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„Iron Cage“-Event von BILD

Wie stabil bleibt der Blutzucker bei 72 Stunden Dauerbelastung?

Iron Cage stellt fünf Männer vor extreme Dauerbelastung. Experten erklären, wie Blutzucker auf 72 Stunden Training reagiert.
Der „Iron Cage“-Wettkampf stellt fünf Männer vor eine extreme Dauerbelastung. Wie reagiert der Blutzucker darauf? Foto: Getty Images
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10. März 2026, 20:00 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Am 11. März ist es soweit. Die Tore zum Iron Cage werden sich schließen und fünf Männer vor die härteste Muskelprüfung aller Zeiten gestellt. Ihre reizende Begleitung im Käfig? Fitnessgeräte. Und diese müssen in mindestens 72 Stunden benutzt werden. Wer als Erstes eine Million Kilogramm bewegt, hat gewonnen. Im Rahmen des Events hat uns also interessiert, was so eine Dauerbelastung mit dem Blutzucker macht. FITBOOK hat beim Diabetologen Mathias Riedl sowie Ernährungswissenschaftlerin und Sporternährungsberaterin Yasmine Stahlberg nachgefragt.

Dr. Matthias Riedl
Mit fachlicher Beratung von Dr. Matthias Riedl, Internist, Ernährungsmediziner, Diabetologe und ärztlicher Leiter des Medicum Hamburg

Dauerbelastung schön und gut – aber was macht es mit dem Körper?

Wenn man über Dauerbelastung bei Sport spricht, denkt man vermutlich an Ausdauertraining wie Joggen, Schwimmen oder schnelles Gehen. Gemeint sind Bewegungsformen, bei denen die Herzfrequenz über einen längeren Zeitraum erhöht bleibt und das Herz-Kreislauf-System kontinuierlich arbeitet. Typische Beispiele sind Laufen, Bahnenziehen im Schwimmbad oder zügiges Spazierengehen.1

Bereits vergleichsweise kurze Trainingseinheiten können die allgemeine Fitness verbessern, die Belastbarkeit steigern und sich positiv auf das seelische Wohlbefinden auswirken. Zudem hilft regelmäßige Bewegung dabei, Stress abzubauen.

Doch was passiert, wenn diese Belastung nicht 30 oder 60 Minuten dauert, sondern sich über viele Stunden – im Fall des Iron Cage sogar über bis zu 72 Stunden – erstreckt? Der Körper muss in dieser Zeit ununterbrochen Energie bereitstellen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Blutzucker.

Auch interessant: 1 Mio. Kilo in 72 Stunden stemmen! Ist das überhaupt physisch machbar?

Was ist der Blutzucker und warum ist er so entscheidend?

Der Blutzucker beschreibt die Konzentration von Glukose (Zucker) im Blut. Glukose zählt zu den wichtigsten Energielieferanten des Körpers.

Insulin schleust die mit der Nahrung aufgenommene Glukose möglichst schnell in die Körperzellen und ermöglicht dort ihre Verwertung. Die Bauchspeicheldrüse bildet Insulin. Gemeinsam mit den Hormonen Glukagon und Adrenalin steuert Insulin den Kohlenhydratanteil im Körper.

Gerade bei langanhaltender körperlicher Belastung muss dieses Zusammenspiel präzise funktionieren. Sinkt der Blutzuckerspiegel zu stark ab, drohen Schwäche, Zittern, Konzentrationsprobleme und ein deutlicher Leistungsabfall. Bleibt er stabil, kann der Körper kontinuierlich Energie bereitstellen.2

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Kohlenhydrate als Schlüssel zur Stabilität

Je länger die körperliche Beanspruchung andauert, desto stärker greift der Organismus auf seine gespeicherten Energiereserven zurück. Diese liegen vor allem in Form von Glykogen in Muskeln und Leber vor. Doch diese Speicher sind begrenzt. Werden sie nicht rechtzeitig aufgefüllt, sinkt der Blutzuckerspiegel – mit direkten Auswirkungen auf Kraft und Ausdauer.

Eine 72-stündige Dauerbelastung stellt den Stoffwechsel vor eine absolute Ausnahmesituation. Entscheidend sei dabei vor allem, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten und Energieeinbrüche zu vermeiden.

Mathias Riedl ordnet ein: „72 Stunden Dauerbelastung durch Sport sind ein Szenario von absoluter Hochleistung. Damit der Blutzuckerspiegel stabil bleibt, braucht es die richtige Versorgung zum richtigen Zeitpunkt. Dabei geht es um kurzkettige Kohlenhydrate (leicht verdaulich oder flüssige Form), die regelmäßig während der Belastung zugeführt werden müssen (mind. alle 60 bis 90 Minuten). Wichtig für die Kraft und Leistung des Athleten sind nicht nur die Versorgung während der Belastung, sondern auch die Vor- und Nachbereitung (Carb-Loading etc). Wir raten in der Sporternährungssprechstunde des medicum Hamburg immer zu einer individuellen Beratung.“

Regelmäßig zugeführte, schnell verfügbare Kohlenhydrate helfen demnach, größere Schwankungen zu vermeiden. Gerade bei einer Dauerbelastung wie im Iron Cage kann eine unzureichende Energiezufuhr rasch zum limitierenden Faktor werden.

Glykogenspeicher, Eiweißbedarf und Flüssigkeit im Blick

Neben der kontinuierlichen Energiezufuhr spielt auch der Füllstand der körpereigenen Speicher eine zentrale Rolle. Sind die Glykogendepots zu Beginn gut gefüllt, schafft das eine wichtige Grundlage für die bevorstehende Belastung. Zusätzlich betont Yasmine Stahlberg dass für eine maximale sportliche Leistung volle Glykogenspeicher essenziell sind. Wenn Glykogenspeicher vollständig geleert werden, müssen sie durch eine angepasste und gezielte Kohlenhydratzufuhr wieder aufgefüllt werden. Eine vollständige Leerung kann unter der bekannten Low-Carb oder Ketomethode erreicht werden. Sie sollte immer zeitlich begrenzt sein und nicht als Dauerernährung betrachtet werden. Jedoch ist der Bedarf an Eiweiß zu decken, um nicht aus dem Muskel die Energie zu ziehen. Gleichzeitig wird immer viel Wasser verloren, da jedes Gramm Glykogen an Wasser gebunden ist. Die Trinkmenge sollte daher beachtet werden. Hier sollte ein individueller Ernährungsplan gemäß der geplanten Belastung erstellt werden.

Damit zeigt sich: Bei einem Extremformat wie dem Iron Cage entscheidet nicht allein die bewegte Gesamtlast über Sieg oder Niederlage. Ebenso ausschlaggebend ist, ob es gelingt, den Blutzucker über 72 Stunden hinweg stabil zu halten, Glykogenspeicher gezielt zu managen und den Körper kontinuierlich mit Energie, Eiweiß und ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Bleibt wohl abzuwarten, wie die Athleten das schaffen können …

Quellen

  1. TK. Ausdauertraining: Gesundheitliche Effekte bei optimalem Trainingspuls. (aufgerufen am 10.03.2026) ↩︎
  2. Mediclin. Was ist der Blutzucker und was geschieht bei zu hohem oder niedrigem Blutzuckerspiegel? (aufgerufen am 10.03.2026) ↩︎

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