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Angebliche Abwehr-Booster

Sind Ingwer-Shots wirklich so gesund?

Ingwer-Shot
Werden gerade als Superfood gehypt: FITBOOK hat herausgefunden, ob Ingwer-Shots wirklich so gesund sind wie oft behauptet.
Foto: iStock/HandmadePictures

Gelbe scharfe Säfte, die in Gastronomie und Handel als Abwehrkraft-Booster angepriesen (und relativ hochpreisig verkauft) werden – das sind Ingwer-Shots. FITBOOK hat bei Ernährungsexperten nachgefragt, ob sie wirklich so gesund sind wie oft behauptet. Und ob man sie nicht preiswerter selbst zubereiten kann.

Die Erkältungszeit hat Deutschland im Griff, und nun kommen die Angst vor der Grippewelle und dem Coronavirus hinzu. Es wäre also ganz sinnvoll, seine Abwehrkräfte zu stärken. Ist das mit Ingwer-Shots möglich?

Ernährungswissenschaftler Uwe Knop formuliert es vorsichtig. Als Gewürz oder scharfes „Add-on“ in Mahlzeiten und Getränken sei Ingwer generell zu empfehlen. Und tatsächlich: insbesondere in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr, „denn es sind keimhemmende und -tötende Wirkungen für die Scharfstoffe in Ingwer erforscht.“

Gut für Abwehr und Verdauung

Wenn Sie den intensiven Geschmack von (rohem) Ingwer mögen, tun Sie sich also etwas Gutes. Übrigens auch für Ihre Verdauung, da die spezielle Schärfe der Knolle die Verdauung anregt („durch Anregung der Sekretion der Verdauungssäfte wie auch der Darmbewegung“, erklärt Knop). Darüber hinaus helfen die ätherischen Öle aus Ingwer gegen Magen-Darm-Verstimmungen wie Übelkeit.

Kein Arznei- sondern ein Lebensmittel

Mit einem Zaubertrank hat man es dennoch nicht zu tun, sagt der Fachmann. 

Heißt aber auch: Es ist kein Probleme oder Fehler, wenn man die Ingwer-Shots aus dem Supermarkt gerne trinkt – und sich an den weiteren Zutaten nicht stört, die man dem Etikett entnehmen können sollte. Das sind im Zweifelsfall nur Apfel- und Zitronensaft (diese allerdings meist in größerer Menge als Ingwersaft) sowie Ascorbinsäure, also zugesetztes Vitamin C. Ein wesentlicher Faktor ist natürlich der stolze Preis. Ingwer-Shots werden à etwa 30 Milliliter angeboten und kosten pro Portion meist ab einem Euro aufwärts.

Günstiger und besser: DIY

Wie der Ernährungswissenschaftler betont – und auch Kollege Sven-David Müller bestätigt – ist frischer Ingwer unbedingt zu bevorzugen, idealer zu einem DYI-Shot gepresst oder möglichst kleingehackt. Laut Knop liegt das Geheimnis nämlich in der Schnittfläche. Je mehr davon, desto mehr Geschmack gibt der Ingwer ab. „Und darin verbergen sich die wertvollen Scharfstoffe.“

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Zubereitung eines Ingwer-Shots

Frisch zubereitete Ingwer-Shots sind den fertigen aus dem Handel – zumindest aus gesundheitsförderlicher Sicht – zu bevorzugen
Foto: iStock/middelveld

Ingwer-Shots selbst machen

Es ist extrem einfach, sich einen Ingwer-Shot selbst zuzubereiten: Pressen Sie Ihn einfach aus oder raspeln Sie die Knolle ganz fein in ein Glas. Das ist dann aber tatsächlich etwas für Hartgesottene und richtig, richtig scharf.

Besser schmeckt er, wenn Sie Ihren Drink mit anderen gesunden Zutaten pimpen. Ernährungsexperte Sven-David Müller empfiehlt frischen Zitronen- oder Limettensaft und etwas deutschen Bienenhonig. Extra-Tipp: Geben Sie Kefir dazu. „Das schmeckt gut, ist preiswert und enthält neben dem Ingwer auch noch Vitamin C, sekundäre Pflanzenstoffe und abwehrstärkende Probiotika aus dem Kefir“, sagt er uns.

Fazit

Ingwer-Shots können körperliche Funktionen und die Abwehrkräfte allenfalls unterstützen. Das klappt am besten, wenn man (frischen!) Ingwer möglichst hochdosiert zu sich nimmt. Das ist in den Produkten aus dem Handel – Ernährungswissenschaftler Knop nennt diese „einfach nur ein Lebensmittel“ – eher nicht der Fall. Zusammengefasst: Kann man machen, muss man aber nicht – insbesondere dann nicht, wenn es einem nicht schmeckt.