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Ernährungsexperte antwortet

Sind braune Eier eigentlich gesünder als weiße?

Braune und weiße Eier
Braun = besser? Viele glauben, braune Eier seien gesünder als weiße. Foto: Cris Cantón
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Anna Echtermeyer
Redakteurin

2. April 2026, 11:26 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Braune Eier wirken natürlicher – und viele halten sie deshalb für gesünder. Aber stimmt das wirklich? Was Schalen- und Dotterfarbe tatsächlich über Nährstoffe verraten, und was nicht, verrät ein Ernährungswissenschaftler bei FITBOOK.

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Dipl.oec.troph. Uwe Knop
Mit fachlicher Beratung von Ernährungswissenschafler

Ernährungswissenschaftler: Braun oder weiß ist für die Nährstoffe egal

Sind braune Eier gesünder als weiße? Nein. Laut dem Ernährungswissenschaftler Uwe Knop hat die Farbe der Schale keinen Einfluss auf die Nährstoffe im Ei. „Sowohl braune und weiße als auch hellgrüne Eier liefern hochwertiges Eiweiß sowie Fette“, sagt Knop zu FITBOOK. Auch die Fütterung der Hühner ändere daran grundsätzlich nichts. Zwar könne das Futter die Zusammensetzung des Eis, wie das Fettsäureprofil, moderat verändern – sie habe jedoch keinen Einfluss darauf, ob ein Ei prinzipiell als „gesund“ gilt oder nicht.

Auch interessant: Die gesündeste Art, Eier zuzubereiten

Warum braune Eier oft als „gesünder“ wahrgenommen werden

Viele halten braune Eier für natürlicher – und damit automatisch für gesünder. Ähnliche Denkmuster gibt es auch bei braunem Brot oder Zucker. Beides hartnäckige Ernährungsirrtümer: Brauner Zucker und braunes Brot (ohne nähere Bezeichnung) sind nicht per se gesünder! Bei Brot kann die Farbe durch Malzextrakt oder Zuckercouleur vorgetäuscht werden. Und brauner Zucker enthält genauso viele Kalorien und hat den gleichen Anteil an Kohlenhydraten wie weißer Zucker.

Eierschalenfarbe ist Genetik – man kann sie dem Huhn ansehen

Die Farbe der Eierschale ist reine Genetik. Sie hängt nicht – wie manche glauben – von der Ernährung ab, sondern von der Hühnerrasse. Welche „Farbe“ Hühner legen, kann man ihrem Gefieder ansehen. , erklärt Knop.

Die seltenen hellgrünen Eier legt nur eine Rasse, die ursprünglich aus Südamerika stammt und hierzulande etwa im 19. Jahrhundert eingeführt wurde: die Araucana. Jene Hühner werden auch Grünleger genannt.

Passend dazu erfahren Sie bei unseren PETBOOK-Kolleginnen, wie Sie die Eierfarbe eines Huhns vor dem Legen erkennen.

Warum Bio-Eier oft braun sind

Verpackungen für braune Eier zeigen oft grüne Wiesen, Hühner im Freien und andere Naturbilder. Das lässt braune Eier natürlicher wirken und viele Bio-Höfe bedienen genau diese Erwartung. In Supermärkten sind Bio- oder Freiland-Eier daher oft braun, während die „günstigsten“ – in der Regel Eier aus Bodenhaltung oder gar der nicht artgerechten Käfighaltung – häufig weiß sind. Dadurch entsteht die Verknüpfung: Braun = Bio = gesund.

Dazu kommt: „Braune Hühner“ sind oft stressresistenter und kälteunempfindlicher, dazu zählen unter anderem Rassen wie die „Brown Leghorns“ oder „Orloff“. Sie können mit wechselnden Wetterbedingungen umgehen – eine wichtige Eigenschaft für die Freilandhaltung.

„Weiße Hühner“ sind „effizienter“, legen mehr Eier und benötigen weniger Futter. Geringere Kosten erzeugen günstigere Eier – und viele Verbraucher achten eher auf den Preis als auf die Haltungsform. Das führt zu mehr weißen Eiern aus Bodenhaltung im Regal.

