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So erklärt sich der Jojo-Effekt

Das passiert im Körper, wenn wir zu schnell abnehmen

Frau guckt in Spiegel
Crash-Diäten stehen im Zusammenhang mit Gewichtsschwankungen – und haben sogar Auswirkungen auf die Muskelstruktur. Eine Expertin erklärt uns den wissenschaftlichen Hintergrund
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Ungesund und kontraproduktiv – das sagt man über krasse Diäten, bei denen binnen kürzester Zeit viel abgenommen wird. Aber warum eigentlich? FITBOOK sprach mit einer Wissenschaftlerin darüber, was genau im Körper abläuft, wenn man sich für die schlanke Linie kasteit. Außerdem klären wir, warum genau dadurch neue Gewichtsprobleme gezüchtet werden.

Ob für den knackigen Auftritt im Strandurlaub oder das zu eng gewordene Kleid, in das man schleunigst wieder hineinpassen will: Um möglichst schnell ihr Wunschgewicht zu erreichen, setzen viele Menschen auf Radikal-Kuren. Die Tageskalorien werden ad hoc auf ein Minimum reduziert und für einige Wochen verschiedene Ernährungsbausteine, beispielsweise Kohlenhydrate, vom ohnehin oft schon mickrigen Speiseplan gestrichen. Die Folge, logischerweise: Man nimmt ab. Meistens hat man so aber bald doppelt soviel wieder drauf. Warum eigentlich?

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Warum kommt es zum Jojo-Effekt?

 „Wenn in kurzer Zeit viel abgenommen worden ist, erkennt der Körper das als Notsituation“, so der Hintergrund. „Er trifft also Vorkehrungen, damit das verlorene Gewicht wieder zurückkommt.“

Pommer

Wer eine Crash-Diät hinter sich hat, kann sich in puncto Essen nur schwer kontrollieren. Schuld sind (unter anderem) Hormonveränderungen
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Wie Dr. Zachenhofer weiter erklärt, ist unter der Masse, die bei einer Radikal-Diät abgenommen wird, ein hoher Anteil an Muskeln dabei. Diese seien nicht nur für einen kräftigen Körper verantwortlich, sondern würden – selbst im Ruhezustand – für einen Energieverbrauch sorgen. „Unterm Mikroskop kann man erkennen, dass sich zudem die zurückbleibenden Muskeln strukturell verändert haben.“ Wer in kurzer Zeit zehn Prozent seines Gesamtgewichts abgenommen hat, riskiere laut Dr. Zachenhofer den Rückgang von Mitochondrien in den Muskelzellen. Diese dienen eigentlich als eine Art zellulärer Brennstoff, machen sie funktionsfähig. Crash-Diäten können daher zur Folge haben, dass der gesamte Körper weniger Energie verheizt. Das Gewicht zu halten, geschweige denn abzunehmen, werde dadurch langfristig erschwert.

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Diäten sind auch aus psychologischer Sicht fragwürdig

Kürzlich erschien ihr jüngstes Buch „Slow Slim: Der 12-Monats-Plan zum Schlankwerden und Schlankbleiben“ (Edition a), in dem sie zusammen mit Co-Autorin und Neurochirurgin Dr. med Marion Reddy aufzeigt, wie sich Gewohnheiten Schritt für Schritt verbessern lassen.

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Frau isst einen Donut

Nicht zuletzt, wie man sich vor, bei und nach dem Essen fühlt, beeinflusst die Figur. Im Buch „Slow Slim“ gehen die beiden Ärztinnen Zachenhofer und Reddy genauer auf die emotionale Komponente von Gewichtsschwankungen ein
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Fazit

Wer auf Nulldiäten verzichtet, muss sich mittelfristig nicht nur weniger quälen, sondern hat auch längerfristig mehr davon. Das Erfolgsrezept lautet daher: den Körper daran gewöhnen, sich dauerhaft vernünftig zu ernähren. So haben Heißhungerattaken und Gewichtsschwankungen kaum eine Chance.