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Lässt auch die Muskeln besser regenerieren

Warum Rote Bete ein legales Dopingmittel ist

Rote Bete
Die meisten kommen erst im Erwachsenenalter auf ihren Geschmack. Und jetzt vielleicht noch mehr: Rote Bete unterstützt nämlich die Fitness!
Foto: Getty Images

Kinder schätzen Rote Bete (so wie viele andere Lebensmittel aus der Kategorie gesund) in der Regel eher nicht so sehr – schlaue Sportler dafür umso mehr. Die Rübe liefert wertvolle Inhaltsstoffe, die sich auf die Leistungsfähigkeit und verschiedene Funktionen des Körpers positiv auswirken.

Ausgerechnet ein Gemüsesaft mausert sich zum Sportgetränk, das mehr Leistungsfähigkeit beim Training sowie eine verbesserte Regeneration verspricht. Ob da wirklich etwas dran ist, war bereits Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen – mit positivem Ergebnis.

Studien bestätigen Wirkung von Rote-Bete-Saft

Forscher der britischen Universität von Exeter ließen 16 Sportler (darunter Rugby-, Football- und Hockey-Spieler) eine Woche lang täglich 140 Milliliter Rote-Bete-Saft trinken. An Tag 7 sollten die Männer bei starker Belastung auf dem Fahrradergometer unter Zeitdruck eine Reihe von Denkaufgaben lösen.

Zu einem späteren Zeitpunkt wurde der Test wiederholt. Auch diesmal tranken die Probanden Rote-Bete-Saft – welchem aber Nitrat entzogen worden war. Nitrate, Salze der Salpetersäure, sind normalerweise in großen Mengen in der Rübe vorhanden. Die Probanden wussten in der Blindstudie nicht, dass sie es beim zweiten Anlauf mit einem speziell aufbereiteten Saft zu tun hatten.

Hier finden Sie die Studie.

Was ist Nitrat?

Nitrat kommt von Natur aus im Boden vor und stellt für (Nutz-)Pflanzen eine gute Sauerstoffquelle dar, um Aminosäuren zu bilden. Aber was hat der Mensch davon?

Fenchel

Fenchel ist (wie Rote Bete auch) ein nitratreiches Gemüse
Foto: Getty Images

Mehr Sauerstoff in den Muskeln

Laut Uni-Professor Jones reagiert das Nitrat aus der Nahrung mit Enzymen im Speichel, wodurch Stickoxid in den Blutkreislauf gelangt. Das soll den Blut- und Sauerstofffluss in die Muskeln erhöhen.

Ernährungs- und Gesundheitsberaterin Helena Ahonen bestätigt uns das. „Nitrat unterstützt auch dadurch die Durchblutung, dass es die Blutgefäße erweitert. In der Folge benötigt das Herz während des Trainings weniger Sauerstoff, wird also entlastet.“ Darüber hinaus unterstütze man seine Regeneration in jedem Fall, wenn man Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Phytostoffe – wie sie in Roter Bete stecken – zu sich nimmt. Doch nicht nur Sportler sollen von Nitrat profitieren, sondern auch Bluthochdruckpatienten.

Auch interessant: Was ist der beste Zeitpunkt für die Einnahme von Blutdrucksenkern?

Positive Wirkung auf Bluthochdruck

Rote Bete ist laut Ahonen nämlich ein natürlicher Blutdrucksenker. Sie erwähnt in diesem Zusammenhang eine Studie der Londoner Queen Mary University mit 15 Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie), die zu diese Zeitpunkt (noch) nicht in medikamentöser Behandlung waren. Eine Probandengruppe bekam Rote-Bete-Saft verabreicht (und zwar so viel, dass bei ihnen der Nitratgehalt im Blut um 50 Prozent anstieg), die andere Wasser. Tatsächlich: Bei der Saft-Gruppe war der systolische Blutdruckwert nach wenigen Stunden um rund 12 mm Hg abgefallen.

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Mit 15 Probanden handelt es sich natürlich nicht um eine repräsentative Studie. Inwieweit sich Rote-Bete-Saft also als alternativer Blutdrucksenker anbietet (oder nicht), kann man noch nicht beurteilen. Sicherlich sei aber eine nitratreiche Ernährung empfehlenswert. Das erklären auch die Uni-Forscher in ihrem Abstract. Wer die Rübe nicht mag, kann auch auf andere Gemüse- und Kräutersorten zurückgreifen: Beispielsweise Fenchel, Kresse, Rettich, Kopfsalat und Radieschen liefern pro Kilogramm ebenfalls mehr als 1000 Milligramm Nitrat.

Rote Bete oder Rote-Bete-Saft?

Rote Bete als Saft

Ob man Rote Bete in fester Form oder als Saft zu sich nimmt, macht hinsichtlich der Fitnesssteigerung keinen Unterschied
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Zu viel des Guten ist auch zu viel

Wie das Bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit erklärt, ist für den Anbau verschiedener pflanzlicher Lebensmittel ein Nitrat-Höchstgehalt gesetzlich vorgeschrieben. Rote Bete gehört (noch) nicht dazu. „Bekannt ist jedoch, dass die Schwankungsbreite bei Roter Bete mit ca. 150 bis über 5000 mg Nitrat/kg relativ groß ist“, heißt es in der Erklärung weiter.

Die Empfehlung von Ernährungsberaterin Ahonen lautet deshalb, es mit dem Rote-Bete-Saft nicht zu übertreiben, 50 Milliliter am Tag sei die optimale Dosis. Frische Säfte seien außerdem industriell verkauften aus der Flasche vorzuziehen. „Idealerweise stammt die Rote Bete aus Bio-Anbau“, ergänzt sie.

Früher wurde vor einer nitratreichen Ernährung oft gewarnt. Inzwischen weiß man, dass Nitrat selbst harmlos ist. Laut den Vereinen für unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) kann es auch in großen Mengen (beispielsweise über nitratbelastetes Wasser) im menschlichen Körper keine giftigen Mengen erreichen und ist NICHT krebserregend. Allerdings könne Nitrat im Körper zu Nitriten umgebaut werden, und diese stehen im Verdacht, bei Neugeborenen die Sauerstoffaufnahme im Blut zu verschlechtern. Bis zum 15. Lebenstag ist deshalb darauf zu achten, die Säuglingsnahrung nicht sehr nitratreich zu gestalten.


Fazit

Rote-Bete-Saft wirkt sich nachweislich auf die Leistungsfähigkeit beim Sport und auf die Regeneration aus. Er empfiehlt sich als Sportlergetränk und sehr wahrscheinlich auch (unterstützend) beim Blutdrucksenken – ersetzt aber bei schwerem Bluthochdruck nicht die Behandlung durch einen spezialisierten Arzt.

Bevor Sie sich beim Blick in die Toilettenschüssel erschrecken: Ihr Urin könnte sich, wenn Sie Rote-Bete-Saft getrunken haben, rötlich verfärben. Das liegt am Gemüsefarbstoff, hat also aller Wahrscheinlichkeit nach keinen ernsthaften Hintergrund.