Auch interessant: Wie viele Eier pro Woche sind gesund?

Haltungsform wichtigstes Kriterium für Verbraucher

Ein Bio-Ei – egal, ob es braun, weiß oder grün ist – stammt aber aus artgerechter Haltung – und das beeinflusst zumindest indirekt auch die Qualität. Auch wenn das Futter laut Knop keinen Einfluss darauf hat, ob ein Ei gesund ist, so muss man dennoch sehen: Bio-Eier enthalten weniger Rückstände von Pestiziden oder Medikamenten. Der Antibiotikaeinsatz ist in der Bodenhaltung bei Bedarf zulässig, bei der Freilandhaltung hingegen streng reglementiert. Und glücklicher sind Hühner, die draußen sind und Sonnenlicht bekommen, ohnehin. Das sollte uns Verbrauchern die Entscheidung eigentlich schon abnehmen.

Wenn man beim Eierkauf ein gutes Gewissen haben möchte im Sinne von Tierwohl, Umwelt und Nachhaltigkeit, sollte man also nicht auf die Farbe des Eis achten, sondern auf die Haltungsform.

Bio-Eier schneiden hier in mehreren Punkten besser ab. „Sie enthalten weniger Rückstände von Pestiziden oder Medikamenten“, sagt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop. Außerdem gelten strengere Vorgaben für Futter, Auslauf und Tierwohl.

Darauf sollten Sie beim Eierkauf achten

  • Beste Option für Tierwohl und Umwelt: Biohaltung (Code „0“). Weniger Tiere pro Quadratmeter, garantiert Freiland, Bio-Futter, keine Gentechnik. Solche Eier sind natürlich etwas teurer – aber fair produziert.
  • Gute Wahl: Freilandhaltung (Code „1“). Die Hühner haben tagsüber Zugang ins Freie (mindestens 4 Quadratmeter pro Huhn)
  • Nur bedingt empfehlenswert: Bodenhaltung (Code „2“). Die Hühner leben in Hallen, aber ohne Auslauf und häufig viele Tausend Tiere auf engem Raum.
  • Nicht empfehlenswert: Käfighaltung/Kleingruppenhaltung – diese Eier sind gekennzeichnet mit dem Code „3“. Hennen, die diese Eier produzieren, leben in engen Käfigen, haben kaum Platz und keinen Auslauf. In Deutschland ist diese Käfighaltung verboten. Aber: Importierte Eier – z. B. in verarbeiteten Produkten wie gekochten, bunt eingefärbten Ostereiern aus dem Supermarkt – können noch aus Käfighaltung stammen.
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Sind Eier mit dunkler Dotterfarbe gesünder?

Laut Knop sagt die Dotterfarbe nichts Verlässliches über den Nährstoffgehalt aus. Zwar führen Grünfutter, Mais oder Löwenzahn häufig zu einem intensiver gefärbten Eigelb – das ist oft bei Freilandhaltung der Fall. Allerdings kann auch in konventionellen Betrieben durch zugesetzte Farbstoffe im Futter eine kräftige Dotterfarbe erzeugt werden. Die Farbe allein ist daher kein verlässlicher Hinweis auf Qualität oder Haltung.

Keine Angst vor dem Cholesterin in Eigelb

Vor dem im Eigelb enthaltenen Cholesterin braucht niemand Angst zu haben, betont Knop. „Erstens reguliert der Körper gesunder Menschen den Cholesterinspiegel eigenständig nach seinem tatsächlichen Bedarf, und zwar unabhängig von der Höhe der Zufuhr. Und zweitens existiert kein Beweis, dass cholesterinhaltige Lebensmittel die Gesundheit schädigen.“ Es ist also auch nicht gesünder, vom Ei nur das Eiweiß zu essen.

Ein durchschnittliches Hühnerei enthält 12,8 Prozent hochwertiges Eiweiß, 11,3 Prozent Fett und 0,7 Prozent Kohlenhydrate. Außerdem enthalten Eier die Vitamine A, D, K, B2, B6, B12, Cholin, Folsäure, Phosphor, Natrium, Kalium und Kalzium.

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