die hohe Zahl auf dem Etikett wirkt zunächst überzeugend, doch durch die geringe Bioverfügbarkeit bleibt ein Großteil ungenutzt. Zudem kann Magnesiumoxid bei empfindlichen Personen zu Verdauungsbeschwerden führen. Das Produkt ist zwar mit rund 18 Euro für ein ganzes Jahr sehr preisgünstig, qualitativ aber eher im unteren Segment anzusiedeln. Feel Natural gehört ebenfalls zur Natsana-Gruppe, aktuell in Übernahme durch Bayer.

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Was Sie beim Kauf grundsätzlich beachten sollten

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Medikamente und dürfen keine Krankheiten behandeln. Deshalb gilt: Qualität hat Vorrang. Besonders bei hoch dosierten oder extrem günstigen Produkten aus unsicheren Quellen ist Vorsicht geboten. Fachleute raten, mit einer niedrigen Dosis zu starten und auf mögliche Nebenwirkungen zu achten.

Auch die Kombination mit anderen Nährstoffen sollte bedacht werden. Calcium und Magnesium können sich beispielsweise gegenseitig in der Aufnahme behindern – ebenso Eisen und Zink. Werden Medikamente wie Antibiotika oder Schilddrüsenpräparate eingenommen, empfiehlt sich ein Einnahmeabstand von mindestens zwei bis drei Stunden.

Fazit: Hochwertige Präparate bevorzugen

Magnesium spielt eine zentrale Rolle für zahlreiche Körperfunktionen und kann vor schweren Krankheiten schützen. Wer Nahrungsergänzungsmittel einsetzt, sollte auf hochwertige, gut bioverfügbare Verbindungen wie Citrat, Bisglycinat oder Malat achten. Wichtig ist zudem die richtige Dosierung – nicht zu viel und nicht zu wenig. Bei Unsicherheiten helfen Arzt, Apotheker oder Ernährungsberater weiter.

Quellen

  1. DGE. Magnesium. (aufgerufen am 10.09.2025) ↩︎
  2. Pardo, MR., Garicano, Vilar, E., San, Mauro, Martín, I. et al. (2021). Bioavailability of magnesium food supplements: A systematic review. Nutrition.  ↩︎

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