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Stark ab 50! Wie ich in den Wechseljahren meine Kraft zurückgeholt habe

Dr. Swaantje Taube: Mutmacherin für Frauen 50plus
Dr. Swaantje Taube: Mutmacherin für Frauen 50plus. Foto: FITBOOK/Patrick Amos
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3. Februar 2026, 4:17 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Dr. Swaantje Taube (54, verheiratet, 2 Kinder) ist ehemalige Rechtsanwältin, heute Mutmacherin, Autorin, Speakerin und Styling-Profi in der ZDF-Sendung „That’s My Style“, deren 2. Staffel 2026 erscheint. Auf ihrem Blog „Das Swaantje Taube Magazin“ und auf Instagram inspiriert sie Frauen 50plus mit Themen rund um Longevity, gesunde Ernährung, Bewegung, Mindset, Mode, Beauty, Reisen und Lifestyle. Ihr Anliegen: Frauen in der zweiten Lebenshälfte zu ermutigen, diese Zeit bewusst zu genießen, sich wohl in ihrem Körper zu fühlen und mit Selbstvertrauen sichtbar zu bleiben.

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Als ich noch nicht wusste, was mit meinem Körper passiert

Ich bin heute 54 Jahre alt. Als bei mir 2020, mit 49, Brustkrebs diagnostiziert wurde, wusste ich nicht, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits mitten in der Perimenopause befand. Rückblickend war genau das ein entscheidender Punkt. Mein Körper hatte längst begonnen, sich zu verändern. Ich konnte es nur nicht einordnen.

Ich nahm zu, obwohl ich genauso aß wie zuvor. Mein Schlaf wurde schlechter. Ich war schneller erschöpft, vergesslicher, oft wie benebelt. Dieses Gefühl, nicht mehr richtig klar denken zu können. Dazu kam ein verändertes Körpergefühl. Trockenheit. Weniger Lust. Themen, über die kaum jemand spricht, die aber viele Frauen betreffen. Ich schob das lange weg und dachte, es sei Stress oder einfach das Leben.

Überleben hatte plötzlich Priorität

Während der Krebstherapie spielte all das keine Rolle. Da ging es ums pure Überleben. Durch schwere Komplikationen musste ich die Therapie abbrechen. Eine schwere Lungenentzündung brachte meinen Körper an seine absolute Grenze. Ich konnte kaum noch laufen, essen oder trinken und war vollständig auf die Hilfe Dritter angewiesen. Dieses Gefühl, komplett ausgeliefert zu sein, hat sich tief in mir eingebrannt.

Dass die Therapie am Ende ausgereicht hat und der Krebs heute weg ist, war mein großes Glück. Aber genau diese Grenzerfahrung war mein Weckruf. Ich wusste sehr klar: So möchte ich nie wieder leben. Ich möchte selbstständig bleiben. Beweglich. Klar im Kopf.

Der hormonelle Umbruch wurde mir erst später bewusst

Erst nach der Therapie begann ich zu verstehen, was zusätzlich passiert war. Durch die Krebstherapie und die Entfernung meiner Eierstöcke kam es bei mir zu einem sehr schnellen hormonellen Übergang in die Postmenopause. Viele Symptome, die ich lange ausschließlich als Nachwirkungen der Krebstherapie gesehen hatte, hingen auch mit diesem Hormonabfall zusammen.

Bis heute schreiben mir viele Frauen: Die Wechseljahre betreffen mich nicht. Oder: Ich habe keine Beschwerden, da bin ich durch. Doch das stimmt so nicht. Auch wenn man subjektiv wenig spürt, laufen im Körper Prozesse ab. Die Hormone nehmen dauerhaft ab. Und sie kommen eben nicht zurück. Das beeinflusst Muskeln, Knochen, Schlaf, Energie und Stoffwechsel. Besonders tückisch sind Veränderungen, die man nicht sofort bemerkt: schleichender Muskelabbau, abnehmende Knochendichte, stille Entzündungsprozesse.

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Ernährung als erster Hebel

Diese Erkenntnis hat mein Denken komplett verändert. Mir wurde klar, dass es einen Unterschied gibt zwischen lange und gesund leben. Und dass ich darauf selbst Einfluss nehmen kann.

Mein Einstieg war die Ernährung. Heute geht es mir nicht um Verzicht, sondern um Versorgung. Um Stärke. Gerade in den Wechseljahren habe ich verstanden, wie entscheidend eine protein- und ballaststoffreiche Ernährung ist. Für Muskeln, Energie, den Stoffwechsel und auch für meine mentale Klarheit.

Das steckt hinter dem Rainbow-Prinzip

Ich orientiere mich am Rainbow-Prinzip: Die Hälfte meines Tellers besteht aus Gemüse. Und zwar bunt. Je vielfältiger die Farben, desto größer die Bandbreite an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Diese sind entscheidend für ein gesundes Mikrobiom im Darm.

Ein gesunder Darm ist weit mehr als Verdauung. Über die Darm-Hirn-Achse steht er in ständigem Austausch mit dem Gehirn. Bestimmte Darmbakterien beeinflussen die Bildung von Botenstoffen, die Stimmung, Konzentration und mentale Stabilität mitsteuern. Ich merke sehr deutlich: Wenn mein Darm gut versorgt ist, ist auch mein Kopf klarer.

