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Durch Studien belegt

Wirkung von Rote Bete auf Fitness und Gesundheit

Rote Bete unterstützt die Fitness
Die meisten kommen erst im Erwachsenenalter auf ihren Geschmack. Und jetzt vielleicht noch mehr: Rote Bete unterstützt nämlich die Fitness!Foto: Getty Images

Kinder schätzen Rote Bete in der Regel eher nicht – Sportler dafür umso mehr. Die Rübe liefert wertvolle Inhaltsstoffe, die sich auf die Leistungsfähigkeit und verschiedene Funktionen des Körpers positiv auswirken.

Gesunder Rote-Bete-Saft – ausgerechnet ein Gemüsesaft mausert sich zum Sportgetränk, das mehr Leistungsfähigkeit beim Training, sowie eine verbesserte Regeneration verspricht. Ob da wirklich etwas dran ist, war bereits Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen – mit positivem Ergebnis.

Studien bestätigen Wirkung von Rote-Bete-Saft

Forscher der britischen Universität von Exeter ließen 16 Sportler (darunter Rugby-, Football- und Hockey-Spieler) eine Woche lang täglich 140 Milliliter Rote-Bete-Saft trinken. Am siebten Tag sollten die Männer bei starker Belastung auf dem Fahrradergometer unter Zeitdruck eine Reihe von Denkaufgaben lösen.

Zu einem späteren Zeitpunkt wurde der Test wiederholt. Auch diesmal tranken die Probanden Rote-Bete-Saft, welchem aber vorher das Nitrat entzogen worden war. Nitrate, Salze der Salpetersäure, sind normalerweise in großen Mengen in der Rübe vorhanden. Die Probanden wussten in der Blindstudie nicht, dass sie es beim zweiten Anlauf mit einem speziell aufbereiteten Saft zu tun hatten.

Es zeigte sich: Unter dem Einfluss von Nitrat hatten sich die Testpersonen um 3,5 Prozent leistungsfähiger gezeigt und auch im Wahrnehmungs-/Denktest um 3 Prozent besser abgeschnitten. „Die Ergebnisse der Untersuchung legen nahe, dass Rote-Bete-Saft sowohl die physische Performance als auch die Entscheidungsfähigkeit verbessert, die bei Sportarten wie Rugby und Football von Bedeutung sind“, erklärt dazu Professor Andrew Jones in einer Pressemitteilung. Die positiven Effekte führt er insbesondere auf das Nitrat zurück.

Nitrat kommt von Natur aus im Boden vor und stellt für (Nutz-)Pflanzen eine gute Sauerstoffquelle dar, um Aminosäuren zu bilden. Aber was hat der Mensch davon?

Mehr Sauerstoff in den Muskeln

Laut Uni-Professor Jones reagiert das Nitrat aus der Nahrung mit Enzymen im Speichel, wodurch Stickoxid in den Blutkreislauf gelangt. Das soll den Blut- und Sauerstofffluss in die Muskeln erhöhen.

Ernährungs- und Gesundheitsberaterin Helena Ahonen bestätigt FITBOOK das. „Nitrat unterstützt auch dadurch die Durchblutung, dass es die Blutgefäße erweitert. In der Folge benötigt das Herz während des Trainings weniger Sauerstoff, wird also entlastet.“ Darüber hinaus unterstütze man seine Regeneration in jedem Fall, wenn man Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Phytostoffe – wie sie in Roter Bete stecken – zu sich nimmt. Doch nicht nur Sportler sollen von Nitrat profitieren, sondern auch Bluthochdruckpatienten.

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Positive Wirkung auf Bluthochdruck

Rote Bete ist laut Ahonen nämlich ein natürlicher Blutdrucksenker. Sie erwähnt in diesem Zusammenhang eine Studie der Londoner Queen Mary University mit 15 Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie), die zu diese Zeitpunkt (noch) nicht in medikamentöser Behandlung waren. Eine Probandengruppe bekam Rote-Bete-Saft verabreicht (und zwar so viel, dass bei ihnen der Nitratgehalt im Blut um 50 Prozent anstieg), die andere Wasser. Tatsächlich: Bei der Saft-Gruppe war der systolische Blutdruckwert nach wenigen Stunden um rund 12 mm Hg abgefallen.

