4. November 2025, 20:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Reizhusten kann ziemlich lästig sein. Er hält die Nächte kurz und die Tage ungenießbar, weil er sich nicht so leicht bändigen lässt. Oder doch? Eine Studie zeigt: Eigentlich brauchen Sie nur zwei Hausmittel, um den Husten zu besänftigen.
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Reizhusten in der Erkältungszeit
Es ist wieder so weit: Überall wird gehustet und geschnieft – die Erkältungssaison hat begonnen. Besonders unangenehm dabei ist der Reizhusten. Er kann nicht nur während einer Infektion stören, sondern oft auch danach noch anhalten und sich bei kleinsten Reizen bemerkbar machen. Trocken, hartnäckig und ohne Auswurf zählt er zu den besonders lästigen Hustenformen. Medizinisch gesehen entsteht Reizhusten durch eine Reizung der unteren Atemwege. Anders als beim produktiven Husten wird dabei kein Schleim abgehustet. Er kann plötzlich auftreten oder über Wochen bestehen bleiben – und betrifft Menschen jeden Alters.1
Neben bekannten Tipps wie ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee zu trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten, greifen viele Betroffene zu Hustenstillern aus der Apotheke. Doch es gibt auch zwei überraschend einfache Hausmittel, deren Wirkung selbst Lungenärzte überzeugt: Honig und Kaffee. Es lohnt sich, ihre Wirkung einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Doch bevor es um mögliche Mittel gegen den Hustenreiz geht, lohnt sich ein Blick auf die Ursachen: Was kann hinter dem trockenen Husten stecken – und wann sollte man genauer hinschauen?
Typische Auslöser – was hinter dem Reizhusten stecken kann
Hinter Reizhusten steckt häufig eine Reizung oder Entzündung der oberen Atemwege – meist infolge einer Erkältung, Grippe oder Bronchitis. Auch Asthma, Sinusitis und Allergien können den Hustenreiz auslösen.
Weitere Auslöser sind Umweltfaktoren wie Tabakrauch, trockene Luft oder Feinstaub. Hält der Husten vor allem im Liegen an, kann das etwa auf Reflux oder eine Hausstauballergie hindeuten.
Seltener sind Medikamente oder psychische Ursachen verantwortlich – besonders bei chronischem Reizhusten ohne erkennbare organische Auslöser.
Warnzeichen ernst nehmen
Auch wenn Reizhusten meist harmlos ist, kann er in manchen Fällen auf ernstere Erkrankungen wie eine Lungenentzündung, Kehlkopf- oder Luftröhrenentzündungen oder Keuchhusten hindeuten – besonders bei älteren Menschen.
Seltener stecken Erkrankungen wie Tuberkulose, Lungenkrebs, Herzinsuffizienz oder Covid-19 dahinter. Letzteres kann sogar noch Wochen nach der Infektion Reizhusten verursachen.
Angesichts dieser Vielzahl möglicher Auslöser stellt sich umso dringlicher die Frage, was tatsächlich gegen den Hustenreiz hilft – und genau hier sorgt eine Pressemeldung der Deutschen Lungenstiftung für Aufmerksamkeit.
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Das sagen Lungenärzte über Honig und Kaffee gegen Husten
In einer Mitteilung aus Hannover beziehen sich Lungenärzte auf eine Studie aus dem Iran, die ein bemerkenswertes Ergebnis zeigte: Eine Mischung aus Bienenhonig und Kaffeepulver erwies sich als besonders wirksam gegen Reizhusten.2
In der iranischen Studie bekamen 97 Patienten – im Durchschnittsalter von 40 Jahren – mit chronischem Husten eine Woche lang dreimal täglich einen Esslöffel einer identisch aussehenden Paste verabreicht.3 Die Mischung wurde jeweils in einem Glas mit heißem Wasser aufgelöst und dann von den Probanden getrunken. Die Löffel waren jedoch unterschiedlich dosiert und bestückt.
Die Paste auf den Löffeln bestand entweder aus:
- 500 Gramm Honig vermischt mit 70 Gramm Instantkaffee (Honig-Kaffee-Gruppe)
- 320 Milligramm Prednisolon, aufgelöst in 600 Gramm eingedicktem Zuckersaft (Steroid-Gruppe)
- einem rezeptfrei erhältlichen Hustenmittel vermischt mit Zuckersaft (Hustenlöster-Gruppe)
Die Probanden wurden – unwissentlich – in die Honig-Kaffee-Gruppe, die Steroid-Gruppe und die Hustenlöser-Gruppe eingeteilt. Sowohl vor als auch nach der Einnahme wurden die Hustenhäufigkeiten kontrolliert und protokolliert.
Die Studie lieferte ein überraschendes Ergebnis
Überraschend: Die Honig-Kaffee-Gruppe schnitt am besten ab und überholte in ihrer Wirkung nicht nur den Hustenstiller aus der Apotheke, sondern auch die Steroide.
„Obendrein husteten die Patienten, die die Honig-Kaffee-Paste bekommen hatten, hochsignifikant weniger als diejenigen, die die Steroide in der empfohlenen Dosis eingenommen hatten – und das ist wirklich ein überraschendes und beeindruckendes Ergebnis“, berichtet Prof. Morr, Ehrenvorstand der Deutschen Lungenstiftung, in der zuvor erwähnten Pressemeldung.
Honig gegen Reizhusten
Dass Honig ein wirksames Mittel bei Husten sein kann, ist wahrscheinlich auf seine antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften zurückzuführen, die laut Studien dabei helfen können, Entzündungen und vor allem Reizungen im Rachenraum zu reduzieren.4
Meine Erfahrung mit der Honig-Kaffee-Paste gegen Husten
„Wie der Zufall es so wollte, war ich selbst erst vor drei Wochen erkältet. Besonders fies und langanhaltend war der Reizhusten. Vor allem nachts und draußen an der frischen Luft musste ich ständig husten, manchmal auch minutenlang und unkontrollierbar. Selbst nach zwei Wochen merkte ich noch keine Besserung. Im Rahmen meiner Recherche für diesen Text kam mir die Idee auch mal auszuprobieren, was es mit der Paste auf sich hat. Ich hatte schon einiges versucht. Viele Hustenbonbons, Hustenstiller und alles, was mir der Apotheker meines Vertrauens ans Herz oder an den Rachen legte. Aber: Die Nacht, in der ich diese Paste aufgelöst in warmem Wasser trank, war die erste Nacht, in der ich zwar beim Einschlafen noch etwas hustete – aber nicht mehr wach wurde, um die Nachbarn durch meinen durchdringend lauten Reizhusten zu wecken. Das ist jetzt fünf Tage her. Ich trinke vor dem Schlafengehen immer ein Glas davon (ja, obwohl es Kaffee ist, aber der macht mir nichts). Seither ist es signifikant besser geworden. Ich werde tatsächlich das Gefühl nicht los, dass diese Paste dabei eine große Rolle gespielt hat.“