Ballaststoffreiche Lebensmittel und ihre Rolle

Ballaststoffreiche Lebensmittel sind für mich zum Beispiel Gemüse, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Beeren, Leinsamen, Chiasamen, Nüsse und Vollkornprodukte. Gleichzeitig achte ich bewusst auf meine Proteinzufuhr. Gerade in den Wechseljahren halte ich eine Zufuhr von etwa 1,2 bis 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht für sinnvoll, um Muskelabbau entgegenzuwirken. Ich verteile Proteine über den Tag, morgens, mittags und abends.

Viele meiner alltagstauglichen Rezepte teile ich im Swaantje-Taube-Magazin und auch in meinem Buch Happiness & Longevity, in dem ich an drei Beispieltagen („What I eat in a day“) zeige, wie ich mich über den Tag hinweg ernähre … inklusive Nährwertangaben.

Krafttraining, Bewegung und mentale Stärke

Krafttraining kam später. Erst mit Eigengewicht, dann im Studio. Ich habe mir einen Personal Trainer genommen und gelernt, wie wichtig Progression ist. Muskeln wachsen nur, wenn sie gefordert werden. Und ja, das ist auch mit 50 plus möglich. Mehr noch: Man kann dem altersbedingten Muskelabbau aktiv entgegenwirken.

Ich kombiniere Krafttraining mit moderatem Ausdauertraining und kurzen HIIT-Einheiten. Bewegung ist für mich heute keine Pflicht mehr, sondern Ausdruck von Selbstständigkeit.

Mit der körperlichen Stärke kam auch mentale Klarheit zurück. Für mich ist Happiness meine Superpower. Nicht als Dauerzustand, sondern als innere Haltung. Und Gelassenheit meine Königsdisziplin. Ich konzentriere mich auf das, was ich verändern kann. Und lasse bewusst los, was außerhalb meines Einflusses liegt.

Folgen für den Körper

Das hat ganz konkrete Auswirkungen auf meinen Körper. Dauerstress lässt den Cortisolspiegel steigen. Und ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel wirkt sich negativ auf Schlaf, Muskelaufbau, Fettverteilung und das Immunsystem aus. Gelassenheit ist für mich deshalb keine esoterische Idee, sondern eine gesundheitliche Strategie.

Ich habe mir dafür feste Routinen aufgebaut. Kleine mentale Anker im Alltag. Bewusstes Innehalten. Klare Prioritäten. Und die Entscheidung, meine Energie nicht an Dinge zu verlieren, die ich nicht steuern kann.

Dabei hilft mir das Wissen um Neuroplastizität. Unser Gehirn bleibt lernfähig. Neue Routinen, egal ob bei Ernährung, Bewegung, Schlaf oder Mindset, lassen sich etablieren. Das braucht Zeit. Oft mehrere Wochen, manchmal bis zu drei Monate. Aber es funktioniert. Man kann sich im besten Sinne selbst neu ausrichten. Dafür ist es nie zu spät. Ich bin dafür ein leuchtendes Beispiel.

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Schlaf, Ergänzungen und ein ganzheitlicher Blick

Schlaf habe ich lange unterschätzt. Erst jetzt verstehe ich, wie entscheidend er für meine Regeneration ist. Nachts repariert der Körper, sortiert, räumt auf. Mein wichtigster Hebel ist ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus: zur selben Zeit ins Bett gehen und morgens zur selben Zeit aufstehen. Natürlich gibt es Ausnahmen. Wenn ich eingeladen bin, gehe ich auch mal später ins Bett. Mein Körper aber bleibt erstaunlich konstant: Ich wache trotzdem fast immer zur gleichen Zeit morgens auf. Und genau das zeigt mir, wie sehr er von klaren Rhythmen profitiert.

Ergänzend lasse ich regelmäßig meine Blutwerte überprüfen und supplementiere gezielt. Für mich sind dabei vor allem Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Magnesium wichtige Bausteine. Meine persönliche Supplement-Routine habe ich auch ausführlich auf meinem Blog beschrieben.

Und auch Mode und Beauty haben für mich eine neue Bedeutung bekommen. Als mir die Haare ausgefallen sind, wurde mir klar, dass das nichts Oberflächliches ist. Sich im Spiegel wiederzuerkennen, sich bewusst zu zeigen, gibt Halt. Für mich ist das Teil eines ganzheitlichen Ansatzes.

Mein Fazit

Stark ab 50 zu sein, bedeutet für mich nicht Perfektion. Es bedeutet, Verantwortung für mich zu übernehmen. Für meinen Körper, meinen Kopf und für mein Leben. Und zu wissen, dass Veränderung jederzeit möglich ist.

Das ist mein Gamechanger. In Baby-Steps. Schritt für Schritt. Mit der Gewissheit: Ich kann etwas tun. Und es ist nie zu spät, damit anzufangen.

Dr. Swaantje Taubes Buch „Happiness & Longevity – Das Mut und Mitmach-Buch für Frauen 50+“ erscheint Anfang März im Christian Verlag und kann man hier vorbestellen.

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