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Überfischung, Fangmethoden, Quecksilber-Belastung

Welchen Fisch kann man ohne schlechtes Gewissen essen?

Welchen Fisch noch essen?
Kleinere Schwarmfische sollte man eher kaufen als Raubfische, sagt der WWF. Den Fischratgeber der Umweltorganisation gibt es unter anderem als App.Foto: Getty Images

Fisch ist gesund! Doch Überfischung und Fangmethoden strapazieren das Ökosystem. Zudem sind viele Arten mit Quecksilber belastet. Welchen Fisch kann man also noch mit gutem Gewissen essen? FITBOOK hat die Antworten.

Wann immer eine Studie zum Thema gesunde Ernährung herauskommt, wird meist einhellig ein ähnliches Fazit gezogen: Die mediterrane Kost hält dauerhaft schlank, fit und körperlich wie mental gesund. Allerdings gehört zwei Mal pro Woche Fisch zu den „Spielregeln“ dieser Ernährungsweise. Dadurch wird unter anderem sichergestellt, dass der Körper mit genügend Omega-3-Fettsäuren versorgt ist. Schwindende Fischbestände, umstrittene Fangmethoden, Belastung mit Schwermetallen: Wer sich darüber Gedanken macht, fragt sich rasch, welchen Fisch man überhaupt noch guten Gewissens essen darf.

Fisch essen – die wichtigsten Faustregeln des WWF

Die Antwort auf die Frage, welchen Fisch man noch guten Gewissens essen darf, hänge davon ab, wo und wie der Fisch gefangen wurde. Das steht für die Umweltstiftung WWF fest: „In vielen Fanggebieten sind die Bestände überfischt und manche Fangmethoden verursachen zu viel Beifang oder richten schwere Verwüstungen in der Meeresumwelt an“, erklärt Catherine Zucco, WWF-Fischereiexpertin.

Ihre Faustregeln:

Wie oft sollte man Fisch essen?

Nur einmal pro Woche Fisch essen und beim Einkauf auf Art, Herkunft und Fanggerät achten. Diese müssen auf der Verpackung ausgewiesen sein und können mit dem Ampelsystem des WWF-Fischratgebers leicht abgeglichen werden.

Besser zu Schwarmfisch als zu Raubfisch greifen

Beim Einkauf lieber kleinere Schwarmfische wie Nordseehering, Sprotte oder Sardelle auswählen als große Raubfische wie Schwertfisch, Thunfisch oder Kabeljau. „Gerade die stark nachgefragten Raubfische sind meist überfischt“, sagt Zucco. Ältere Raubfische von der Spitze der Nahrungskette seien außerdem häufig mit gesundheitsschädlichen Schwermetallen belastet.

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Raubfische aus Aquakultur wie Dorade, Lachs oder Seebarsch sollte man eher meiden, denn ihr Futter enthält den WWF-Angaben zufolge Wildfisch, wodurch der Druck auf die Bestände zunimmt.

Karpfen, Wels und Austern empfohlen

Karpfen sind dagegen rundum empfehlenswert, und auch Welse und Tilapien sind gute Futterverwerter. Wenn sie in Europa in sogenannten Kreislaufanlagen gezüchtet werden, seien sie eine gute Alternative. Austern sind laut der WWF-Ampel auch kein Problem. Die Edel-Muschel ist übrigens besonders gesund, denn sie glänzt mit einem Zinkgehalt von 86 Milligramm pro 100 Gramm.

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Fischstäbchen nur gelegentlich

Von den beliebten Speisefischen Alaska-Seelachs, Lachs, Thunfisch, Hering sowie Garnelen, die in Deutschland zusammen rund zwei Drittel des Fischkonsums ausmachen, kann der WWF keinen uneingeschränkt empfehlen. Der oft in Fischstäbchen verarbeitete Alaska-Seelachs ist in der WWF-Ampel gelb gelistet und sollte laut der Empfehlung der Organisation nur gelegentlich verzehrt werden.

Besser Wildlachs aus Alaska als atlantischer Lachs

Wenn schon Lachs, dann ist pazifischer Wildlachs aus Alaska aus Sicht der Umweltstiftung eine bessere Wahl als konventionell gezüchteter atlantischer Lachs, der in den Supermärkten dominiert.

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Hering nur aus der Nordsee

Hering aus der Nordsee ist laut WWF empfehlenswert, in der Ostsee aber seien die Heringsbestände zu klein und würden zu stark befischt. Wer regionalen Fisch mag, kann auch auf Sprotten zurückgreifen, die Bestände sind hier den Angaben zufolge in Nord- und Ostsee gesund.

Heringshappen
Da die Bestände in der Ostsee kleiner werden, empfiehlt der WWF Heringshappen aus der Nordsee.Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Tropische Garnelen, Aal und Hai ein absolutes No-Go

Tropische Garnelen aus Wildfang sind in der WWF-Ampel rot gelistet, weil Garnelenfischerei enormen Beifang verursacht und Lebensräume am Meeresboden schädigt. Der vom Aussterben bedrohte Aal, Granatbarsch sowie Haiprodukte wie Schillerlocken sollten laut WWF gar nicht auf den Teller kommen.

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Worauf man beim Fischkauf wegen Schwermetallen achten sollte

Gerade weil Fisch als so gesund gepriesen wird, will sich keiner durch den Verzehr zusätzlich mit Schwermetallen belasten. Doch ist die Belastung mit Quecksilber ein nicht zu unterschätzendes Problem. Auch hier helfen einige Faustregeln beim Einkauf.

Fische mit hohen Schwermetallbelastungen

Laut Verbraucherzentrale sind es vor allem ältere Raubfische (welche aus nachhaltigkeitsgründen ohnehin nur selten auf dem Teller landen sollten), die es zu meiden gilt. Das wären: Buttermakrele, Aal, Steinbeißer, Schwertfisch, Heilbutt, Hecht, Seeteufel und Thunfisch. Auch alle Haifisch-Arten sowie Tintenfisch können extrem mit Quecksilber belastet sein.

Fische mit niedrigen Schwermetallbelastungen

Scholle, Hering, Kabeljau und Seelachs gelten in der Regel als unbedenklich. Faustregel: Fische, die eine niedrigere Stellung in der Nahrungskette einnehmen und vergleichsweise schnellwüchsig bleiben, liegen, was die Belastung mit Quecksilber und Co. betrifft, meist weit unter der Obergrenze.

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Fazit: Fischsorten, die man mit gutem Gewissen essen kann

Mit Wels und Karpfen ist man, was die ökologischen sowie gesundheitlichen Aspekte betrifft, immer auf der sicheren Seite. Geschmacklich sind die beiden Fische allerdings nicht jedermanns Sache. Hering und Sprotte aus der Nordsee sowie Sardinen aus Marokko (nicht Mittelmeer!) sind ebenfalls eine gute Wahl. Was uns ebenso bleibt: nach Herzenslust Austern schlürfen.

Den WWF-Einkaufsratgeber für Fisch und Meeresfrüchte gibt es als App und auf der Website fischratgeber.wwf.de. Eine Kurzfassung im Scheckkartenformat kann per Mail an info@wwf.de angefordert werden.

mit Material von dpa