Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Gesundheitspartner
von FITBOOK

Jetzt wieder überall

Gefärbte Eier aus dem Supermarkt besser nicht kaufen

Gefärbte Eier
Schon einige Wochen vor Ostern tauchen die ersten bunt gefärbten Eier in den Supermärkten auf. Aufgrund der fehlenden Kennzeichnungspflicht für weiterverarbeitete Eier kommen die häufig aus Käfighaltung im Ausland – bei uns ab 2025 verboten. Foto: Getty Images

In Supermärkten und Discountern strahlen uns rechtzeitig vor Ostern wieder gekochte Eier in allen Farben entgegen. Kaufen sollte man sie nicht – und das liegt nicht nur an ihrer zweifelhaften Herkunft.

Laut des Statistischen Bundesamtes wurden 2020 in deutschen Betrieben mit mindestens 3000 Hennenhaltungsplätzen insgesamt rund 12,9 Milliarden Eier hergestellt. 1,6 Milliarden stammen aus ökologischer Erzeugung – 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Und 2,6 Milliarden Eier kamen aus der Freilandhaltung – ein Plus von 8,7 Prozent.

Woher stammen die bunten Eier?

Diese Zahlen zeigen zwar, dass es Verbraucher*innen zunehmend wichtig ist, dass ihr Frühstücksei von einem Huhn aus ökologischer Haltung stammt. Doch mit einem Anteil von 61 Prozent (8 Mrd. Eier) macht die Bodenhaltung nach wie vor den größten Teil der deutschen Eier-Produktion aus. 26,4 Millionen Hennen leben in entsprechenden Betrieben. Von ihnen stammen vermutlich auch viele der gefärbten Eier, die derzeit in allen Supermärkten und Discountern zu finden sind.

Öko-Test warnt vor dem Kauf von gefärbten Supermarkt-Eiern

Das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ warnte letztes Jahr zu Ostern vor dem Kauf von gefärbten Eiern aus dem Supermarkt. Denn während es bei herkömmlichen Eier möglich ist, durch ihren Stempel genau nachzuvollziehen, woher sie stammen, sei das bei gekochten und weiterarbeiteten Eiern nicht der Fall. Hier besteht keine Kennzeichnungspflicht. Der Verbraucher hat also keine Möglichkeit, herauszufinden, aus was für einer Produktion die Eier stammen. Unter der Farbe können sich somit auch Eier verbergen, die in Käfighaltung im Ausland produziert wurden.

Der einzige Hinweis ist das „KAT“-Logo auf Eierkartons. Dieses Siegel des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen garantiert, dass die Eier nicht aus der Käfighaltung stammen. Trägt ein Karton dieses Siegel nicht, ist es sogar möglich, dass die darin enthaltenen Eier aus einem ausländischen Betrieb mit Käfighaltung stammen. Denn in Deutschland geht der Anteil dieser Eier stark zurück, da die Haltung von Legehennen in Kleingruppenkäfigen hierzulande ab 2025 verboten wird und es bis dahin nur eine Auslauffrist für bestehende Betriebe gibt. Neue werden nicht genehmigt.

Keimbelastung

Gefärbte Eier sind jedoch nicht nur in Bezug auf ihre Herkunft fragwürdig. Häufig liegen die Ostereier lange Zeit ungekühlt im Supermarktregal bevor sie gekauft werden. „Öko-Test“ empfiehlt Verbrauchern daher, die Eier zu Hause immer im Kühlschrank aufzubewahren, um die Keimbelastung zu reduzieren. Zudem sollte man die Eier vor dem Kauf kontrollieren: Durch Risse in der Schale können Keime leicht eindringen. Daher besser nur Produkte kaufen, bei denen die Schale intakt ist. Zudem gilt, ob bei gefärbtem oder rohem Ei: Riecht es unangenehm, sollte man es umgehend entsorgen.

Ostereier werden vor dem Einfärben gekocht. Bei einer zu langen Kochzeit kann es vorkommen, dass sich das Eigelb in einem bläulichen oder grünlichen Ton verfärbt. Das ist nicht bedenklich, Sie können das Ei bedenkenlos konsumieren.

Auch interessant: Wie viele Eier pro Woche sind gesund?

Einige zugelassene Lebensmittelfarben nicht unbedenklich

Wer dennoch gerne bunte Eier im Osterkörbchen haben möchte, kann diese selbst einfärben. Aber auch hier ist ein genauer Blick auf die Verpackung des Färbemittels wichtig, denn einige zugelassene Lebensmittelfarben sind nicht unbedenklich. Die Verbraucherzentrale Hessen warnt vor Substanzen wie Chinolingelb (E104) oder den Azofarbstoffen Tartrazin (E102), Gelborange S (E110), Azorubin (E122) und Cochenillerot A (E124 A). Azofarbstoffe stehen im Verdacht, die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern negativ zu beeinflussen. Auf der Liste der Inhaltsstoffe müssen die Namen oder E-Nummern der enthaltenen Substanzen aufgeführt werden.

Selbst einfärben mit Rote Bete, Blaubeersaft, Spinat, Kurkuma

Wer Ostereier guten Gewissens essen möchte, sollte Bio-Eier selbst kochen und mit natürlichen Mitteln selbst einfärben. Hierfür können färbende Lebensmittel wie Heidelbeeren, Rote Beete, Kurkuma, Spinat oder Blaubeersaft verwendet werden. Wer mit Kindern zusammen Eier einfärben möchte und Sorge vor nachhaltigen Flecken der farbintensiven Lebensmittel hat, kann auch auf unbedenkliche Farbstoffe zurückgreifen. Dazu zählen beispielsweise Riboflavin (E101), Chlorophyll (E140) und Lycopin (E160D). Hier finden Sie die vollständige Liste.

Auch interessant: Braun, Weiß, Grün – welche Eier sind am gesündesten?

Gut zu wissen: Bio-Eier enthalten mehr Omega 3

Im Jahr 2017 hat der Geflügelwissenschaftler Prof. Dr. Grashorn von der Universität Hohenheim Bio-Eier mit Eiern aus der Bodenhaltung verglichen. Dabei hat er herausgefunden, dass Bio-Eier ein besseres Aroma und einen höheren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren haben. Der Grund hierfür ist, dass frei lebende Bio-Hühner auf der Wiese Pflanzen mit ätherischen Ölen, wie beispielsweise Kamille, konsumieren. Zudem habe das Eiweiß von Bio-Eiern eine bessere Konsistenz, da die Bio-Hennen ein besseres Immunsystem haben.

Die Dotter hingegen sind kleiner und heller. Die geringere Größe ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Bio-Hennen weniger zusätzliche Nährstoffe verabreicht bekommen. Da in Bio-Betrieben zudem keine synthetischen Farbstoffe als Futterzusatzstoffe verwendet werden dürfen, ist die Farbe ihrer Eidotter weniger intensiv als die von Hennen aus der Bodenhaltung.

mit Material von dpa