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Beide Knollen im Vergleich

Kartoffel oder Süßkartoffel – welche ist gesünder?

Kartoffeln und Süßkartoffeln
Sie sind sich ähnlich, sind aber längst nicht das Gleiche: FITBOOK hat die Eigenschaften von Kartoffeln und Süßkartoffeln unter die Lupe genommen
Foto: Collage (Getty Images)

Die eine ist ernährungstechnisch eine alte Vertraute und die andere gerade ziemlich im Trend – da angeblich gesünder. Aber stimmt das wirklich? FITBOOK hat sich die Nährwertinformationen von Süßkartoffeln und Kartoffeln angeschaut und darüber auch mit Experten gesprochen.

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Der name Kartoffel steckt in beiden. Tatsächlich ist die klassische mit der „Süß“-Kartoffel nicht einmal verwandt. „Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse“, erklärt Medizinjournalist und Diätexperte Sven-David Müller im Gespräch mit FITBOOK, „und die Süßkartoffel zu den Windengewächsen.“

Süßkartoffeln, oft auch Bataten genannt, sind typischerweise größer, haben eine rötliche Farbe und schmecken – man ahnt es – süßer als Kartoffeln. Ein weiterer Unterschied, den wohl nur die wenigsten auf dem Schirm haben: Süßkartoffeln kann man roh essen! Kartoffeln hingegen sind im ungegarten Zustand potentiell giftig.

Frau mit Süßkartoffeln in der Hand

Süßkartoffeln sind quasi die jüngeren, hipperen Kartoffeln. Aber sind sie auch wirklich die gesündere Wahl?
Foto: Getty Images

Kartoffel und Süßkartoffel – das steckt drin!

Die gute, alte Kartoffel kommt auf durchschnittlich 73 Kalorien à 100 Gramm, bei der Süßkartoffel sind es etwa 86. Die paar Kalorien mehr erklären sich mit den unterschiedlichen Zuckergehalten: Süßkartoffeln bestehen zu rund 20 Prozent aus Kohlenhydraten, die sich zu mehr als vier Gramm aus reinem Zucker zusammensetzen. Bei Kartoffeln sind es nur etwa 14 Gramm Carbs auf 100 Gramm und davon weniger als ein Gramm Zucker.

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Die Knollen im Nährstoff-Check

Wie Müller uns berichtet, liefern Süßkartoffeln mehr Vitamin A, B und Beta-Carotin als Kartoffeln. Das zeichne sie aber nicht unbedingt zum Superfood aus, „daran hat nämlich ohnehin niemand einen Mangel“. Dahingegen punktet die Kartoffel mit einem höheren Gehalt an Kalium und Eisen – zwei Mineralstoffe, bei denen Unterversorgungen bereits häufiger vorkommen. In puncto Inhaltsstoffe hat die Kartoffel also ein wenig die Nase vorn.

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Welche soll man besser essen?

In Sachen Kohlenhydrat- und Kaloriengehalt bleibe aber alles gleich. Wer auf Low Carb setzen und dadurch abnehmen will, dem rät Müller von Süßkartoffeln eher ab – und hin zu (erkalteten) Kartoffeln.

Kohlenhydrate aus Kartoffeln – gut oder schlecht?

FITBOOK fragte auch bei Prof. Dr. Worm nach – im Wissen, dass der Ernährungswissenschaftler und Buchautor („Flexi-Carb: Mediterran genießen“) Kohlenhydraten generell kritisch gegenübersteht. „Kartoffeln bestehen vornehmlich aus Wasser und Stärke“, erklärt er uns, „und jene Stärke wird in Nullkommanix in Traubenzucker abgebaut.“ Die Sache mit dem niedrigeren Glyx-Wert, der Süßkartoffeln nachgesagt wird, falle nicht ins Gewicht. „Schließlich haben Süßkartoffeln auch mehr Kohlenhydrate. Deshalb ist pro Portion die glykämische Last nicht sehr unterschiedlich und aus gesundheitlicher Sicht eher irrelevant“.

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Nur „ein paar Vitamine“?

Prof. Worm räumt ein, dass neben der Stärke auch „ein paar Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe“ drinstecken. Man brauche aber nicht unbedingt Kartoffeln, um sich jene Nährstoffe zuzuführen, da sie auch in anderen, weniger stärkereichen Gemüsesorten enthalten sind. Denn ob nun aus (Süß-)Kartoffeln oder Getreideprodukten: Laut Prof. Worm sollten nur Menschen reichlich Kohlenhydrate zu sich nehmen, die körperliche Arbeit leisten oder viel Sport treiben und jenen Zucker gut verstoffwechseln können. „Hart arbeitende Muskeln lieben Stärke“, erklärt uns Prof. Worm weiter. Wer weniger körperlich aktiv ist, sollte seiner Meinung nach bei Kohlenhydraten zurückhaltender sein.

Fazit

In letzter Konsequenz geht es bei Kartoffeln sowie Süßkartoffeln vor allem um die Art der Zubereitung: Nach einem Bad in der Fritteuse sind weder die einen noch die anderen besonders figurbewusst, geschweige denn gesund. Müller warnt daher insbesondere vor den aktuell omnipräsenten, gerne mit Avocado gereichten, aber eben „fetttriefend ausgebackenen“ Süßkartoffel-Pommes-frites. „Kein Superfood, sondern superfett“, konstatiert er. Gekocht oder im Ofen gegart, sieht der Fall schon etwas anders aus.

Beide Knollen haben gute Inhaltsstoffe ­– ebenso wie Kohlenhydrate und (mitunter kritisch betrachteten) Zucker. Ob und/oder wie viele Kohlenhydrate zur Ernährung gehören – das ist eine Überzeugungssache. Manche setzen rein auf Proteine zu Salat (Stichwort ketogene Diät), andere lassen lieber gesunde Carbs bewusst auf ihren Speiseplan wandern. Bei Letzteren dürfen Kartoffeln und Süßkartoffeln – beides gute, pflanzliche Lebensmittel mit wertvollen Eigenschaften, aber eben auch stärkerreich – dazugehören. Wie ballaststoffreiches Vollkornbrot auch, sollte man sie nicht im Übermaß verzehren.

 

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