Mit 15 Probanden handelt es sich natürlich nicht um eine repräsentative Studie. Inwieweit sich Rote-Bete-Saft also als alternativer Blutdrucksenker anbietet (oder nicht), kann man noch nicht beurteilen. Sicherlich sei aber eine nitratreiche Ernährung empfehlenswert. Das erklären auch die Uni-Forscher in ihrem Abstract. Wer die Rübe nicht mag, kann auch auf andere Gemüse- und Kräutersorten zurückgreifen: Fenchel, Kresse, Rettich, Kopfsalat und Radieschen liefern pro Kilogramm ebenfalls mehr als 1000 Milligramm Nitrat.

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Schutz vor Karies

Eine österreichische Studie hat zudem herausgefunden, dass Rote Bete als Schutz vor Karies dienen kann. Laut der Wissenschaftler wird das Nitrat durch den Speichel in Nitrit umgewandelt, was wiederum den Wachstum der kariesverursachenden Bakterien angreift. Für ihre Forschungsarbeit ließen die Wissenschaftler 46 Probanden vier Wochen lang entweder einen Rote-Bete-Saft oder ein Placebo trinken. 28 Tage nach dem letzten Drink zeigte sich die Wirkung im Speichel der Testgruppe.

Die Studie sollte allerdings mit Vorsicht genoßen werden, da sie vom Hersteller eines Biofruchtsaftes in Auftrag gegeben wurde und aufgrund der geringen Anzahl von Probanden nicht repräsentativ ist.

Rote Bete oder Rote-Bete-Saft?

In Untersuchungen wird immer auf Rote-Bete-Saft zurückgegriffen. Wie Ahonen uns erklärt, wäre es genauso sinnvoll, das Gemüse zu essen – und eigentlich sogar noch mehr. „Die Ballaststoffe der Roten Bete unterstützen die Darmfunktionen und wirken sich somit auch positiv auf das Wohlbefinden und den gesamten Hormonhaushalt aus.“ Wem es nur um den Fitness-Aspekt geht, sprich die Reduktion des Sauerstoffbedarfs in den Muskeln, der hat das Nitrat in Saftform einfacher und schneller verfügbar.

Zu viel des Guten ist auch zu viel

Wie das Bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit erklärt, ist für den Anbau verschiedener pflanzlicher Lebensmittel ein Nitrat-Höchstgehalt gesetzlich vorgeschrieben. Rote Bete gehört (noch) nicht dazu. „Bekannt ist jedoch, dass die Schwankungsbreite bei Roter Bete mit ca. 150 bis über 5000 mg Nitrat/kg relativ groß ist“, heißt es in der Erklärung weiter.

Die Empfehlung von Ernährungsberaterin Ahonen lautet deshalb, es mit dem Rote-Bete-Saft nicht zu übertreiben, 50 Milliliter am Tag sei die optimale Dosis. Frische Säfte seien außerdem industriell verkauften aus der Flasche vorzuziehen. „Idealerweise stammt die Rote Bete aus Bio-Anbau“, ergänzt sie.

Früher wurde vor einer nitratreichen Ernährung oft gewarnt. Inzwischen weiß man, dass Nitrat selbst harmlos ist. Laut den Vereinen für unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) kann es auch in großen Mengen (beispielsweise über nitratbelastetes Wasser) im menschlichen Körper keine giftigen Mengen erreichen und ist NICHT krebserregend. Allerdings könne Nitrat im Körper zu Nitriten umgebaut werden, und diese stehen im Verdacht, bei Neugeborenen die Sauerstoffaufnahme im Blut zu verschlechtern. Bis zum 15. Lebenstag ist deshalb darauf zu achten, die Säuglingsnahrung nicht sehr nitratreich zu gestalten.

Fazit

Rote-Bete-Saft wirkt sich dementsprechend nachweislich auf die Leistungsfähigkeit beim Sport und auf die Regeneration aus. Er empfiehlt sich als Sportlergetränk und sehr wahrscheinlich auch (unterstützend) beim Blutdrucksenken – ersetzt aber bei schwerem Bluthochdruck nicht die Behandlung durch einen spezialisierten Arzt. Bevor Sie sich beim Blick in die Toilettenschüssel erschrecken: Ihr Urin könnte sich nach dem Konsum von Rote-Bete-Saft rötlich verfärben. Das liegt am Gemüsefarbstoff, hat also, aller Wahrscheinlichkeit nach, keinen ernsten Hintergrund.