30. Oktober 2026, 10:21 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Regelmäßige Bewegung gilt als einer der wichtigsten Bausteine für ein gesundes Leben. Viele Menschen treiben Sport, um fit zu bleiben, Krankheiten vorzubeugen und ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Doch zu viel Ehrgeiz oder die falsche Belastung können das Gegenteil bewirken: Knochen und Gelenke werden strapaziert, das Risiko für Verletzungen steigt. Welche Maßnahmen helfen, damit der Bewegungsapparat möglichst lange gesund bleibt, verraten zwei Mediziner.
Bewegung schützt die Gelenke – Überlastung kann schaden
Wer seine Gelenke gesund halten möchte, sollte vor allem eines tun: in Bewegung bleiben. Denn der Gelenkknorpel ist auf regelmäßige Aktivität angewiesen. „Weil der Knorpel in Gelenken nicht über das Blut ernährt wird, sondern durch die Gelenkflüssigkeit, ist Bewegung unerlässlich“, sagt Dr. Julia Wölfle-Roos, Chefärztin für Orthopädie und Schmerztherapie an der ANOA-Klinik Ichenhausen.
Wichtig dabei: „Das nötige Augenmaß, denn Extremsportarten und Sportverletzungen haben den gegenteiligen Effekt, erhöhen das Arthroserisiko“, so die Expertin.
Das könnte Sie auch interessieren: Die besten Sportarten für ein langes Leben
Muskelaufbau wirkt wie ein Schutzschild
Vor allem mit zunehmendem Alter gewinnt regelmäßige Bewegung an Bedeutung. Das gilt insbesondere dann, wenn bereits erste Verschleißerscheinungen an den Gelenken vorhanden sind oder frühere Sportverletzungen die Belastbarkeit eingeschränkt haben.
„Empfehlenswert sind Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Vor allem im höheren Alter, wenn bereits Vorstufen der Arthrose vorhanden sind, und nach Sportverletzungen, haben Bewegung und der dadurch entstehende Muskelaufbau einen besonders wichtigen Effekt“, erklärt Dr. Julia Wölfle-Roos. Kräftige Muskeln entlasten die Gelenke und können dazu beitragen, Fehlbelastungen im Alltag und beim Sport abzufangen.
Sie haben Arthrose? Worauf Sie bei der Ernährung achten sollten
Deutschland stirbt nicht mehr plötzlich – wir sterben leise! Diese „Pille“ würde es verhindern
Starke Knochen schon in jungen Jahren aufbauen
Nicht nur die Gelenke brauchen Aufmerksamkeit. Auch die Knochengesundheit entscheidet darüber, wie beweglich Menschen im Alter bleiben. Dabei werden wichtige Weichen bereits in jungen Jahren gestellt. „Schon Kinder sollten mit guter Ernährung und Sport starke Knochensubstanz aufbauen, denn im Laufe des Lebens schmilzt sie“, sagt Dr. Johannes Flechtenmacher, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Osteologie aus Karlsruhe.
Je höher die Knochendichte in jungen Jahren ist, desto größer sind die Reserven im späteren Leben. Das kann helfen, Osteoporose und Knochenbrüchen vorzubeugen.
Diese Lebensmittel können den Knochen schaden
Neben ausreichender Bewegung spielt die Ernährung eine zentrale Rolle für stabile Knochen. Dr. Flechtenmacher rät dazu, bestimmte Genuss- und Lebensmittel möglichst zu meiden: „Nikotin, Alkohol und phosphathaltige Lebensmittel wie Cola oder Kaffee meiden. Ebenso hochverarbeitete Lebensmittel wie Wurstwaren oder Süßigkeiten. Sie enthalten ungesunde, versteckte Inhaltsstoffe – schlecht für die Knochen.“
Der Experte setzt auf eine möglichst natürliche und nährstoffreiche Ernährung. Damit Knochen langfristig stabil bleiben, sollten sie regelmäßig mit den richtigen Nährstoffen versorgt werden. „Stattdessen protein- und kalziumreich ernähren mit gering oder nicht verarbeiteten Lebensmitteln wie Fleisch, Hülsenfrüchten und Milchprodukten.“
Eiweiß unterstützt unter anderem den Erhalt der Muskulatur, während Kalzium als wichtiger Baustein der Knochen gilt. Zusammen mit regelmäßiger Bewegung kann eine ausgewogene Ernährung dazu beitragen, Knochen und Gelenke möglichst lange gesund und belastbar zu halten.